ALM und Continuous Integration
So wie sich Oracle zu Maven und dem von Sun unterstützten Hudson CI Server bekannte - und sie quer durch die drei IDE Tools, die man inzwischen sein eigen nennt (JDeveloper, NetBeans und Eclipse Tools für GlassFish bzw. Oracle), als Mittel zur Kompatibilität nutzt - genauso willkommen sind beide in der Eclipse Foundation: gerade wenn es darum geht, den immer noch problembehafteten P2-Mechanismus zu verbessern oder diesen spätestens in e4 durch neue Technologien abzulösen. B3 ist eines der Schlagworte bei den Eclipse-Teilprojekten. Offiziell bei EMF angesiedelt, dient hier eben ein EMF/Ecore-Modell zur Definition des Buildvorgangs und der nötigen Artefakte. P2 und Buckminster bilden die Basis oder, wenn man so will, Vorläufer dafür. Weitere wichtige Partner sind Maven, Java WebStart (JNLP) zum Erstellen eines Launchers bzw. Startscripts für eigene Eclipse-Anwendungen, sowie Hudson als CI Tool. Einige Projekte bei eclipse.org verwenden heute bereits ihren eigenen Hudson Server. Am Weg zu e4 dürften weitere folgen. Maven, Sonatype (die Firma von Maven-Hauptbegründer Jason van Zyl mit Tools wie m2eclipse, Tycho oder Nexus) wollen, ähnlich wie es etwa VMWare mit Virgo (ehemals SpringSource dm Server) getan hat, weitere Projekte der Eclipse Foundation spenden. Während also Runtime-Umgebungen wie Jetty oder Virgo/Equinox die Ausführung von OSGi Bundles und kompletter Eclipse-Anwendungen auch am Server unterstützen, dienen Tools wie b3 oder die Projekte von Sonatype und anderen Partnern der Herstellung solcher Bundles, Plug-ins oder Features. Mit Maven 3 wird dieser Tage auch ein wichtiger Partner für den b3-Vorgang veröffentlicht. Auch wenn die Java-Modularisierung und Java 7 dazu noch nicht konkret genug sind, darf man sicher sein, dass sich beide auch dieser bedienen werden und ihrerseits für Eclipse mithelfen, zukünftige Eclipse-Versionen noch modularer zu gestalten.Laut Oracle soll „Jigsaw“, wie das Teilprojekt für Module für Java 7 heißt, auch mit OSGi kompatibel sein. Theoretisch sollte also jedes Java-Modul sich auch als OSGi Bundle oder deren Summe darstellen. Und ein Projekt wie Gemini, das bereits von Oracle geleitet wird, sollte spätestens mit Java EE 7 auch von Haus aus OSGi-fähig sein. Ob Gemini damit hinfällig würde, oder eher zur Referenz-Implementierung für Java EE 7, darüber wird momentan stark diskutiert.
Modellierung
Die Zeiten, in denen Modeling und EMF nur Designern oder Business-Analysten vorbehalten waren, sind gerade bei Eclipse längst vorbei. „Models Everywhere“ - und das nicht nur bei Heidi Klum.In Anlehnung an das „Project Runway“ (hierzulande in der Franchise-Variante „Germany´s Next Topmodel“ bekannt) hieß gar eine Session „Modeling Project Runway 2010“. Neben Xtext, das für spezielle Script- oder eigene DSL-Sprachen an vielen Stellen genutzt wird, kamen komplette IME (Integrated Modeling Environments) bzw. MDA-Suiten wie Papyrus zur Geltung. Entwickler von Papyrus, speziell aus Frankreich, stehen auch hinter anderen Neuzugängen bei Eclipse Modeling wie Doc2Model [2]. So wie Fashion-Modelle aus Deutschland Wettbewerbe und Business zu dominieren scheinen - so merkte der eine oder andere US-Blogger an - würden auch bei Eclipse Modeling Europäer eine deutlich größere Rolle spielen als in anderen Bereichen.
E4 misst, wie bereits erwähnt, dem Modeling und Bereichen wie Ecore eine noch größere Rolle bei. Etliche Vorträge und Workshops zeigten Möglichkeiten auf, an Stelle generierter POJOS MDA gleich direkt durch Nutzung der Ecore-Objekte zu leben - deren Persistierung etwa mittels JPA/EclipseLink eingeschlossen.
Mobile Anwendungen
Am dritten Tag folgte mit der Keynote nicht nur ein geschichtlicher Rückblick ins antike Griechenland, sondern gleich auch ein „Kleiner Schritt“ ins Weltall. Die NASA führte uns zu Mond und Mars: mit der beeindruckenden und spektakulären Live-Demonstration eines von Eclipse-RCP-Anwendungen gesteuerten „Transformers“, wie er noch etwas größer in nicht allzu ferner Zukunft den Mond erkunden soll. Auch Prototypen von Landemodulen und Mondmobilen, zumeist mit einem Eclipse RCP Dashboard, wurden vorgestellt. Dies kann mit Fug und Recht als Höhepunkt der diesjährigen EclipseCon betrachtet werden (und könnte in folgenden Jahren wohl maximal durch Auftritte von Megan Fox oder „Eclipse“-Star Robert Pattison übertroffen werden ;-)Gemeinsam mit der NASA und Amazon wurden die ganze Woche über gleich zwei Lego-Mindstorms-Wettbewerbe veranstaltet: einer für Besucher, die sich mit Hilfe einer e4-Runtime als Spielkonsole beim Steuern eines Lego-Roboters versuchen mussten. Der zweite hatte die Programmierung eines e4-basierenden Cockpits ähnlich jenem des ersten Wettbewerbs zum Ziel. Zu Stande kamen teilweise kreative und interessante Vorschlägen, die direkt auf der Konferenz entwickelt wurden, was den Teilnehmern mehr oder weniger viel Zeit für die Vorträge oder andere Dinge wie Schlaf ließ.
Selbst im Lego Mindstorms steckte dabei ein Maßeinheiten-sicheres Stück Java ME: JSR-256, das Sensor API, welches unter Spec Lead Nokia entstanden ist. Während die meisten Symbian- oder Maemo-Smartphones, ebenso wie neuere Android-Geräte, für wichtige Messwerte (z.B. Motion Sensor) auf dieses Sensor API setzen, bleibt RIM und Blackberry hier leider außen vor. Dessen API nutzt schlicht Java Primitives, von denen man dem dürftigen JavaDoc gerade mal entnehmen kann, ob die Bewegung nun in Millimeter, Zentimeter oder doch Inch gemessen wird. Am RIM-Stand verwies man auf die Krise zwischen Sun/Oracle und Apache/Google in Sachen Harmony und Android, was zur Folge habe, dass die meisten dieser Anbieter Java ME, MIDP oder MSA 2.0 bestenfalls ignorierten.
Das stimmt zwar, aber auch wenn Google und Nokia alles andere als beste Freunde im Mobilfunkmarkt sind, so setzt gerade Google bei Android auf vernünftige Nutzung bewährter ME-Technologien wie Sensor API, Bluetooth oder dergleichen.
Die Zersplitterung in dutzende, besonders Eclipse-basierende Lösungen, die sich nicht über Konnektoren in die Pulsar-Distribution einbinden lassen, ist einer der Hauptgründe für deren bisher nur marginale Nutzung (belegt durch Downloadstatistiken bei Eclipse.org). Mehr zu Pulsar, Java und Eclipse Mobile gibt es in einer folgenden Ausgabe des Eclipse Magazins zu lesen.




