Mittwoch, 23. Mai 2012


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April 2008 | Artikel

Das Web.3D im Wandel der Zeit

(Link zum Artikel: http://www.entwickler.de/cod//001665)

The End of the Web as we know it

Text: Andreas Mertens
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Im letzten Jahr wurde die internetbasierte Web.3D-Plattform Second Life hochgejubelt und anschließend als Spielerei ohne Mehrwerte durch den Kakao gezogen. Die Wogen haben sich geglättet und es wird anerkannt, dass Web.3D-Plattformen mit benutzergenerierten Inhalten und ohne Spieleregelwerk keine Spiele im klassischen Sinne sind. Richtige "Killerapplikationen" gibt es zwar noch nicht, es zeichnen sich jedoch Tendenzen ab, die ernstzunehmende Anwendungen in den Bereichen E-Learning und Realtime-Kollaboration erwarten lassen. Dieser Beitrag betrachtet die entscheidenden Faktoren und Beobachtungsfelder für die Zukunft des Web.3D, jenseits vom Hype und Antihype der Presse.
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Das älteste Weisheitsbuch Chinas, das "I GING" (das Buch der Wandlungen), lehrt uns, dass alles in Bewegung und in Veränderung ist. Ständig, jetzt und hier. Und wieder jetzt, exakt in diesem Moment, beim Lesen dieses Satzes, haben Millionen von Menschen Ideen und Gedanken und verändern unsere Welt durch ihre Handlungen, die genau diesen Gedanken entspringen. Heraklit drückte dies mit seinem berühmten Satz aus: "Du kannst nicht zweimal in den selben Fluss steigen."
Wir können deshalb davon ausgehen, dass sich das Web.3D von heute in naher Zukunft anders darstellen wird.

Im September 2007 äußerte sich Fabien Röhlinger, CEO von StageSpace, in einem Interview in Bezug auf den Immobilienmarkt im Web.3D wie folgt: "… Immobilien werden erst kommen, wenn es möglich wird, sehr einfach und schnell die Inhalte zu erzeugen; so etwas wie eine 3D-Fotografie eines bestehenden Gebäudes …" (SLTalk Business-Magazin für Second Life, Heft 01, Seite 7, ISSN 1865-2905)

Gebraucht würde eine Art 3D-Kamera, um reale Immobilien digital abzubilden. Die 3D-Daten würde man dann einfach auf eine Web.3D-Plattform wie Second Life oder StageSpace hochladen. Eine solche Kamera stand in weiter Ferne und klang mehr nach Sciene Fiction als nach Realität.
Wenige Monate später stellt sich die Situation anders dar. Ein knapp hundert Jahre altes Anwendungsgebiet der Mathematik, die Photogrammetrie (siehe auch: Analytische Photogrammetrie), trägt dazu einiges bei. Mit der Photogrammetrie ist man in der Lage, aus mehreren Fotografien eines Objekts dreidimensionale Daten für Lage und Form zu berechnen. Hinzu kommt das Geo-Coding oder Geo-Tagging von Digitalfotos (beispielhaft umgesetzt bei Sony). Bei diesem Verfahren werden GPS-Positionsdaten in den Datensatz eines Digitalfotos gespeichert.

Bisher fand das Fachgebiet hauptsächlich Anwendung in der Landesvermessung. In Verbindung mit virtuellen Welten erschließen sich hier neue Anwendungsgebiete, wie z.B. das Offerieren von Immobilien im Web.3D. Chinesische Touristen könnten künftig im Web.3D eine europäische Kulturstätte zunächst virtuell besuchen, bevor sie die reale Reise antreten.

Unsere Welt verändert sich schnell. Väter, die sich in den 80ern ihre Nasen an Schaufensterscheiben platt gedrückt haben, um die erste Computermaus von Apple zu bewundern, haben heute Kinder, die Laptops mit einem Touchpad bedienen. Die einst gefeierte Innovation der Computermaus ist längst veraltet?

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Kommentare

Gravatar Casper 15.04.2008
um 23:08 Uhr
Schöner Überblick! Kennst du zufälligerweise einen Dienstleister (deutsch oder international), der anbietet, Avatare aus Second Life in 3D "auszudrucken"? Fabjectory hat das mal angeboten, die gibt es aber anscheinend nicht mehr :(
Suche dringend so einen Service, Kosten fast egal (naja)
#zitieren
Gravatar Robert 16.04.2008
um 09:03 Uhr
rapidobject.com (von denen Fabjectory mal abstammte) bietet so einen Service nach wie vor an. Du musst die Daten allerdings schon vorliegen haben. WoW-Spieler haben es da mit figureprints.com schon wesentlich einfacher (falls sie es auf die Warteliste schaffen). #zitieren