Professionalisierung
Nicht jeder, der an der Erstellung einer Internetseite arbeitet, ist auch wirklich professionell im engeren Sinne. Leider scheinen sich die wenigsten Mitarbeiter von Agenturen Gedanken über die Qualität und den Sinn der von ihnen abgegebenen Arbeit zu machen. Wie sonst sind all die Seiten zu erklären, die fern jeglicher Semantik erstellt wurden, die meist noch im engen Korsett einer Layout-Tabelle dahinsiechen? Wie anders kann man es erklären, dass noch immer Analogien zum Printbereich gezogen werden und das Internet immer noch nicht als eigenständiges Medium verstanden wird?
Doch schimpfen wir nicht nur auf die Dienstleister. Auch auf Kundenseite gibt es einen großen Professionalisierungsbedarf. Das gilt für große Firmen genauso wie für kleine. Oft sind die firmeninternen Ansprechpartner für die Onlineetats bar jeglicher Ahnung von der Komplexität der Aufgabe. Und auch bei kleinen Firmen herrscht leider noch immer der Glauben vor, eine Internetpräsenz zu erstellen, sei kein großer Aufwand.
Eine Professionalisierung würde auch dazu beitragen, die Komplexität des Mediums nach außen zu kommunizieren.
Medienkompetenz
Was nützen einem all die schönen Kommunikationsmöglichkeiten, wenn man sie nicht zu nutzen weiß? Das Internet ist ein sehr facettenreiches, komplexes Medium, das nur auf den ersten Blick einfach zu bedienen ist. Wollen wir das Internet in Zukunft wirklich effektiv und verantwortungsvoll nutzen, egal ob zur Unterhaltung oder beruflich, dann muss sich ein jeder Nutzer ernsthaft mit diesem Medium auseinandersetzen und Regeln und Verhaltensweisen erlernen. Ein wenig ist der Prozess mit dem Führerschein vergleichbar.
Wir sehen täglich in unseren Mailprogrammen, dass es hier noch viel zu tun gibt. Denn gäbe es nicht so viele Menschen, die sich Viren und Trojaner einfangen, dann gäbe es auch viel weniger Spam. Trojaner fängt man sich aber vor allem dann ein, wenn man sorglos mit der Sicherheit des eigenen Rechners umgeht. Betrügerische Mails wie die der "Nigeria Connection" oder Phishing sind nur dann erfolgreich, wenn Menschen ohne Umsicht und Vorsicht im Netz surfen. Auch die Nutzung von Verschlüsselungsmethoden sollte für jeden einfach, verständlich und selbstverständlich werden.
Trotz all der Sorge um die Steigerung der Medienkompetenz von Erwachsenen sollten wir die Kinder und Jugendlichen nicht vergessen. Es sollte schon früh mit einer adäquaten Medienerziehung begonnen werden, damit Kinder und Jugendliche lernen, mit dem Medium Internet verantwortungsvoll umzugehen. Auswüchse gerade mit Handykameras im Zusammenspiel mit Videoportalen wie YouTube zeigen, dass es hier noch viel Arbeit gibt.
Auffindbarkeit
Das Web ist groß und es wird immer größer. Es wird immer schwieriger, die richtigen Informationen zu finden. Suchmaschinen-Spam ist dabei ebenso ein Problem wie schlecht programmierte Seiten, die in Ermangelung relevanter oder zugänglicher Texte nicht gefunden werden. So werden leider noch immer wichtige Textbestandteile als Grafiken erstellt, werden die korrekten semantischen Auszeichnungen ignoriert und letztendlich die Suchmaschine im Unklaren über die Wichtigkeit eines Texts gelassen.
Doch auch ein semantisch korrekter Code birgt noch viel Verbesserungspotenzial, denn eine Suchmaschine oder eine andere Software kann mit der eingeschränkten Semantik von (X)HTML die Bedeutung einer Information nicht erfassen. Das W3C diskutiert deshalb schon seit Jahren Lösungen für ein semantisches Web. Zum Glück können wir uns in der Zwischenzeit mit der pragmatischen und funktionierenden Lösung "Mikroformate" behelfen. Deren Verbreitung hat sich nach dem großen Hype leider nicht signifikant verbessert. Der Grund ist eindeutig: Mikroformate verlangen noch zu viel Handarbeit.
Ihre Flexibilität macht eine stärkere Integration in Content-Management-Systeme zu einem schwierigen Unterfangen, denn schließlich ist es oft egal, welchem Element das notwendige Attribut verpasst wird. Das macht eine Automatisierung schwer. Zudem lässt eine Unterstützung von Mikroformaten seitens Google noch immer auf sich warten. Erst dann können wir von Massentauglichkeit sprechen. Die gut versteckte Mikroformat-Suche beim Blogspezialisten Technorati ist nett, aber uninteressant für den Massenmarkt.
Doch auch ohne Mikroformate bleibt es eine immerwährende Herausforderung, dafür Sorge zu tragen, dass die richtigen Informationen gefunden werden. Eine Aufgabe sowohl für die Suchmaschinen- als auch die Seitenbetreiber.









