Auch im Bereich Debugging gibt es von einer recht interessanten Neuerung zu berichten: Im Variables-View kann man nun optional eine zusätzliche Spalte anzeigen, in der die Anzahl der aktuell verwendeten Objektinstanzen angezeigt wird (Instance Counts). In der Standardeinstellung ist diese Information nicht sichtbar, sie kann aber sehr einfach über das View-Menu unter LAYOUT | SELECT COLUMNS... aktiviert werden. Diese neue Funktion ist allerdings erst ab Java 1.6 verfügbar und funktioniert nur mit Objektinstanzen und nicht mit primitiven Typen wie int, boolean und so weiter (siehe Abbildung 5).
In großen Projekten finden sich meistens so viele Java-Klassen in den unterschiedlichsten Packages, dass es oftmals schwer wird, die Übersicht zu behalten. Im Mylyn-Projekt wird daher bereits versucht, durch eine sogenannte aufgabenfokussierte (Task-focused) UI nur die Bestandteile des Projekts im Projektexplorer darzustellen, an denen man gerade arbeitet, beziehungsweise die im Zusammenhang mit der gerade zu erledigende Aufgabe stehen. Alle anderen Projektbestandteile werden einfach ausgeblendet. In der aktuellen JDT-Version findet sich neben Mylyn nun eine weitere, recht nützliche Funktion, um große Projekte übersichtlicher im Package Explorer darzustellen. Man stelle sich vor, man hat ein Projekt, mit sehr vielen Klassen in einem bestimmten Package. Die Idee ist nun, lange Package-Name nur noch durch Abkürzungen (Abbreviations) darzustellen und so für eine bessere Übersichtlichkeit zu sorgen. Abbildung 6 stellt im Vergleich dar, wie dieses neue Feature in Eclipse wirkt:
Im oberen View sieht man die klassische Darstellung, darunter die mit verkürzten Package-Namen. Die Konfiguration hierfür erfolgt in den Preferences unter JAVA | APPEARANCE. Die Checkbox ABBREVIATE PACKAGE NAMES muss hierfür aktiviert werden. Zusätzlich ist im Textfeld darunter anzugeben, welche Packagenamen auf welches Kürzel gemappt werden sollen. In folgendem Listing finden sich die Mappings, welche für die in Abbildung 6 dargestellten Abkürzungen verwendet wurden. Mit dem Hashzeichen (#) lassen sich einzelne Mappings auskommentieren.
org.eclipse.ui={UI}org.eclipse.ui.texteditor={T}org.eclipse.ui.internal.texteditor=[iT]
Fazit
Der vorliegende Artikel hat einige interessante Neuerungen aus dem Bereich Java Development Tools (JDT) vorgestellt, die dieses Jahr im Rahmen des Helios-Releae veröffentlicht wurden. Bahnbrechende Neuerungen sind auch in diesem Jahr nicht dabei, aber dennoch kann von Ideenmangel im JDT-Projekt nicht die Rede sein. Viele bekannte und bewährte Funktionen wurden noch weiter verfeinert (zum Beispiel die Erweiterungen in den Refactorings oder Instance Counts beim Debugging) und hier und da sind sogar ganz neue Funktionen hinzugekommen (zum Beispiel die On/Off-Tags im Code Formatter oder die Funktion zum Abkürzen von Package-Namen) . Einen Überblick über sämtliche Neuigkeiten in der neuen JDT-Version findet sich in der mitgelieferten Hilfe (am besten auf der Willkommen-Seite den Link "What’s New" anklicken). Insgesamt bleibt daher der Eindruck, dass sich die Java-Entwicklungsumgebung Eclipse in der neuesten Version weiter verbessert hat und viele Entwickler einige der neuen Funktionen in Zukunft sicher schätzen werden.




