Was ist neu?
Beim ersten Aufruf auf dem Mac fällt zunächst das neue Look-and-Feel auf, das deutlich aufgeräumter wirkt als in Version 6.5. Beim Layout ist im Wesentlichen alles beim Alten geblieben. Einzig in der Menüleiste ist die Kategorie Versioning gegen Team ersetzt worden und hier sind auch die wichtigsten Änderungen zu finden. Das Hauptaugenmerk dieser Version ist bei der Teamarbeit zu finden. Drei wesentliche Features sind unter dem Stichwort "Connected Developer Tools" neu hinzugekommen, die Integration mit den Bug Trackern Bugzilla und Jira, Support für die Projektplattform Kenai und ein Plug-in für die Arbeit mit dem Continuous-Integration-Server Hudson. Die Maven-Unterstützung ist noch einmal verbessert worden und ist nun Teil der Standarddistribution. Und obwohl sie nicht im Fokus dieses Release steht, hat auch die NetBeans Rich Client Platform gleich eine ganze Reihe von Verbesserungen erfahren.
Projekt Kenai
Im Unterschied zur java.net Community ist die Software hinter Projekt Kenai eine Eigenentwicklung von Sun. Bislang ist das Projekt im Betastadium, unterstützt jedoch bereits viele interessante Features wie Projekt-Wikis, eine Chatfunktion und die Unterstützung für Mercurial, GIT und Subversion. Die Idee des Projekts ist es, Web-2.0-Features auf die Open Source Community zu übertragen und eine modernere Variante der klassischen Forge zu entwickeln. Dabei soll auch Suns Cloud eine wichtige Rolle spielen. Das Killerfeature für dort gehostete Projekte ist die Möglichkeit, eine eigene Hudson-Instanz als Continuous-Integration-Server für das Projekt einzurichten, wie das auf der diesjährigen JavaOne angekündigt wurde. Nun kommt noch die nahtlose Integration mit NetBeans dazu.
Wer sich nicht für das Projekt Kenai interessiert, wird kaum etwas von der eingebauten Funktionalität bemerken. Bis auf einen Untermenüeintrag im neuen TEAM-Menü ist zunächst nichts davon zu sehen. Sobald man sich jedoch eingeloggt hat ( TEAM | MENU | LOGIN ), erscheint ein neuer Reiter im Explorer-Bereich (Abb. 1.). Von dort aus lassen sich Sourcen herunterladen und als Projekte öffnen. Das Wiki und die Downloadseite kann bislang nur im Browser geöffnet werden, für die Issue Tracker Bugzilla und JIRA gibt es ein integriertes User Interface. Die Bugzilla Unterstützung ist per Default mit dabei, JIRA-Unterstützung kann mit wenigen Klicks nachinstalliert werden. Als Project Owner kann man für seine Community einen Chat einrichten, auch hierfür ist ein Client in die IDE eingebaut. Projektnews werden über Taskbar Icons gemeldet.
Wer ein eignes Projekt auf Kenai erzeugen will, benötigt dazu eine Einladung eines anderen Projektbesitzers. Danach ist alles sehr einfach. Entweder man fängt bei Null an und lässt sich von einem zweiseitigen Wizard durch den Prozess führen ( TEAM | KENAI | NEW KENAI PROJECT ) oder man lädt einfach ein lokales Projekt hoch (Abb. 2.).
Zu den Kinderkrankheiten des Plug-ins zählt, dass sich in letztem Fall das Versionierungssystem nicht auswählen lässt. Hier wird per Voreinstellung Subversion verwendet, obwohl Kenai auch JIT und Mercurial unterstützt. Auch beim Bug Tracker gibt es keine Auswahlmöglichkeit, obwohl sowohl JIRA als auch Bugzilla von NetBeans und Kenai unterstützt werden. Ansonsten wirkt die Integration recht ausgereift. Da sich nicht jeder Benutzer für Kenai interessieren wird, wäre es vielleicht ausreichend gewesen, die Funktionalität über das Plug-in-Center zur Verfügung zu stellen. Immerhin macht sich das Plug-in auf Grund der dezenten Integration bei Nichtverwendung nicht unangenehm bemerkbar.




