"Eines Tages im Jahr 1997 betritt ein Mann den Raucherraum des internationalen Flughafens von San Francisco; bei sich trägt er eine verschlüsselte CD-ROM mit etwa 100.000 über das Internet gestohlenen Kreditkartennummern. Der Chiffriercode basiert auf bestimmten Buchstaben im ersten Absatz der Seite 128 von Mario Puzos Roman "The Last Don" ("Der letzte Pate"). Der Mann will diese CD für 260.000 Dollar verkaufen und dann sofort verschwinden. Dazu kommt es nicht: Er wird von FBI Special Agent Cal Dalrymple gestellt und verhaftet." Klingt zunächst nach einem Kriminalroman, entspringt aber einem der vielen realen Beispiele aus "Attacken im Web". Richard Power zeigt in seinem Werk die Schattenseiten des Cyberspace, die den meisten Leuten bisher verborgen geblieben sind. Auf interessante Art und Weise werden die verschiedenen Arten des Cyberterrorismus dargestellt, angefangen bei Virenprogrammierern bis hin zu Kreditkartenbetrügern. Neben den verschiedensten Beispiel bringt der Autor auch die Verfolgung der Cyberterroristen durch die Betroffenen und die verschiedenen Behörden. So kriegt man im Laufe des Buches einen relativ guten Überblick über die Kompetenzbereiche der verschiedensten Organisationen. Ein weiterer Punkt, den dieses Buch zu klären vermag, ist die Kostenfrage. Der Kostenpunkt bei Hackerangriffen kann nur durch viele Daten zusammengeschätzt werden, und genau das wird in diesem Buch erklärt. Zwar gibt es mehrere Vermutungen, wie hoch die Schäden durch Hackerangriffe sind, jedoch erfordert es viele Einschätzungen, um eine ungefähre Zahl nennen zu können. Dieses Buch gibt eine gute Übersicht über die verschienen Faktoren, die bei einer solchen Rechnung bedacht werden müssen. Des weiteren finden sich in diesem Buch viele Interpretationsversuche zur Intention der Cyberkriminellen, so werden auch viele Spezialisten diesbezüglich interviewt. "Attacken im Web" ist ein echt spannendes und interessantes Buch für alle Leute, die sich für die Abläufe und Verfolgung von Cyberkriminellen im Internet interessieren. Leider ist dieses Buch stellenweise mit Tabellen, Statistiken und Fakten so überhäuft, dass es dadurch etwas trocken wirkt. Dennoch würde ich es als Pflichtlektüre vor allem für Sicherheitmanagements bewerten, da es einen sehr guten Überblick über die verschiedenen möglichen Cyberangriffe schafft.




