Dienstag, 22. Mai 2012


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Juli 2007 | Artikel

Warum Business ohne Grenzen die wirkliche Innovation ist

(Link zum Artikel: http://www.entwickler.de///001245)

Text: Bola Rotibi, Senior Analyst Ovum London
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Innovation ist das Schlagwort - aber es wird überstrapaziert und oft missbraucht. Auf makroökonomischer Ebene stehen westliche Volkswirtschaften unter dem Druck Innovationen vorzuweisen, schlicht um im Wettbewerb mit aufkommenden Rivalen wie China und Indien zu bestehen. Diese Art von Innovation ist oft aus der Not geboren. Aber sie kann auch in kleinen Schritten erreicht werden. Die japanische Elektronik- und Automobil-Industrie sind dafür ein typischer Fall. Einer der Hotspots im gegenwärtig so innovationsgeladenen Klima ist Innovation in der IT oder präziser die Rolle der IT dabei, die Kanäle von Unternehmen für Innovationen zu öffnen. Heute fegen Innovationen durch die IT wie eine Feuersbrunst - aber wie realistisch sind die Versprechungen? Etwas Neues zu tun ist nicht das gleiche wie Innovativ zu sein. Was meinen wir mit Innovation in der IT und kann sie wirklich die Steigerung von Einnahmen und Gewinn bringen, wie viele in der Software-Industrie behaupten?

IT: INNOVATION FINDET STATT
Die Art wie Software und IT im Allgemeinen in Unternehmen genutzt werden z.B. zur Erleichterung der Kommunikation, um den Handel auszuweiten oder alltägliche Geschäftsvorgänge zu automatisieren / rationalisieren zeigt, dass Innovation durch IT eine Tatsache ist. Unternehmen berichten über Kosteneinsparungen und höhere Erträge durch IT-bezogene Verbesserungen. Eine Fülle neuer IT Technologien ist auf dem Vormarsch, die sowohl in der visuellen Darstellung, als auch auf der Ebene der Datenintegration, neue Möglichkeiten für Unternehmen bieten. Nehmen wir zum Beispiel den Fall eines Londoner Magazins, das auf Restaurant- und Bar-Kritiken und Events rund um das Thema „Drinks“ spezialisiert ist. Ein Event der von dem Magazin jedes Jahr veranstaltet wird, hängt vom Sponsoring durch den Weinhandel und vom Ticketverkauf ab. Durch den Einsatz eines innovativen Software-Pakets, war das Magazin in der Lage für diese Veranstaltung zeitgleich ein Print-Magazin und eine Online-Version herauszugeben - bei minimalen Kosten und ohne den langen Prozess einer eigens zu erstellenden Web-Version zu durchlaufen. Dank des Videomaterials der Veranstaltung aus dem Vorjahr, war das Magazin darüber hinaus in der Lage ein Online-Marketing-Paket zu erstellen, das zu einer Steigerung auf verschiedenen Ebenen führte. Als Folge der Online-Präsenz erhöhte sich die Auflage des Magazins von 55.000 auf 100.000 Exemplare. Verkauf und Sponsoring-Einnahmen stiegen durch die erhöhten Aufmerksamkeitswerte. Hinzu kam die Möglichkeit gezielten Online-Marketings für die Sponsoren. Das Paket ist - wegen der höheren Auflage - für alle Geschäftspartner und Anzeigenkunden insgesamt attraktiver geworden. Zusätzlich stieg der Vorverkauf der Tickets, als Ergebnis der flexibleren Interaktion und der erweiterten Kundenbasis. Fünf Jahre zuvor wären weder Video noch das digitale Magazin möglich gewesen. Dies ist ein Beispiel für den praktischen – und profitablen – Einsatz neuer Technologie.

GRENZEN MÜSSEN DURCHLÄSSIG WERDEN
Wie gut auch immer die Technologie sein mag, IT allein wird nicht in der Lage sein, die Herausforderungen zu meistern. Dazu benötigt sie Unterstützung und Verständnis von Business-Seite. Leider sieht man traditionell Business und IT nicht auf Augenhöhe. In vielen Unternehmen hat die IT-Abteilung ein turbulentes Verhältnis zur Business-Seite - die Verantwortung dafür liegt allerdings nicht nur bei der IT-Abteilung. Die Business-Seite von Unternehmen erwartet von der IT Systeme und Lösungen, die es ermöglichen, effektiver zu arbeiten. Business-Verantwortliche konzentrieren sich jedoch im Regelfall auf unmittelbare und schnelle Reaktionen auf Marktveränderungen. Sie ignorieren häufig die Notwendigkeit, zusammen mit der IT zu diskutieren und zu planen, was in den nächsten fünf Jahren gebraucht wird und sie haben nur eine sehr ungenaue Vorstellung davon, wozu IT in der Lage ist. In dem Beispiel des Magazin-Verlags, wurde die innovative Software-Lösung nicht durch isolierte IT-Interaktionen erreicht, sondern durch die Zusammenarbeit des Verlags-Managments und des IT-Support-Unternehmens. Hier war ein Maß von Interaktion und Zusammenarbeit erforderlich, über das viele im Verlags-Management zuvor nicht einmal nachgedacht hatten. Es mussten Vertreter beider Welten zusammentreffen und sich auf die Denkweise der anderen einlassen – wäre nur eine der beiden Seiten weniger offen, flexibel und bereit zu Zusammenarbeit gewesen, so hätten sie nicht den Erfolg gehabt, den sie schließlich erreicht haben. Kurz – beide Seiten waren kreativ und offen dafür neue Ideen zu entwickeln. Wenn Unternehmen größeren geschäftlichen Nutzen aus ihrer IT-Infrastruktur und ihren Software-Applikationen ziehen möchten, dann müssen beide Seiten mehr Aufmerksamkeit und Interesse für den jeweils anderen entwickeln – das bedeutet, eine offenere Kommunikation und eine transparentere Zusammenarbeit. Manager hätten am liebsten eine IT, die sich verhält wie der sprichwörtliche perfekte Butler. Tatsächlich verhält sich die IT in ihren Augen wie ein eigensinniges Kind: uneinsichtig und unwillig. Beide Seiten sind verantwortlich dafür, dass IT die in sie gesetzten Erwartungen nicht erfüllt - das führt dann viele CXOs zum Outsourcing.

FÜHRUNG UND ZUSAMMENARBEIT SIND GEFRAGT
Neue IT Technologien und Lösungsansätze, umfangreichere und effektivere Interaktionen, Mobilität von Anwendungen, einheitliche Kommunikationswege, verbesserte Geräte und ein verstärkter, durch den Computer angetriebener, sozialer Austausch, bedeuten, dass die Geschäftsseite sich mehr als nur beiläufig der IT widmen muss. Sie muss vom Getriebenen zum Treiber werden. Unternehmen werden bekommen, was sie investieren. IT-Teams werden mit „Technologie-Zuckerln“ und Versprechen schnellerer und verbesserter Architekturen (wie service orientierten Architekturen (SOA)) bombardiert werden. Sie brauchen Anleitung, um zu wissen, was für das Business wirklich wichtig ist, um dann die richtige Infrastruktur und Technologie auszuwählen. Mit einem kooperativen Ansatz, der den ganzen IT-Zyklus unterstützt, sollte es möglich sein, innovativ zu sein und den richtigen Zuga ng und die passenden Ausführungsmechanismen für jedes Projekt zu wählen. Vorausschauendes Planen sollte sicherstellen, dass die vorhandene Hardware in der Lage ist, auch zukünftige Anforderungen zu erfüllen. Nichts davon wird funktionieren, solange es keine Rahmenbedingungen gibt, die darauf ausgerichtet sind, IT und Business aufeinander abzustimmen. Wir sollten uns bezüglich der Tragweite des Problems nichts vormachen. Zu viele Unternehmen verschwenden ihr Geld. Die Lücke zwischen IT und Business wird - im besten Fall - aufrechterhalten, im schlimmsten Fall nimmt die Kluft unüberbrückbare Ausmaße an. Wer hier nicht handelt, handelt fahrlässig. Es mag verschiedene Arten von Innovation geben, von der beständigen Schonungslosigkeit der japanischen Automobilindustrie bis hin zur explosiven Kraft der Schwellenländer. Aber eines ist sicher – jede Innovation fußt auf Zusammenarbeit, Kommunikation und Offenheit und eben nicht auf Engstirnigkeit. Wenn Ihr Unternehmen mit neuen Ideen nach vorne streben möchte, sollten Sie dies nie aus den Augen verlieren.

Bola Rotibi ist Senior Analyst, bei der Londoner Beratungsfirma Ovum. Sie ist Spezialistin für Software-Entwicklungstechnologien und Markt-Trends, vor allem eBusiness-Anwendungen, Wireless-Anwendungsentwicklung und Middleware. www.ovum.com

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