Samstag, 4. Februar 2012


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Dezember 2006 | Artikel

Spieleentwicklung

(Link zum Artikel: http://www.entwickler.de/cod//001125)

Vom Konzept zur Produktion

Text: von Caroline und Matthias Kannengiesser
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Die Planung und Umsetzung einer Spielidee ist schon lange nicht mehr nur ein Thema für klassische Spieleprogrammierer. Insbesondere in der Online-Welt hat sich hier einiges getan – es gilt Konzepte zu entwickeln, deren Umsetzung eine möglichst große Zahl von Personen erreicht. Flash bietet sich dazu mit seinem weit verbreiteten Player besonders gut an.
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Wer Spiele selbst erstellen will, hat sich eine nicht ganz einfache Aufgabe gestellt. Es werden nicht nur Fantasie, Zeit und Arbeit dazu benötigt, sondern auch ein gehöriges Maß an Geduld und logischem Denkvermögen. Das Entwicklungsziel sollte Ihnen von Anfang an bewusst sein: Das entstehende Produkt muss in erster Linie unterhaltend sein.

Frustrationsphasen sollte man von vornherein mit einplanen, sie gehören zum normalen Produktionsablauf. Die Entwicklung erweist sich häufig als anstrengend, etwa wenn Sie versuchen, ein Spieldesign zu erstellen und dieses nach unzähligen Anläufen immer noch nicht Ihren Ansprüchen genügt oder sich in Ihren Codezeilen ein hartnäckiger Fehler eingeschlichen hat.

Idee und Spielkonzept
Das Allerwichtigste bei der Spielentwicklung ist die möglichst neuartige Idee – an Brain-Storming-Sessions führt deshalb in den meisten Fällen kein Weg vorbei.

Beachten Sie: Gute Spielideen benötigen zumeist Zeit zum Reifen. Details kristallisieren sich in der Regel fast von alleine heraus, wenn man von der Grundidee selbst angetan ist. Steht das Grobkonzept des Spiels, ist es Zeit für die Entwicklung von Handlungssträngen. Ähnlich wie in einem Drehbuch zu einem Hollywood-Streifen, sollte im Spielkonzept jede Kleinigkeit der Handlung und Ausgestaltung des Spiels vermerkt sein. Der Nachteil einer solchen Vorgehensweise: Noch bevor die erste Code-zeile umgesetzt wird, muss bereits viel Vorarbeit erledigt werden. Dies hat jedoch den Vorteil, dass Sie sich ausführlich mit dem Spiel befassen müssen und die Umsetzung dann umso schneller vonstatten geht.

Im Spielkonzept definieren Sie die Rahmenbedingungen des Spiels. Spätestens jetzt sollte ganz klar feststehen, um was für ein Spiel es sich handelt, wie die Story aussieht, welche Aufgaben dem Spieler gestellt werden und wie seine Aktionsmöglichkeiten aussehen.

Je nach Komplexität des Spiels ist es ratsam, sich für die eigentliche Herstellung Partner zu suchen. Neben der Umsetzung der Story in Flash müssen schließlich auch die Grafiken und die Musik bzw. die akus-tische Untermalung erstellt werden. Viele Entwickler unterschätzen die Wirkung von Bild und Ton und setzen in einem Spiel lediglich auf die Funktionalität. Was nützt Ihnen jedoch eine fehlerfreie Steuerung, wenn im Spiel lediglich Strichmännchen hin und her laufen? Sie sollten daher ein Spiel als Ganzes sehen und nicht nur die ActionScript-Zeilen, die zur Umsetzung notwendig sind. Der Mensch ist nun einmal auf visuelle und akustische Eindrücke geeicht!

Online-Spieleportale
Spielen entspannt Geist und Seele, auch am Computer. Gut, dass beim Spielen im Internet weder hohe Preise für Spielesoftware noch die Angst vor einem Fehlkauf quälen. Heutzutage stehen unzählige Online-
Spieleportale zur Verfügung, auf denen man kostenlos zocken kann, bis der Arzt kommt. Genau richtig für all diejenigen, die eine Pause überbrücken oder ohne Risiko bei Casinospielen mitmischen wollen. Es locken Kartenspiele wie Skat, Klassiker aus Automatenspielhallen und Glücksspiele. Bei einigen Portalen kann man, bei anderen muss man sich anmelden. Ein so genannter Nickname sorgt dann für Anonymität. Opa Bombastic beispielsweise klingt doch klasse, oder? Nur angemeldete Spieler nehmen an Gewinnspielen teil und können die erreichten Punkte, den Highscore, mit Ergebnissen anderer Spieler vergleichen. So etwas reizt nicht nur Moorhuhnjäger.
Ablauf des Produktionsprozesses
Den Produktionsverlauf haben wir in unserem Schema in fünf Phasen dargestellt. Natürlich sind die jeweiligen Phasen nicht so strikt getrennt wie hier abgebildet, sondern überlappen sich teilweise und laufen zeitweise parallel.

Phase 1 – Idee
In den Spieleentwicklungsfirmen werden nicht nur ständig neue Ideen für erfolgreiche Spiele geboren und umgesetzt, viele Unternehmen werden mit der Konvertierung eines bereits bestehenden Spieles auf ein anderes System oder der Umsetzung einer bestehenden Lizenz beauftragt, so geschehen bei Indiana Jones 3. Das bringt nicht nur Vorteile mit sich – man muss sich Spielhandlung und -ablauf nicht mehr ausdenken – sondern auch Nachteile. So hat zum Beispiel jede Plattform ihre eigenen Hardwarespezifikationen und Vorschriften. Und da die meisten grafischen Spielmodule (Charaktere, Hintergründe, 3D-Objekte ...) durch die Lizenz bereits vorgegeben sind, sind besonders die Grafiker in ihrer Kreativität stark eingeschränkt.

Eine größere Herausforderung ist die Umsetzung neuer, eigener Ideen. Eine so genannte Featurelist hilft dabei besonders. Diese Liste besteht aus ungeordneten Niederschriften von Ideen und Vorstellungen zum Spiel. Mit einem Design-Dokument hat dies allerdings noch nichts zu tun.

Phase 2 – Designphase
Hat die Idee der Zeit standgehalten, kann nun eine Kurzfassung des Design-Dokumentes erstellt werden. Dieses wird Design Treatment genannt und ist der erste von drei Abschnitten in der Designphase. Es sollte nur einige Seiten umfassen und die wichtigsten Punkte des Spiels definieren. Sind alle Beteiligten mit dem Kurzdokument zufrieden, kann mit der Grobfassung des Design-Dokuments – Preliminary Design Document (PDD) – begonnen werden. Diese Niederschrift kann auch als eine organisierte Liste von Features gesehen werden. Das Dokument sollte technische Spezifikationen, die Hintergrundstory, Animationen, Filme, Charaktere etc. schon ziemlich genau beschrieben und definiert enthalten. Es dient also dazu, die Anforderungen so gezielt wie möglich festzuhalten. Wenn nötig, werden Veränderungen oder Verfeinerungen vorgenommen und erneut gemeinsam verifiziert. Danach wird mit dem finalen Game Design Document, kurz GDD, begonnen. Das GDD soll zwar soviel Information wie möglich enthalten, Sie sollten jedoch stets auch auf eine klare und logische Struktur im Dokument achten. Je nach Spielgenre und Komplexität des Spieles hat ein GDD im Durchschnitt 100 bis 300 Seiten. Zusätzlich zu den gesamten Fakten des Preliminary Design Documents soll darin eine noch detailliertere Beschreibung der einzelnen Module und Produktionsbereiche eingefügt werden. Vor allem das Zusammenwirken der einzelnen definierten Module im PDD und der sich daraus ergebende Spielablauf soll festgehalten werden. Das finale Design-Dokument muss als Grundlage für alle Fragen und Probleme während der Produktionsphase dienen. Ist das GDD endlich fertiggestellt, erreicht man den Point Of No Return. Bis hierhin kann man ein Projekt noch abbrechen, ohne eine Unmenge an Zeit und Geld verschwendet zu haben.

Phase 3 – Pre-Produktion
Bevor endgültig mit der Produktion und Implementierung begonnen werden kann, müssen noch einige Produktspezifikationen festgelegt werden, um eine klare und reibungslose Produktionsphase zu gewährleisten. Es werden alle notwendigen Arbeiten des Teams aufgelistet und in sinnvolle Arbeitsmodule unterteilt. Dies sind zum Beispiel die Erstellung von Soundeffekten, 3D-Modellen, Texturen, Algorithmen für Game Engine etc. Ebenfalls entsteht in dieser Phase ein detaillierter Projektplan mit den Verantwortlichkeiten der Teammitglieder, Festlegung der Meilensteine und einem Budgetplan. Werden im Spiel Filmsequenzen oder längere Animationen verwendet, werden in dieser Phase die Storyboards dafür erstellt.

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