Einen schnellen Einstieg in C# wünscht sicher mancher Programmierer, der bereits mit etablierten Programmiersprachen wie Java oder C/C++ gearbeitet hat und sich für die speziell auf das .NET Framework ausgerichtete C#-Technologie interessiert. Und da macht das Versprechen im Titel neugierig. Das Buch ist dreigeteilt. Logischerweise beginnt es mit ersten Schritten in C#, um dann einen OOP- und einen weiterführenden Abschnitt zu .NET folgen zu lassen. Zwar soll das Buch nach den Angaben auf dem Cover auch für Programmiereinsteiger geeignet sein, aber deren nicht wenige dürften im ersten Teil des Buchs verloren gehen. Zugegeben ist der dort behandelte Stoff nicht sonderlich anspruchsvoll, aber es ist sicher diskussionswürdig, wenn der Einstieg in eine OOP-Technologie über einen fast 160 starken Teil 1 führt, in dem zwar allgemein der Aufbau von C#-Programmen, die Syntax und Semantik, Assemblies, das EVA-Prinzip, Variablen, Datentypen, Felder, Typqualifizierer, zusammengesetzte Datentypen und Namensräume, Operatoren und die obligatorischen Kontrollkonstrukte durchgekaut werden, dem Leser aber der grundsätzliche Einstieg in die objektorientierte Denkweise vorenthalten wird. Erst ab Teil 2 wird der OOP-Charakter von C# deutlich hervorgehoben und die explizite Erklärung von Konstruktoren und dem new-Operator braucht 178 Seiten, bis sie endlich auftaucht.
In Teil 2 kommt das Buch in Fahrt und klärt, wie C# die üblichen OOP-Techniken wie Klassen und Objekte, Eigenschaften, Schnittstellen, Klassenelemente, Vererbung oder Polymorphismus realisiert. Volz zieht zur Verdeutlichung grundlegender OOP-Vorgänge immer wieder die UML-Notation heran, die hier gute Dienste leistet. In diesen Buchabschnitt fällt auch der Umgang mit Strings, Ausnahmen, Operatorenüberladen, Delegates, Ereignissen oder Metadaten. Und selbst XML-Dokumentation und der Präprozessor sowie Threading sind hier zu finden. Eine Aufteilung in strenge OOP-Techniken und darauf basierenden Anwendungen in einen eigenen Themenabschnitt wäre vielleicht angebracht. Dazu sind die Kapitel im Vergleich zu den trivialeren Kapiteln in Teil 1 teilweise recht kurz. Teil 3 dreht sich um weiterführende Themen zur Programmierung unter .NET. Das umfasst einmal das WinForms-Anwendermodell, Fenster-Layout, Controls, Menüs, Dialoge sowie Zeichnen in Fenstern. Das zweite Kapitel in Teil 3 behandelt die Bibliotheken und CodeDOM. Das war es aber auch schon und wer wirklich mehr zu .NET wissen will, ist hier fehl am Platz. Gerade zu einer .NET-optimierten Technik wie C# könnte man mehr zu den .NET-Hintergründen erwarten. Der Anhang besteht nur aus der Behandlung verschiedener SDKs bzw. Tools wie Visual Studio .NET, SharpDevelop oder dem CLR-Debugger. Eine Sprachreferenz, eine Linkliste, .NET-Infos oder andere nützliche Zusatzinformationen fehlen leider. Als Fazit bleibt, dass die Zielgruppe des Buchs nicht klar zu fassen ist. Einsteiger brauchen ziemliches Stehvermögen, um im ersten Teil nicht zu verhungern und erfahrene Programmierer bekommen zu wenige Spezialitäten von C# und vor allem .NET präsentiert. Einen erfahrenen Java-Programmierer beschleicht ohne Zusatzinformationen zu .NET nach der Lektüre unter Umständen der Eindruck, dass C# doch nur ein künstlich verfremdeter Java-Klon ist. Aber abgesehen davon wird C# als Sprache sehr gelungen erläutert, der Stil ist angenehm und fachlich gibt es wenig auszusetzen. Mit anderen Worten - das, was drin steht, ist auch gut.







