Zunächst einmal ist kurz festzuhalten, dass die einzigen wahrnehmbaren Änderungen zwischen der (kommerziellen) Version 2.0.1 und der (freien) Version 2.0.2 zum Einen die Änderung der Lizenzbedingungen und zum anderen die Integration der tc Server Tools in die Plattform sind. Und was besagt die neue Lizenz: Die STS ist frei benutzbar, aber nicht Open-Source, d.h. es ist insbesondere nicht erlaubt, die STS an Dritte weiter zu verkaufen oder auf anderem Wege weiter zu verteilen.
Wichtiger als diese Minimaländerungen am Umfang der STS erscheint aber das Potenzial, dass sich mit der zukünftigen Veröffentlichung als kostenfreies Werkzeug ergeben:
Die STS wird mit ihren erweiterten Möglichkeiten einer wesentlich breiteren Benutzerbasis zur Verfügung gestellt. Die Benutzer profitieren von den nützlichen Zusatzmodulen, die bislang Bezahlkunden vorbehalten waren – exzellente Tutorials, Architektur-Support (der berühmte "Spring Consultant out of the Box", den Project Lead Christian Dupuis immer wieder gerne zitiert), sowie der Fehleranalyse zur Laufzeit. Diese Features wurden bereits hinlänglich in anderen Artikeln behandelt, so dass wir sie nicht weiter betrachten wollen. Es sei aber der Hinweis erlaubt, dass damit einer breiteren Menge von Programmierern ermöglicht wird, nicht nur theoretisch auf Basis von Spring wesentlich bessere und leistungsfähigere Anwendungen zu erstellen, sondern sie zudem dabei auch praktisch in ihrer alltäglichen Arbeit sehr gut unterstützt werden. Und so manche Einführungsschulung kann man eventuell sparen, da die Tutorials schnellen Zugang zu spezialisierteren Themen bieten.
SpringSource erhält zur STS aufgrund der jetzt größeren Anwenderbasis mehr Feedback. Dies wird der Qualität der STS sicher gut tun – Usability-Probleme werden ebenso wie Performance-Engpässe in der Anwendung schneller aufgedeckt werden und auch die kleineren Fehler, die sich in diesem komplexen System verbargen, sollten in Zukunft schneller identifiziert und behoben werden können.
Die Abstimmung der verschiedenen heute im Gebrauch befindlichen Plug-ins untereinander wird fortan harmonischer verlaufen. Ist die Spring IDE nur ein Plug-in für Eclipse, so erhält man mit STS eine vollständige Eclipse-Distribution, in der eine Vielzahl nützlicher Plugins in aufeinander abgestimmten Versionen bereits vorkonfiguriert sind.
So entsteht zunächst einmal eine exzellente Win-Win-Situation für beide Seiten. Zudem kann man sich auch erhoffen, dass bei verbreiteter Benutzung die Priorisierung der zukünftigen Features stärker basisdemokratisch erfolgen kann – denn noch warten sehr viele kleine wie große Ideen darauf, in der STS umgesetzt zu werden, um die allgemeine Produktivität noch weiter zu steigern. Die folgenden wesentlichen Features, die Version 2.0 der STS Einzug gehalten haben, sollten hinreichende Motivation sein, um die STS auszuprobieren:
- Grafische Unterstützung bei der Erstellung von XML-Konfigurationen
- Online-Validierung von XML-Eingaben während des Tippens inklusive kontext-sensitiver Hilfen mit Verbesserungsvorschlägen
- Unterstützung bei der Arbeit mit OSGi durch verschiedene Visualisierungstools für Abhängigkeiten und durch Werkzeuge zur Konfiguration von OSGi-Bundles und –Abhängigkeiten
Durch die freie Verfügbarkeit der STS wird zukünftig zudem der Test von Milestones und Release Candidates vereinfacht, zumal die folgenden angekündigten Features für das 2.1 Release schon jetzt Lust auf mehr machen:
- Templates, um Spring-Projekte noch schneller starten zu können,
- Integration der Spring Roo Shell, um auch mit diesem neuen Werkzeug einen schnellen Einstieg zu haben,
- Deployment und Cluster Management von dm und tc Server in der Amazon EC2 Cloud
- Integration von dm und tc Server in Eclipse
Insgesamt also wichtige Schritte für eine flächendeckende Verbreitung der STS und ein vielversprechender Anfang für noch leichtgängigere Spring-Projekte.




