Das wichtigste für mich ist aber das Networking, der Austausch mit Kollegen und Freunden und immer wieder passiert es wie gestern, dass ich jemanden "live" sehe, den ich bereits seit Jahren nur per eMail und Forumsaustausch kannte: Karsten Klein, den Entwickler von "Hybridlabs", einem Sourcecode – Beautifier, der dafür sorgt, dass generierter Code auch akzeptiert wird, weil er gut lesbar ist.
Aber natürlich habe ich auch ein paar Sessions besucht ;-) Als erstes hat mich "High Performance Event- and Data-driven Architecture with OSGI, CEP, and CEDA" von Iran Hutchinson interessiert. Der Vortrag war thematisch hoch interessant, da es in heutigen Business Enterprise Anwendungen immer mehr Szenarien gibt, wo auf Events reagiert werden muss. Der Vortrag erklärte u.a. den Einsatz der "Esper Complex Event processing engine" und enthielt auch Codebeispiele zum Nachvollziehen. Einziger Schwachpunkt der Session waren die Slides: bis in den letzten Winkel vollgepackt mit Text und Grafiken, sodass die Übersichtlichkeit verloren ging.
Ganz im Gegensatz dazu eine hervorragend präsentierte Session über "Business Rules: Bandbreite ihres Einsatzes aus Architektursicht" von Gernot Starke und Markus Schärtel. Im Rahmen meiner Enterprise-Projekte beschäftige ich mich bereits seit einiger Zeit intensiv mit Drools – einer Open Source Rules Engine – und war gespannt auf den Vortrag. Neben Drools als Open Source Lösung wurde gezeigt, wie Visual Rules als kommerzielles Produkt die Akzeptanz im Fachbereich erhöht. Die Session war sehr gut besucht, was zeigt, dass es viel Interesse gibt, komplexe Businesslogik in Rules Engines auszulagern. Die Vor- und Nachteile wurden von den beiden Speakern detailliert erklärt.
Die Keynote von Adam Bien war ein Highlight des Tages. Ich mag die lockere Art, mit der Adam Bien es versteht, sein Publikum zu fesseln. Er wagte nach einer Bestandsaufnahme auch einen Blick in die Zukunft, wo Java EE6, EJB 3.1, JAX-RS, Spring und Scala gut aufgestellt sein werden. Nicht einverstanden bin ich aber mit Adam Bien's Einordnung und Gewichtung von OSGi: Wenn ich die Slides richtig verstanden habe, sieht Adam in der Zukunft OSGi als Standard im Rahmen von JSR 294. Die Diskussion dieser Thematik würde aber den Rahmen eines kurzen Berichts von der W-JAX sprengen.
Die letzte Session für mich war der Vortrag von Karsten Thoms über ein MDSD-Projekt an der Deutschen Börse. Da ich auch bereits seit Jahren mit openArchitectureWare arbeite, war es natürlich gut zu sehen, dass oAW bei einem solch großen und komplexen Projekt zum Einsatz kommt. Karsten wies mehrfach darauf hin, wie wichtig es ist, dass ein Referenzmodell gepflegt wird, mit dem sich alle Kombinationen aus dem realen Projekt darstellen, generieren und testen lassen.
Heute werde ich mir "Scala the next five years" und "OSGi PerformanceBlockers" anhören. Abends in der Nightschool zeige ich dann, "Was man mit EMF alles machen kann: Business UI's modellgetrieben" - wer sehen möchte, wie man Designänderungen an SWT Views "live" in aktive RCP-Anwendungen pusht, der sollte trotz der späten Stunde vorbeischauen.
Ekkehard Gentz ist freiberuflicher Softwarearchitekt und seit 30 Jahren im Umfeld von Businessanwendungen (ERP) tätig. Schwerpunkte sind modellgetriebene Entwicklung und OSGI Anwendungen. Ekkehard ist Committer im Eclipse Riena Projekt.




