Falls für eine Anwendung überprüft werden soll, ob sie die Anforderungen von Windows 7 erfüllt, oder ob sie sich an die Best Practices zur Entwicklung von Software auf der Windows-Plattform hält, bietet Microsoft in der MSDN das kostenlose „Windows 7 and Windows Server 2008 R2 Application Quality Cookbook“ an. Sofern man sich während der Entwicklung einer Anwendung an die in diesem Dokument genannten Regeln hält, fällt es zudem leicht, die eigene Anwendung von Microsoft als kompatibel zu Windows 7 zertifizieren zu lassen. Unter Windows Vista gab es bislang zwei verschiedene Logos, die diesen Zweck erfüllt haben: Das schwarz-weiße „Works with Windows Vista“-Logo, das Hersteller beantragen konnten, nachdem sie selbst ihre Anwendung getestet und für Vista-tauglich befunden haben, und das bunte „Certified for Windows Vista“-Logo, das erst nach umfangreichen und kostenpflichtigen Tests durch Veritest und Microsoft vergeben werden konnte. Beide Logos sind in Abbildung 1 dargestellt.
Das schwarz-weiße Logo wird es unter Windows 7 nicht mehr geben: Hier muss jede Anwendung, die zertifiziert werden soll, den vollständigen Test für das „große“ Logo (das nun den Namen „Compatible with Windows 7“ trägt und in Abbildung 2 dargestellt ist) durchlaufen und erfolgreich bestehen. Um Entwicklern diese Herausforderungen zu erleichtern, hat Microsoft die Anforderungen allerdings kompakter gestaltet: So wurde die Anzahl der notwendigen Tests deutlich verringert – zudem ist die Überprüfung seitens Microsoft zukünftig kostenpflichtig.
UI
Bereits auf den ersten Blick fällt auf, dass Microsoft Änderungen am User Interface von Windows 7 vorgenommen hat: Die klassische Taskleiste, die in nahezu unveränderter Form seit Windows 95 bestand, ist einer höheren Leiste namens „Superbar“ gewichen (Abbildung 3). Die augenscheinlichste Neuerung ist, dass die einzelnen Symbole über keinen Text mehr verfügen. Neben den bereits aus Windows Vista bekannten Neuerungen wie beispielsweise Live Previews sind in Windows 7 für Entwickler im Hinblick auf die Superbar jedoch vor allem zwei Aspekte interessant, nämlich die so genannten Jumplists sowie der überarbeitete Systemtray.
Der Systemtray hat sich im Vergleich zu Windows Vista ebenfalls drastisch verändert, obwohl die wesentliche Änderung nicht zwingend sofort ins Auge fällt: Windows 7 zeigt im Systemtray nur noch einige ausgewählte Symbole an, unter anderem die Energie-, Audio- und Netzwerkoptionen. Alle Anwendungen, die eigene Symbole im Systemtray ablegen, werden per Default ausgeblendet und nur dann eingeblendet, wenn der Anwender dies manuell aktiviert. Wurde der Systemtray bislang also genutzt, um beispielsweise auf Statusänderungen oder neue Updates hinzuweisen, so funktioniert dies nun nicht mehr zuverlässig. Stattdessen sollten Overlays über das in der Superbar befindliche Anwendungssymbol genutzt werden – auf diese Art zeigt beispielsweise auch der Windows Live Messenger in Windows 7 den Onlinestatus an. Auch hierzu finden sich in oben genanntem Code Pack entsprechende Beispiele.




