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Juni 2008 | Artikel

Rich Internet Applications – Ein Überblick Fortsetzung, Teil 3

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Adobe Flex

Anfang März hat Adobe eine Neuauflage seines RIA-Stacks veröffentlicht. Er besteht aus dem Flex 3-SDK, FlexBuilder 3 und BlazeDS sowie Adobe AIR 1.0. Das Flex 3-SDK steht im Sourcecode zur Verfügung und wird unter einer Open-Source-Lizenz veröffentlicht. Flex ist eine Plattform, die es ermöglicht, Flash-Dateien über MXML (Macromedia-XML-Format) und Actionscript 3 zu erstellen. Dies geschieht sehr komfortabel mit dem Flex Builder, der über einen Compiler und Debugger verfügt. In Version 3 wurde FlexBuilder um einen visuellen CSS-Editor und einen Profiler erweitert. Neu sind auch die Refactoring-Möglichkeiten. Die Datagrid-Komponente sowie die integrierten Charts wurden deutlich verbessert.

Mit BlazeDS stehen Teile der Livecycle-DataServices unter einer Open-Source-Lizenz zur freien Verfügung. BlazeDS ist eine hochperformante Lösung, um Java-Backends an Flex-Anwendungen anzubinden. Adobe AIR ist eine Runtime, in der Flex-, Flash- und Ajax-Anwendungen außerhalb des Browsers als Desktop-Anwendungen betrieben werden können.

Adobe untermauert mit diesen Veröffentlichungen seine Führungsposition im Bereich der RIA-Technologien und wird diese sicherlich weiter ausbauen können.

Durch die Akquisition von Virtual Ubiquity wurde die erste Online-Textverarbeitung mit Buzzword gestartet. Die Applikation läuft auf Flash-Basis und enthält diverse Kollaborationsfunktionen. Das Web-Conferencing-Tool Adobe Connect basiert auf "Breeze" von Macromedia. Der Nachfolger a href="http://labs.adobe.com/technologies/brio/" taget="blank">"Brio" befindet sich noch im Betastadium. Die kostenlose Vorabversion erlaubt unlimitierte Online-Meetings mit bis zu drei Teilnehmern. Über den Collaboration-Service Adobe Share können Nutzer Dateien hochladen und darauf gemeinsam zugreifen.

Blist ist eine neuartige Webdatenbankapplikation. Das Besondere an Blist ist das sehr intuitive UI, welches es auch IT-Anfängern ermöglicht, auf einfachste Weise Datenbanken zu erstellen. Das Anlegen und Verwalten von Datenbanken ähnelt der Arbeit mit einem Tabellenkalkulationsprogramm.

Das Online-Bildeditierprogramm Picnik glänzt mit Funktionen, wie sie bisher nur in Desktop-Programmen verfügbar waren. Nachdem Bilder hochgeladen wurden, kann man sie zuschneiden, in der Größe anpassen, rotieren und mit einer Vielzahl integrierter Effekte, Zeichensätze und Formen manipulieren. Auch das automatische Verbessern von Fotos ist möglich.

Eine einfache und kostengünstige Möglichkeit, Flow-Charts, Netzwerkdiagramme, Benutzeroberflächen und Raumpläne online zu editieren, bietet Gliffy. Die freie Version ermöglicht es, bis zu fünf Diagramme zu speichern. Diagramme können über die Kollaborationsfunktionen zusammen mit anderen Personen bearbeitet werden, außerdem kann das Programm für jedes Diagramm einen URL erstellen.

Flex RIAs bieten gute Multimedia- und Streaming-Funktionalitäten. Finetune erlaubt es dem Nutzer, Lieder aus einer riesigen Bibliothek auszusuchen und in Playlists zu speichern. Es kann nach verwandten Liedern, Künstlern, Nutzern und anderen Playlists gesucht werden. Mit dem Finetune-Desktop steht eine ergänzende Adobe-AIR-Applikation zur Verfügung.

Microsoft Silverlight

Microsoft Silverlight ist eine Flex-ähnliche Technologie, die es erlaubt, aufwändige, interaktive Applikationen mittels eines browser- und plattformübergreifenden Plug-ins darzustellen. An der Linux-Kompatibilität wird aktuell noch gearbeitet.

Microsoft .NET Framework, WPF und der XML-Dialekt XAML (Extensible Application Markup Language) bilden die Grundlage für Silverlight. Das .NET Framework muss nicht auf dem Client installiert sein. Sobald die Silverlight-2-Laufzeitumgebung vorhanden ist, sind Silverlight RIAs auf allen Browsern (IE, Firefox, Safari etc.) lauffähig.

Auf der diesjährigen MIX 08 wurde Microsoft Silverlight 2.0 Beta 1 vorgestellt, die signifikante Verbesserungen im Vergleich zur Version 1 bietet. Es gibt eine große Anzahl an neuen Controls wie Buttons, Checkboxen, Slider, Kalender, DataGrids usw. Neu sind die Netzwerkfähigkeiten und die Möglichkeit der Nutzung von LINKQ sowie des lokalen Cache und Datenspeichers. Mit der neuen Version wurden auch Databinding, Templating und Skinning-Funktionen eingeführt. Außerdem wird mit Silverlight 2.0 ein Testing Framework mit einer hohen Anzahl von Unit Tests mitgeliefert.

Entwickler können Silverlight-Applikationen in allen .NET-Sprachen erstellen. Als Werkzeug dient das Visual Studio 2008 oder Microsoft Expression Blend. Ein direktes Gegenstück zu Adobe AIR existiert noch nicht, Silverlight bietet im Moment noch keine Offline-Funktionen.

Auf der offiziellen Microsoft-Website findet sich eine wachsende Anzahl von Links auf Silverlight-Beispielapplikationen, darunter auch Memorabilia 2.0, ein Bereich der Webseite des Hard Rock Cafés. Die darin eingesetzte Technologie Deep Zoom ermöglicht erstaunliche Effekte mit hochauflösenden Bildern. Die Ausstellungsstücke der Rock Stars können auch in hohen Vergrößerungsstufen ohne nennenswerte Performanceeinbuße betrachtet werden.

NBC Universal hat bekanntgegeben, dass aktuell an einem Online-Videoportal zur diesjährigen Olympiade in Peking gearbeitet wird. Dieses Portal (NBCOlympics.com) wird durch Microsofts Silverlight-Plattform aufgewertet. Geplant sind live HD-Videos, Streaming, Clip-in-Clip-Funktionen sowie Interaktivität durch Athletenbiographien, Statistiken und Expertenkommentare.

OpenLaszlo

OpenLaszlo ist eine serverbasierte deklarative Entwicklungsumgebung zur Erstellung von RIAs. Das zuvor unter dem Namen Laszlo Presentation Server bekannte System wurde unter der Common Public License als Open Source veröffentlicht und in "OpenLaszlo" umgetauft.

OpenLaszlo verwendet das gleiche Prinzip wie Flex oder Silverlight: RIAs werden in einer eigenen XML-Sprache mit dem Namen LZX verfasst, ein Java-basierter Generator kann daraus Flash-Bytecode erzeugen. Seit der Version 4.0 unterstützt OpenLaszlo die Generierung von DHTML/Ajax-Anwendungen aus der gleichen LZX-Codebasis. Weitere Player-Typen, wie zum Beispiel für Silverlight, sind in Vorbereitung. Sun Microsystems hat mit dem "Projekt Orbit" einen OpenLaszlo-Player für die Java-Microedition als Proof-of-Concept veröffentlicht. Die Strategie der Generierung von Code für unterschiedliche Zielplattformen ermöglicht es OpenLaszlo, möglichst herstellerunabhängig zu bleiben.

Viele OpenLaszlo-Beispielapplikationen finden sich auf den Demoseiten des Herstellers unter openlaszlo.org/demos.
LZpiX war die erste Anwendung, die sowohl als Flash als auch als Ajax-Anwendung läuft.

  1. http://www.adobe.com/products/air/
  2. http://www.adobe.com/products/flex/
  3. http://opensource.adobe.com/
  4. http://weblogs.macromedia.com/flexteam/
  5. http://flex.org/showcase/
  6. http://www.microsoft.com/silverlight/
  7. http://silverlight.net/
  8. http://silverlight.net/Showcase/
  9. http://gears.google.com/
  10. http://www.laszlosystems.com/
  11. http://java.sun.com/javafx/

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