Mittwoch, 23. Mai 2012


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Februar 2010 | Artikel

Interaktiver IDE-Vergleich: Ergebnisse - IntelliJ IDEA Fortsetzung, Teil 2

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JAXenter: Piero Sartini übt Kritik am Plug-in-Repository von IntelliJ IDEA:

Was mehr Kritik verdient ist das Plug-in Repository. Hier tummeln sich inkompatible Versionen und teilweise auch Plug-ins, welche schon Ewigkeiten im Core integriert sind. Piero Sartini

Roman Strobl: Diese Kritik nehmen wir an. Tatsächlich wird die Plug-in-Kompatibilität normalerweise von den Plug-in-Entwicklern definiert, und wir bei JetBrains sehen uns nicht in der Lage, jedes Plug-in herunterzuladen und gegen die vielen verschiedenen Versionen zu testen. Eine solche saubere Haushaltsführung würde zu viel Zeit in Anspruch nehmen. Wir denken statt dessen daran, ob wir den Endanwendern die Möglichkeit geben können, Plug-ins als zu gewissen Versionen inkompatibel zu markieren. Was halten Sie von dieser Idee?

JAXenter: Zwei Fragen stellt Piero Sartini noch:

Meine Fragen sind also auch: - wieso ist IDEA im Vergleich zur Konkurrenz derart träge? Wann wird der Plug-in-Mechanismus endlich modernisiert? Piero Sartini

Roman Strobl Ich schätze, auf eine falsche Frage gibt es keine richtige Antwort. Bei jedem Perfomance-Problem empfehle ich, den JetBrains-Support zu kontaktieren, der erklären kann, wie man Performance-Snapshots aufzeichnet, die von unseren Entwicklern analysiert werden können.

Ich denke, unser Plug-in-System ist umfassend und sehr mächtig. Vermissen Sie eine bestimmte Funktion? Das System wird ohnehin ständig weiterentwickelt, sodass es unwahrscheinlich ist, dass es jemals eine "finale" Modernisierung geben wird.

JAXenter: Kann IntelliJ den hohen Qualitätsstandard in den verschiedenen Versionen von IDEA halten?

Besteht durch die unterschiedlichen Editionen (Community Edition und Ultimate Edition) die Gefahr einer minderen Qualität der gesamten Plattform? Anders gefragt, ist die Community Edition lediglich die Ultimate Edition, jedoch mit weniger Features und IntelliJ wird weiterhin einheitlich entwickelt, so dass alles dem gleichen Qualitäts-Standard entspricht? David Linsin

Roman Strobl: Beide Editionen (genauso wie RubyMine, WebIDE, PyCharm und die ObjectiveC IDE) basieren auf denselben Sourcen, lediglich einige Module wurden hinzugefügt bzw. weggelassen. Ein Qualitätsverlust bei bestimmten Editionen dürfte also schwierig sein, angesichts der Tatsache, dass der Quellcode im Grunde derselbe ist.

JAXenter: Dominik Hofmanns abschließende Frage nach der Sinnhaftigkeit eines multiplen IDE-Einsatzes, die auch schon Aljoscha Rittner beantworten durfte, geht nun auch an Roman Strobl:

Was steigert Ihrer Meinung und Erfahrung nach die Produktivität in einem Projektteam mehr? Wenn jeder Entwickler seine Lieblings-IDE verwendet, oder wenn es eine einheitliche IDE im Unternehmen oder Projekt gibt? Dominik Hofmann

Roman Strobl: Wir nutzen alle IntelliJ IDEA in unserem Team, ich kann hier also nur raten. Solange ein Projekt vernünftig strukturiert ist, wird die Verwendung mehrerer IDEs keine Belastung darstellen, da das Arbeiten mit einem vertrauten Werkzeug oft produktiver ist. Außerdem erzeugen Vorschriften - sei es eine Begrenzung auf 80 Zeilen Code oder die Verwendung einer bestimmten IDE - nur unnötigen Druck und Ärger im Team. Andererseits sollte jeder so offen sein, um von den anderen Team-Mitgliedern zu lernen. In einer idealen Welt beginnt man also mit verschiedenen IDEs im Team und einigt sich dann schließlich auf eine einzige, weil gerade diese am besten zum Projekt und dem eigenen Workflow passt.

JAXenter: Vielen Dank an alle Kommentatoren und an Roman Strobl für seine ausführlichen Antworten!

Roman Strobl arbeitet bei JetBrains als Technology Evangelist. Er besitzt über 12 Jahre Erfahrung in der Softwareentwicklung mit Java und verschiedenen dynamischen Sprachen. Bevor er zu JetBrains kam, arbeitete er bei Sun Microsystems in den Projekten NetBeans und OpenSolaris. Roman ist regelmäßig Speaker auf Konferenzen wie der Community One, Sun Tech Days, verschiedenen Java-Events und JUG-Treffen. Er gründete die tschechische Java User Group und unterstützt die tschechische Java-Community.

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Kommentare

Gravatar Thorsten Göckeler 10.02.2010
um 12:44 Uhr
Auf die Frage "Warum ist das Metaverzeichnis .IntelliJIdea so groß?" wurde geantwortet "Das Metadirectory enthält ... . Diese Inhalte ... brauchen natürlich ihren Platz. Aber ist das denn ein Problem?"

Ja, das ist es. Solange das Verzeichnis im Home-Verzeichnis abgelegt wird, und der Anwender wie in vielen Unternehmen üblich ein "Roaming Profile" hat, d.h. das Profil wird mit dem zentralen Server abgeglichen, muss auch .IntelliJIdea beim Start und beim Herunterfahren des Rechners mit dem Netzlaufwerk abgeglichen werden.

Und das kann dann schon mal eine Weile dauern, oder gar nicht funktionieren, weil das Netzlaufwerk mal wieder keinen Platz hat.

Das Problem ließe sich aber leicht beseitigen: Indem der Anwender ein Verzeichnis definieren darf, in dem die temporären Daten abgelegt werden. Solange hier keine Angabe gemacht wird kann das ja durchaus das Home-Verzeichnis sein. Es muss sich halt nur verschieben lassen.
#zitieren
Gravatar Jo. 11.02.2010
um 11:37 Uhr

Thorsten Göckeler:
...
Das Problem ließe sich aber leicht beseitigen: Indem der Anwender ein Verzeichnis definieren darf, in dem die temporären Daten abgelegt werden. Solange hier keine Angabe gemacht wird kann das ja durchaus das Home-Verzeichnis sein. Es muss sich halt nur verschieben lassen.


Schau mal in die Datei "bin/idea.properties". Dort kannst Du die Verzeichnisse konfigurieren.
#zitieren