Mittwoch, 23. Mai 2012


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November 2008 | Artikel

Gespräch mit George F. Colony: Auf dem Weg zu Business Technology Fortsetzung, Teil 3

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In diesem Zusammenhang: Wird SOA wirklich oder ist sie nur ein Wunsch, der sich nie erfüllt?

Colony: Gute Frage. Wenn ich alle 400 Forrester-Analysten in einer Reihe aufstelle und sie frage, "Was ist SOA?", dann werde ich wohl 300 Antworten bekommen. Aber ich will Ihnen meine sehr einfache Antwort geben: SOA ist eine bestimmte Art, Software zu schreiben. Das ist alles. Aber das tolle dabei ist, dass wir damit jetzt eine Standardarchitektur für Software haben. Sodass ich jetzt ein Stück Software für mein System schreiben und es dann nehmen und es in das System meines Kunden einbetten kann. Sodass ich jetzt mein System mit dem meines Kunden durch den Einsatz von SOA sehr, sehr einfach verbinden kann. Ich kann Services an meine Kunden ausliefern, die die Standardarchitektur nutzen. Das ist ein großer Durchbruch. Davon haben wir doch 30 Jahre lang geträumt. Und die Idee der Services ist die Zukunft von allen Unternehmungen.

Wenn ich General Electric bin, dann verkaufe ich nicht einfach nur Triebwerke an die Lufthansa. Wenn die Lufthansa erst einmal ein Triebwerk gekauft hat, dann werde ich als GE der Lufthansa dabei helfen wollen, dieses zu warten, Ersatzteile zu liefern, zu schulen, zu reparieren usw. Und um das zu tun, will ich, dass ein Teil meines Systems in das der Lufthansa eingebettet ist. Sodass ich weiß, wenn ein Triebwerk ein Problem hat und ich dafür sorgen kann, dass meine Techniker vor Ort sind, wenn die Maschine in Frankfurt landet. Das ist der Grund, warum ich glaube, dass SOA der Schlüssel für zukünftige Geschäftsmodelle ist. Was auch bedeutet, dass dann jeder im Servicegeschäft ist. Der Kernpunkt dabei sind Standards wie XML. Schauen Sie sich beispielsweise das Web an. Das Web hat uns eine Standardtransportschicht gegeben. Früher gab es so einen Standard nicht. Und das bedeutet für Microsoft heute auch eine große Herausforderung. Denn Software ist nicht mehr nur auf glänzenden Scheiben für 300 Dollar das Stück zu haben, sondern ist über das Internet verfügbar.

Denken Sie, es wird in der Zukunft noch Softwarelizenzen geben, angesichts der Tatsache, dass Konzepte wie SaaS immer populärer werden?

Colony: SaaS ist ein sehr rudimentärer und einfacher Ansatz Software zu erstellen, weil das Web sehr einfach ist. Im Wesentlichen hat das Web heute 97 Prozent der Prozesspower auf dem Server und nur 3 Prozent auf dem Client. Aber das ist unsinnig, da der Client immer intelligenter wird. Daher glaube ich, dass das Web eine tote Technologie ist – es wird durch eine neue Technologie ersetzt werden, die über das Internet läuft und mit der ausführbare Programme (Executables) nicht nur auf dem Server, sondern auch auf dem Client laufen. Und es wird die Möglichkeit geben, diese Executables frei zu verteilen, sodass sie synchronisiert auf Server und Client laufen. Wir nennen das Interactive Computing oder Executable Internet. Ich denke daher, dass SaaS nur für eine kurze Zeit quasi als Brücke in die Executable-Internet-Welt dienen wird.

Tatsächlich können wir das jetzt schon an Google Earth und Google Maps sehen. Google ist das Unternehmen, das das Executable Internet versteht und vorantreibt. Und das ist ein großes Problem für Microsoft. In gewisser Weise ist Executable Internet SOA richtig umgesetzt und stark BT-bezogen.

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