Wie viele andere Unternehmen wurden auch wir von der gegenwärtigen Finanz- und Wirtschaftskrise erfasst. Wir verzeichnen einen Mitgliederverlust, der sich sowohl auf die Zahl der strategischen, als auch auf die Zahl der Mitglieder in den anderen Tiers auswirkt. Dieser Verlust fällt in Nordamerika stärker aus als in Europa. Hier konnten wir sogar in den Monaten Januar bis März einige neue Mitglieder gewinnen. Und es sieht so aus, als kehre sich der Trend auch in Nordamerika wieder langsam um. Sicher ist jedenfalls, dass sich die Zusammensetzung unserer Mitgliedschaft ändert. Wurde diese in den Anfangsjahren von großen Softwareunternehmen dominiert, so sehen wir nun Wachstum gerade bei den Spezialisten: kleine und mittelständische Unternehmen, die sich hinreichend gut spezialisiert haben, um schnell und effizient Lösungen zur Verfügung zu stellen, sei es im RCP-, Runtime- oder Modeling-Umfeld.
Wahrscheinlich erscheint mittlerweile, dass unser neues Industry-Working-Group-(IWG-)Konzept erfolgreich sein wird. Mit Research in Motion (RIM) konnten wir den ersten Upgrade eines Solution Members zum Enterprise Member verzeichnen. Und der Grund für RIM war ganz klar: Die Kanadier möchten in der Pulsar IWG eine führende Rolle spielen! Die Gründung weiterer IWGs steht meiner Meinung nach ante portas.
Industry Working Groups
Was ist nun also eine Industry Working Group? Die ersten Diskussionen hierzu wurden im Umfeld der Eclipse-Health-Care-Initiative geführt. Wir mussten verstehen, dass Projekte und Top-Level-Projekte zwar geeignet sind, um technische Inhalte abzugrenzen. Nicht hinreichend sind sie jedoch für die Aufgabe, einen Raum für die Kollaboration einer Interessengruppe zu schaffen.
Hier stellten wir fest, dass solche Gruppen zusätzliche Anforderungen haben: Neben einem eigenen Branding (z. B. Pulsar) ist oft auch eine Spezialisierung des Governance-Modells sowie die Erarbeitung einer eigenen Charter nötig. Und es muss auch ein Modell für die Kollaboration in diesen Gruppen geschaffen werden, das die Interessen der Auftraggeber berücksichtigt. Diese Auftraggeber wollen unter Umständen keine eigene Entwicklung leisten, sondern Entwicklung durch entsprechendes Funding anregen.
Seit diesen frühen Diskussionen haben wir das Modell weiter verfeinert. Mit der Pulsar Working Group, bei der Hersteller aus dem Bereich der mobilen Kommunikation kollaborativ die Basis für ein Mobile Application Toolkit erstellen, werden wir weitere Erfahrungen sammeln können.
Veranstaltungen
Mit der EclipseCon im März und JAX / EFE (Eclipse Forum Europe) konnten – trotz anhaltender ökonomischer Krise – zwei wichtige Konferenzen erfolgreich durchgeführt werden. Während wir bei der EclipseCon einen Rückgang an Teilnehmern zu verzeichnen hatten, lagen die Besucherzahlen bei JAX/EFE nach Aussagen der Veranstalter annähernd auf dem Niveau des letzten Jahres. Beide Konferenzen konnten indes durch ein reichhaltiges Programm, interessierte Teilnehmer und gut besetzte Show Floors überzeugen. Bei der JAX/EFE gefiel mir besonders der neue Veranstaltungsort Mainz. Nicht so gut gefiel mir der schwächliche Besuch beim Eröffnungspanel zur EFE, bei dem Sebastian Meyen Jochen Krause und mich "grillte". Hier hätte ich mir mehr Beteiligung und auch eine regere (und durchaus auch kontroversere) Diskussion gewünscht. Mit der EclipsIST wurde dann in Istanbul der Reigen der europäischen Eclipse-Day-Serie eröffnet. Auch hier fanden wir dasselbe Bild: Ein leichter Rückgang der Besucherzahlen, aber trotz der äußeren Umstände ein informiertes Fachpublikum, das ein interessantes Programm genießen durfte.




