Während die EclipseCon zu einer der größten Konferenzen geworden war, die ich besucht habe, erscheint sie mir dieses Jahr wieder ein wenig kleiner. Das liegt wohl auch an den kleineren Konferenzräumen und dem deutlich kleineren Ausstellungsbereich. Auch einen Bookstore suche ich vergebens.
Aber letztendlich kommt es ja nicht auf die Größe an. Der Inhalt zählt - und die vielen interessanten Menschen, die man auf der EclipseCon trifft und von denen man immer wieder lernen kann. Und lernen konnte man dieses Jahr auf der EclipseCon tatsächlich wieder viel. Die zweistündigen Tutorials, beispielsweise zu p2, OSGi oder Git/EGit, waren super gut besucht. Die unterschiedlich langen Vorträge deckten ein breites Spektrum an Themen rund um das Eclipse-Ecosystem ab. Prominent vertreten waren natürlich e4 und Modeling, aber auch zum Thema Enterprise OSGi gab es eine ganze Reihe von Vorträgen.
Zu meinen absoluten persönlichen Highlights gehörte dieses Jahr die Keynote von Jeff Norris von den NASA Jet Propulsion Laboratories. Wann sieht man schon einmal eine unglaublich unterhaltsame Keynote, bei der man über eine Live-Video-Schaltung in die NASA-Labs die nächste Generation der Mars- und Mond-Roboter in Aktion sehen kann, bei der die Abschluss-Diskussion zwischen dem Redner und einem kleinen Lego-Mindstorm-Roboter (gesteuert per Handschuh) stattfindet und dabei auch noch diverse Eclipse-Technologien zum Einsatz kommen?
Ein weiteres Hightlight dieser EclipseCon war die e4-Marsrover-Challenge. Mit einer e4-Anwendung konnten die Teilnehmer in einer kleinen Arena einen Lego-Mindstorm-Roboter steuern und mussten möglichst viele Punkte sammeln. Dabei konnte die e4-RCP-App nach Belieben erweitert oder verändert werden, um den Roboter möglichst effizient steuern zu können. Im Laufe der vier Tage ist noch ein iPhone-Client und eine Steuerung per Gamepad implementiert worden. Absolut beeindruckend! Eine echte Hammer-Aktion, die von den NASA-Leuten rund um Jeff Norris und den e4-Leuten rund um Boris Bokowski auf die Beine gestellt wurde.
Auffallend ist auch, dass andere Sprachen mehr und mehr zu einem Thema werden. Nachdem die Unterstützung anderer Sprachen innerhalb des Eclipse-SDKs nie wirklich die Qualität und den Umfang des Java-Toolings erreichen konnte, zeichnet sich Licht am Ende des Tunnels ab. Vor allem im Bereich JavaScript: Sowohl das Tooling hat sich deutlich verbessert, als auch die Möglichkeit, OSGi-Bundles mit JavaScript zu implementieren.
Das klingt aus Sicht der Java-Welt erst einmal ganz lustig, aus Sicht der JavaScript-Welt ergeben sich aber interessante Möglichkeiten.
Ähnlich den Bemühungen aus dem CommonJS-Projekt erlauben JavaScript-basierte OSGi-Bundles, klare Sichtbarkeiten und Abhängigkeiten für JavaScript-Module zu definieren und gezwungenermaßen einzuhalten. Gerade für Server-seitige JavaScript-Anwendungen könnte das eine wichtige Grundlage für größere Anwendungen bieten.
Danke an alle, die wieder eine tolle Konferenz auf die Beine gestellt haben. Und bitte, bitte, bitte: Lasst wieder Don Smith die Announcements vor Ort machen. Unterhaltsamer geht es nicht! :-)









