Donnerstag, 24. Mai 2012


Buch-Tipp

VMware Workstation Praxisführer

(Link zum Artikel: http://www.entwickler.de/jx//000030)

Installation, Konfiguration, Anwendung unter Windows und Linux

  • Autor/in: Günter Born
  • Verlag: SuSE Press
  • Seiten: 300
  • erschienen: 2001
  • Preis: ca. EUR 40
  • ISBN: 3-934678-81-5

VMware Workstation ermöglicht es, mehrere Betriebssysteme gleichzeitig auf einem Computer laufen zu lassen. Dies geschieht, indem ein kompletter PC simuliert wird, die so genannte "Virtuelle Maschine". Da WMware in Deutschland vom Linux Distributor SuSE vertrieben wird, passt es natürlich, dass der hauseigene Verlag SuSE Press nun ein Buch zu diesem Produkt publiziert hat. Das Buch richtet sich an Anwender, Entwickler, Manager und Entscheider, die sich mit der Nutzung einer Multi-Betriebssystem Umgebung befassen müssen.
Das erste Kapitel widmet sich den Grundlagen sowie der Installation von VMware Workstation. In der Setupbeschreibung für Linux werden sowohl die manuelle Installation des RPM Archivs als auch das Setup mittels YaST erläutert und auch die Installation einer tar-Datei wird berücksichtigt. Somit sollte jeder, egal welche Distribution er nutzt, in der Lage sein, VMware zum Laufen zu bringen. Unter Linux muss man VMware an den Kernel anpassen. Wie das geschieht, wird nach der Installationsanleitung erklärt.
Kapitel 2 widmet sich der Konfiguration einer Virtuellen Maschine per Assistent. Hierzu zählt beispielsweise die Auswahl des Gast-Betriebssystems. Auch muss eingestellt werden, wie viel Speicherplatz dem Betriebssystem zur Verfügung stehen soll. Hierfür gibt es verschiedenen Möglichkeiten, wie z.B. die Verwendung einer Raw Disk, einer vorhandenen Partition oder eben einer virtuellen Disk. Das CD-ROM Laufwerk muss ausgewählt werden und das Disketten Laufwerk. Wer seine Virtuelle Maschine in ein Netzwerk einbinden möchte, kann dies auch über den Assistenten festlegen. Hierbei muss kein reales Netzwerk existieren, es ist auch möglich, ein Netzwerk zwischen Host-System und Gast-System zu simulieren. Um die Bedienung von VMware Workstation kümmert sich das nächste Kapitel. Hier werden Fragen behandelt, wie man die Maschine startet oder wie man Laufwerke für sie freigibt. Des Weiteren gibt es Tipps, falls das Gast-Betriebssystem nicht booten möchte. Außerdem werden noch Besonderheiten der Bedienung unter Windows und Linux besprochen.
Um den Konfigurationseditor unter Windows und Linux geht es in Kapiteln 4 und 5. Mit Hilfe dieses Editors lassen sich die zuvor mit dem Assistenten getroffenen Einstellungen noch verfeinern und es gibt weiterführende Möglichkeiten. Hier wird jeder einzelne Punkt, von der Einbindung diverser Laufwerke über die Aktivierung von paralleler oder serieller Schnittstelle bis zur Konfiguration einer Sound-Karte, beschrieben und mal mehr mal weniger ausführlich behandelt.
Die Kapitel 6 bis 10 beschreiben die Installation verschiedener Gast-Betriebssysteme in einer Virtuellen Maschine. Dabei handelt es sich eigentlich um ganz normale Installationsanleitungen für die unterschiedlichen Systeme, gespickt mit einigen speziellen Hinweisen zur Verwendung mit VMware Workstation. So wird unter anderem erläutert, wie man das BIOS der Virtuellen Maschine richtig einstellt oder wie man die VMware Tools in der Maschine installiert. Diese werden benötigt, um eine hohe Auflösung in Windows bzw. unter X11 zu erzielen. Zunächst werden diverse Microsoft Betriebssysteme von MS DOS bis Windows NT und 2000 behandelt. Abgerundet werden diese Anleitungen durch die Installation von Linux. Ausführlich beschrieben wird hier das Setup von SuSE Linux 7.1, doch auch Caldera OpenLinux, Corel Linux sowie Red Hat Linux werden kurz angesprochen und man erhält Tipps zu diesen Distributionen. Neben Linux wird dann noch kurz FreeBSD und Sun Solaris behandelt.
Im elften Kapitel werden spezielle Fragen zu VMware Workstation beantwortet. Dazu zählt unter anderem die Installation eines Gast-Betriebssystems in einer Raw Disk, Multiboot Betrieb in VMware, verkleinern virtueller Laufwerke oder Fragen zu Netzwerkdiensten. Dazu passend trägt Kapitel 12 die Überschrift "Troubleshooting". Hier werden einige bekannte Probleme behandelt, von Display- und Soundproblemen über Netzwerkprobleme bis zu Fehlern während der Installation.
Das letzte Kapitel ist dagegen noch einmal ein Highlight. Hier geht es um Anwendungsbeispiele. So werden dem Leser einige durchaus interessante Szenarien geschildert, die wirklich existieren. VMware Workstation spielt beispielsweise bei der SAP-Entwicklung eine Rolle oder im Fachbereich Informatik der Columbia Universität. Auch Symantec nutzt VMware im Testlabor und die Entwickler der populären Suchmaschine Google testen mit VMware ihr Internetseite mit unterschiedlichen Betriebssystemen und Browsern.
Wer sich einen Überblick über VMware Workstation, sei es für Windows oder für Linux, verschaffen möchte, für den ist dieses Buch goldrichtig. Es kann einen auch bei der täglichen Arbeit unterstützen, für mehr reicht es leider nicht unbedingt. Allzu oft wird, wenn es spannend wird, auf die VMware Supportseiten im Internet verwiesen. Auch das Erscheinungsdatum war unglücklich platziert. Gerade als das Buch erschien, das noch VMware 2.x behandelt, stellte VMware Inc. die Version 3 als Beta vor. Zwischenzeitlich ist hier das fertige Produkt erhältlich, in dem einige im Buch genannte Einschränkungen behoben wurden. Gut zu gefallen wissen dagegen die Anwendungsbeispiele, die durchaus als willkommene Anregung für Manager und Entscheider dienen können.
Die beigelegte CD-ROM enthält Testversionen von VMware Workstation für Windows und Linux und eine Dokumentation im PDF Format.

von Julius Stiebert

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