Bei der Auswahl der IP-Adressen ist man ziemlich frei. Eine Möglichkeit ist: 192.168.0.2 für die GP2X und 192.168.0.1 für den PC. Auf dem PC kann man die IP-Adresse wie bei jeder anderen Netzwerkkarte mit ifconfig festlegen.
olymp:~# ifconfig usb0 192.168.0.1
Wenn die Konsole danach mit dem Kommando ping erreichbar ist, hat alles geklappt.
olymp:~# ping -c 3 192.168.0.2PING 192.168.0.1 (192.168.0.1) 56(84) bytes of data.64 bytes from 192.168.0.1: icmp_seq=1 ttl=64 time=0.036 ms64 bytes from 192.168.0.1: icmp_seq=2 ttl=64 time=0.029 ms64 bytes from 192.168.0.1: icmp_seq=3 ttl=64 time=0.039 ms
Sind die auf der GP2X verfügbaren Netzwerk-Dienste aktiviert (Abb. 2), kann man sich nun z.B. per Telnet auf dem Gerät als root einloggen. Ein Passwort ist nicht gesetzt.
olymp:~# telnet 192.168.0.2Trying 192.168.0.2...Connected to 192.168.0.2.Escape character is '^]'.Linux 2.4.25 (gp2x) (ttyp0)gp2x login: root[root@gp2x root]$
Der Webserver ist ein thttpd 2.21b. Interessant ist auch, dass PHP 4.4.2 mit an Bord ist. Wer mehr über die installierte PHP-Version erfahren will, löscht im Verzeichnis /usr/gp2x/www den Inhalt der Datei index.php und schreibt folgende Zeilen in diese:
<?phpphpinfo();?>
Danach kann man sich im Browser alles Wichtige anzeigen lassen (Abb. 2)
Die grafische Oberfläche
Die im Auslieferungszustand vorhandene grafische Oberfläche (Abb. 3) der GP2X kann nicht überzeugen. Sie ist in gewissen Teilen unlogisch und die Bedienung wenig intuitiv. Das Hauptfenster weist acht Icons auf. Je eines für folgende Aktionen:
- Betrachten von Videodateien (DivX 3/4/5)
- Starten von Spielen
- Hören von Musikdateien (MP3 und Ogg Vorbis)
- Betrachten von Bilddateien
- Lesen von Textdateien (E-Books)
- Löschen, Kopieren oder Verschieben von Dateien
- Starten von Programmen (Utilities)
- Einstellungen vornehmen
Bis auf den Menüpunkt, der zu dem Fenster mit den Einstellugsmöglichkeiten führt, verhalten sich alle Einträge im Hauptfenster gleich. Nach der Auswahl einer Aktion (Joystick drücken oder Taste B) wird der Benutzer gefragt, ob er auf den internen NAND-Speicher, auf die Speicherkarte oder einen (eventuell vorhandenen) Speicher am Erweiterungsanschluss zugreifen möchte. Danach kann der Benutzer im Dateibaum navigieren, bekommt aber nur die Dateien angezeigt, deren Dateiendung zur gewählten Aktion passen. Das ist sehr unverständlich und macht die Bedienung zeitraubend. Für jede neue Aktion muss man zurück ins Hauptfenster und sich wieder durch die Menüs hangeln.
Auch hier gibt es eine Lösung, die die Benutzerfreundlichkeit und das Aussehen der grafischen Oberfläche deutlich verbessert. Die Lösung heißt GMenu2X. Ein optisch sehr ansprechendes Frontend, das es erlaubt, Links zu den installierten Programmen und Spielen zu erstellen und in Kategorien unterteilt auf dem Desktop zu verteilen.
Ein großer Vorteil von GMenu2X ist, dass mit diesem Frontend einfach mit den Tasten zur Lautstärkeregulierung der Takt jedes einzelnen Programms festgelegt werden kann. Man sieht immer den freien und belegten Speicher der Speicherkarte und welche Netzwerk-Serverdienste aktuell laufen.
Butter bei die Fische
Eine Konsole ist zum Spielen da und an den verfügbaren Spielen muss sie sich messen lassen. Leider macht das Gerät im Auslieferungszustand nur wenig Freude. Auf dem internen Speicher befinden sich nur die Demoversionen von zwei kommerziellen Spielen. Da ist zum einen die Demo des recht ordentlichen Asteroid-Clones Vektar und ein Rolling-Demo des demnächst erscheinenden und interessant aussehenden Grand Theft Auto 1 bzw. 2 Clone mit dem Namen Payback.Die geringe Softwareausstattung sollte aber nicht über die vielfältigen Möglichkeiten zur Befüllung der GP2X hinwegtäuschen. Prinzipiell kann jedes Linux-Spiel bzw. jeder für Linux verfügbare Emulator auf die Konsole einfach portiert werden, wenn keine Hardware-3D-Beschleunigung benötigt wird. Zwischenzeitlich hat sich schon ein riesiges Angebot an freien Spielen, Interpretern älterer bekannter Spiele und Emulatoren angesammelt.
Die größte und übersichtlichste Anlaufstelle ist archive.gp2x. Die tagaktuelle Seite beherbergt das größte Archiv an Software für die GP2X und ist immer der erste Anlaufpunkt. Linux-Spiele, die auf der GP2X sehr gut laufen, sind u.a. SuperTux, Super Methane Brothers, Frozen Bubble und The Ur-Quan Masters (Star Control 2). Gute Interpreter für bekannte Spiele sind CloneKeen2X für Commander Keen 1-3, ScummVM für die klassischen LucasArts Adventures sowie Simon the Sorcerer 1 und 2, Beneath A Steel Sky, Broken Sword 1 und 2 und Flight of the Amazon Queen.
Mit dem Interpreter Exult kann das bekannte Rollenspiel Ultima 7 gespielt werden. Ein anderes Thema sind Emulatoren. Für die GP2X existieren Emulatoren für fast alle klassischen Spiel-Konsolen und PC-Systeme. Dabei ist aber zu bedenken, dass der Besitz der entsprechenden Roms nur legal ist, wenn man von den Spielen auch die Originalversionen besitzt.




