Für die Java-Entwicklung wurde das Eclipse Java-Development-Tools-(JDT-)Projekt aus der Taufe gehoben, das als erstes Anwendungsbeispiel für die grundsätzlich offene Eclipse-Plattform fungierte. Daniel Megert war von Anfang an im OTI-Entwicklerteam dabei und ist als Eclipse Project Committer der ersten Stunde und Co-Lead des Eclipse-JDT-Projekts prädestiniert dafür, in unserem interaktiven IDE-Vergleich die Eclipse-Position zu vertreten
JAXenter: Hallo Herr Megert. Worauf wurde bei der Entwicklung der Eclipse IDE und der Java Development Tools besonderen Wert gelegt?
Daniel Megert: Unser Ziel war es, eine betriebssystemunabhängige, erweiterbare Plattform für viele verschiedene Werkzeuge zu schreiben, welche gemeinsam darauf zusammenleben können und sich nahtlos integrieren. JDT war als erste exemplarische Anwendung auf dieser Plattform gedacht.
Hauptanliegen waren die Erweiterbarkeit durch sogenannte Extension Points und die Skalierbarkeit dadurch, dass ein Plug-in nur auf Verlangen geladen wird. Dabei war es uns ein großes Anliegen, dass die verschiedenen Komponenten nur über Eclipse APIs aufeinander zugreifen.
Es wurde großes Gewicht darauf gelegt, dass jedes Stück Code auch irgendwo benutzt wurde und dass man jeden Tag mit der neusten Version arbeitete, ganz nach dem Moto "eat your own dog food". Beim Entwicklungsprozess wurde streng darauf geachtet, dass gemeinsam und offen geplant wurde und nach jedem sechswöchigen Meilenstein auch tatsächlich etwas Brauchbares und gut Getestetes abgeliefert wurde.
Durch Newsgroups und Bugzilla haben wir andere Teams innerhalb und ausserhalb IBM früh eingebunden, um direktes Feedback von unseren Benutzern zu erhalten. Dadurch waren wir gut vorbereitet, als das Projekt unter dem Namen Eclipse Open Source wurde. Unsere Erfahrungen haben wir genutzt, um eine große Community rund um Eclipse aufzubauen.
JAXenter: Wo liegen aus Ihrer Sicht die Stärken von Eclipse JDT gegenüber anderen IDEs?
Daniel Megert: Eine besondere Stärke liegt an der Fülle von Werkzeugen, die der Entwickler beim Schreiben von Code zur Hand hat: Da sind natürlich der kontextsensitive Content Assistant und viele wertvolle Refactorings, was die meisten IDEs bieten. Dazu kommen aber auch viele intelligente Quick Assists und Quick Fixes. Das Lesen von Code wird erleichtert durch Quick Outline und Quick Type Hierarchy sowie Code Hovers, mit denen man interagieren kann (z.B. im selben Javadoc Hover weiter navigieren).
Ein weiterer großer Vorteil ist der einzigartige inkrementelle Java Compiler (ECJ), welcher auch ausserhalb der IDE genutzt werden kann. Dieser erlaubt es auch, viel toleranter auf Typfehler im Code zu reagieren.
Natürlich spielt auch die Erweiterbarkeit und die große Community von Eclipse eine große Rolle: die Extension Points in Kombination mit den stabilen Eclipse APIs ermöglichen den Plug-in-Entwicklern, das bestehende System zu erweitern und erlaubt es, dass man aus einer riesigen Fülle von Plug-ins auswählen kann, wenn es darum geht, die eigene IDE zu erweitern. Dabei helfen die Eclipse API Tools, dass die API-Regeln beachtet werden.
Der Hauptvorteil ist jedoch, dass man all dies unter einer Open-Source-Lizenz nutzen darf und wegen der Produkt-freundlichen Lizenz (EPL) auch selber in eigene Produkte integrieren kann.
Interaktiver IDE-Vergleich: Spielregeln
1. Runde: Wir stellen die drei selben kurzen Fragen an je einen Vertreter von NetBeans, IntelliJ IDEA und Eclipse.2. Runde: Geben Sie über die JAXenter-Kommentarfunktion Ihr Feedback zurück an die IDE-Entwickler!
3. Runde: Die IDE-Entwickler reagieren auf Ihr Feedback und beantworten Ihre Fragen!
Darüberhinaus können Sie auch in unserem Quickvote Ihre Stimme abgeben: Welche ist Ihre bevorzugte Java IDE?
Machen Sie mit!




