Sonntag, 12. Februar 2012


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April 2010 | Artikel

OpenSAGA – OS-Plattform in besonderer Mission

(Link zum Artikel: http://www.entwickler.de/jaxenter//003055)

Eine Einführung

Text: Thomas Biskup
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OpenSAGA ist eine neue Open-Source-Plattform zur Erstellung von Webanwendungen, die ab dem 01.05.2010 unter http://www.opensaga.org zum Download bereitsteht. Nun könnte man die berechtigte Frage stellen, ob die Welt noch ein weiteres Java-basiertes Webframework braucht und eigentlich müsste man diese Frage klar mit „Nein“ beantworten, da ohnehin viel zu viele existieren. Was ist nun das besondere Anliegen von OpenSAGA? Was ist das Alleinstellungsmerkmal?

OpenSAGA verfolgt vier zentrale Ziele:

  • OpenSAGA fokussiert sich auf die besonderen Anforderungen von Behörden und öffentlichen Verwaltungen bei der Umsetzung von Fachverfahren sowie hinsichtlich der Berücksichtigung etablierter Standards in der öffentlichen Verwaltung – insbesondere die SAGA und die BITV. Damit ist OpenSAGA die erste Open-Source-Plattform, die sich dieser Themen strategisch annimmt.
  • OpenSAGA soll den Einarbeitungsaufwand reduzieren, der erforderlich ist, will man moderne und komplexe Webanwendungen erzeugen. Bei OpenSAGA geht es nicht darum, möglichst schnell „loshacken“ zu können, sondern darum, mit möglichst geringem Aufwand das gesamte Handwerkszeug erlernen zu können, das für AJAX-basierte Web-2.0-Anwendungen erforderlich ist – insbesondere wenn diese Anwendungen auch ohne Javascript funktionieren sollen. OpenSAGA erreicht dies, in dem der modellbasierte Ansatz nahezu vollständig von Technologien abstrahiert und diese durch einen Generator umsetzen lässt. Nur wenn man tiefer eingreifen will, ist ein tieferes Verständnis der darunter liegenden Technologien erforderlich.
  • OpenSAGA will der rapiden Alterung von IT-Wissen entgegenwirken. Hier geht es um ein allgegenwärtiges Problem: Die Java-Welt entwickelt sich rasend schnell weiter – insbesondere im Webumfeld. Und dies führt dazu, dass Entwicklerwissen mit dramatischer Geschwindigkeit an Wert verliert. In der Zeit, die ein Entwickler in einem Projekt arbeitet, entwickeln sich die vielen heute relevanten Technologien parallel weiter. Jeder Entwickler, der nicht morgen schon „zum alten Eisen“ gehören will, steht somit ständig in einem Zwiespalt zwischen hohem Projektdruck und der lebensnotwendigen Pflicht zur Weiterbildung. Auch hier hilft die Technologieabstraktion von OpenSAGA – denn so kann der „Motor unter der Haube“ weiterentwickelt werden, ohne dass sich die fachlich fokussierten Modelle verändern. Auch dies reduziert das Weiterbildungsproblem. Zudem werden die Kosten für die technologische Weiterentwicklung von Anwendungen reduziert, da sich die Anwendungen stetig mit der Plattform weiterentwickeln – und das ohne Zusatzkosten.
  • OpenSAGA erhöht die Interoperabilität von modernen Anwendungen und erreicht dies durch Bereitstellung einer Standardplattform, aus der sich Anwender die für sie relevanten Fachkomponenten herauspicken können. Zudem stellt OpenSAGA verschiedene Schnittstellen zu anderen Systemen bereit, die stetig erweitert werden.

Folglich unterscheidet sich OpenSAGA deutlich von den anderen Webframeworks, in denen es eher darum geht, möglichst flexiblen Code umsetzen zu können. OpenSAGA will helfen Fachanforderungen so umsetzen, dass sie möglichst lange fortbestehen, laufende Kosten minimiert werden und die Pflege und Weiterentwicklung so effizient wie möglich gestaltet werden kann.

OpenSAGA 1.0.0 – verfügbar ab dem 01.05.2010 – ist dazu erst der Anfang. Vor uns stehen noch viele spannende und komplexe Anforderungen, denen wir aber optimistisch entgegensehen, da sich hinter OpenSAGA auch rasant eine Community bildet, die die Weiterentwicklung der Plattform vorantreiben wird. Angefangen mit einer stetig wachsenden Gruppe von Beratungs-, Integrations- und Produktpartnern wie der QuinScape GmbH, der BALVI GmbH, der OPITZ CONSULTING GmbH, adesso mobile und BIK@work bis hin zu einem hochkarätigen wissenschaftlichen Beirat aus Mitgliedern der FH Dortmund, der TU Dortmund, der Universität Oldenburg, der Universität Erlangen-Nürnberg und der FH Gießen-Friedberg.

Dr. Thomas Biskup verantwortet als geschäftsführender Gesellschafter der QuinScape GmbH den Bereich "Enterprise Solutions". Er arbeitet seit mehr als zehn Jahren als Berater, Trainer und Senior Architect in den Bereichen Agiles Requirements Engineering, objektorientierte Methoden, SOA und Model-driven Software Development (MDSD) in verschiedensten Branchen (u.a. Chemie, öffentliche Verwaltung, Logistik) und ist als Kurs- und Buchautor, Verfasser zahlreicher Publikationen in Magazinen und in wissenschaftlichen Veröffentlichungen (Schwerpunkte sind Themen wie Spring, Domain-driven Design, SOA, Semantic Web und Model-driven Software Development) und als Sprecher auf verschiedenen Konferenzen aktiv.
  1. www.opensaga.org
  2. Mehr zum Thema eGovernment und OpenSAGA gibt es auf der JAX!

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