GUT FÜR FAMILIEN
Um junge, vielversprechende Fachkräfte nach Karlsruhe zu holen, bietet die Stadt unter anderem vermehrt Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren an. Dabei wird sie von den ansässigen Unternehmen tatkräftig unterstützt. Viele betreiben sogar eigene Tagesstätten für ihre Mitarbeiter. Außerdem gibt es Wohngebiete, die besonders auf die Bedürfnisse junger Familien zugeschnitten sind. Hierfür wurden ehemalige US-Kasernen nach dem Abzug der Soldaten in familienfreundlichen Wohnraum mit viel Grün umgewandelt.
„In Karlsruhe machen wir ernst mit unserer sozialen Verantwortung für die kommenden Generationen – und zwar im Dialog mit den Menschen, die hier leben“, sagt Oberbürgermeister Heinz Fenrich, der gleichzeitig Vorsitzender der TechnologieRegion Karlsruhe ist. „Gemeinsam mit Entscheidern und der Bürgerschaft haben wir den ‚Karlsruhe Masterplan 2015’ erarbeitet, in dem wir gemeinsam verbindlich formuliert haben, wie wir den Wandel gestalten wollen.“ Investitionen in Familie und Kinder, Bildung und Betreuung nehmen darin eine zentrale Rolle ein. „Millionen für Kindertagesstätten, Kinderkrippen und Ganztagesschulen steigern nicht nur die Standortqualitäten, es sind auch Investitionen in den sozialen Frieden in unserem Land“, ist das Stadtoberhaupt überzeugt. Und die Reaktionen aus der Bevölkerung geben ihm recht: In der jüngsten Umfrage „Perspektive Deutschland“ liegen Karlsruhe und die Region in puncto Zufriedenheit an der Spitze aller 37 Agglomerationsräume der Bundesrepublik. Über 82 Prozent der Menschen leben nach eigenem Bekunden „sehr gerne“ in der badischen Metropole.
REICHES KULTURELLES LEBEN
Auch in Sachen Kultur muss man als Karlsruher keine Not leiden. Museen, mehrere Schauspielhäuser, Konzerte – von Klassik bis Rock. Als regionales Zentrum zieht die Stadt große Namen an. „Karlsruhe ist Deutschlands jüngste Großstadt mit immerhin 300 000 Einwohnern“, so Wnuck. Er spielt dabei auf die Gründung durch Karl-Wilhelm, Markgraf von Baden-Durlach, im Jahre 1715 an, als die Stadt praktisch aus dem Nichts als Residenz ins Leben gerufen wurde. Da der Graf weitgehende Freiheitsrechte gewährte, kamen hier Menschen aus Frankreich, Polen, Italien, der Schweiz und allen Teilen Deutschlands zusammen, um eine europäische Modellstadt gemäß den Ideen des 18. Jahrhunderts aufzubauen.
Gut hundert Jahre nach der Gründung wurde hier 1818 mit der Badischen Verfassung die vermutlich modernste und liberalste Konstitution in einem deutschen Teilstaat des 19. Jahrhunderts in Kraft gesetzt. Das Ständehaus war der erste gezielt für parlamentarische Zwecke errichtete Bau in Deutschland. Die Struktur der Stadt hat ihr auch den Namen „Fächerstadt“ eingetragen. Ausgehend vom Schlossturm erstrecken sich 32 Straßen strahlenförmig in alle Himmelsrichtungen – eigentlich ein Kreis, mit dem Schloss als Mittelpunkt. Da aber neun der Straßen den Grundriss des barocken Karlsruhe auffächern, ist der Name „Fächerstadt“ entstanden. Bis zum Ende des zweiten Weltkriegs war Karlsruhe Hauptstadt des Freistaates Baden, der heute ein Teil von Baden-Württemberg ist. Gefühlte Hauptstadt der Badener ist es geblieben.
Karlsruhe ist groß genug, um ein reiches kulturelles Angebot und viele Einkaufsmöglichkeiten bieten zu können. Gleichzeitig ist es klein genug, um überschaubar zu bleiben. Zu Fuß kommt man in der Stadt bestens zurecht. Wer ins Umland will, kann eine Besonderheit des hiesigen Verkehrssystems nutzen. Straßenbahnen verkehren üblicherweise nur innerhalb eines Stadtgebietes. Ins Umland können sie nicht fahren, weil ihre Gleise schmaler sind als die der Deutschen Bahn. In Karlsruhe dagegen nutzt die Straßenbahn die gleiche Spurbreite wie der Fernverkehr. Man kann also ohne Umsteigen einfach weiterfahren – auch das ist ein Stück Lebensqualität. Neben dem Wetter natürlich, das hier meist besser ist als in anderen Regionen Deutschlands und der Stadt manchmal ein fast mediterranes Flair verleiht.




