Freitag, 10. September 2010


Buch-Tipp

Oracle Database 10g – Beginner’s Guide

(Link zum Artikel: http://www.entwickler.de/jaxenter//000336)
  • Autor/in: Michael Abbey, Michael Corey, Ian Abramson
  • Verlag: McGraw-Hill
  • Seiten: 416
  • erschienen: 2004
  • Preis: € 40
  • ISBN: 0-07-223078-9

Kurz, knackig und dennoch fundiert ist der rund 360 Seiten starke „Oracle Beginner’s Guide“ von Ian Abramson, Michael Abbey und Michael Corey. Das Buch, das seit 1995 mit jeder neuen Oracle-Version bei McGraw-Hill erscheint, bietet Entwicklern und Administratoren einen schnellen Einstieg in Oracle 10g. Der Schwerpunkt liegt auf den Basisthemen der Oracle-Datenbankverwaltung und -entwicklung, ohne die in 10g neu eingeführten Technologien allzu sehr zu vernachlässigen.

Für Freundinnen und Freunde objektorientierter Programmierung bietet dieses Buch Informationen zu Java in Oracle-Umgebungen. Neben JDBC-Treibern und dem SQLJ-Translator wird hier auch auf Java Stored Procedures eingegangen. Hierbei handelt es sich um gespeicherte Prozeduren und Packages in der Datenbank, die den gemeinsamen Zugriff aller Clients erlauben – sofern datenbankseitig die Berechtigung erteilt wurde. XML in der Datenbank wird in einem weiteren Kapitel behandelt. Die Speicherung nativer XML-Types, das Anlegen eines XML-Repository, Registrierung eines XML-Schema sowie Lade- und Auslesevorgänge der XML-Daten werden hier erläutert.

Interessant für Developer sind die Kapitel zu Oracle SQL- und PL/SQL Programmierung. Während Oracle SQL zumindest weitgehend dem ANSI-SQL-Sprachstandard entspricht, ist PL/SQL als imperative Spracherweiterung für Oracle-Datenbanken etwas eigen. PL/SQL erinnert gelegentlich etwas an Pascal, ist sehr ressourcenschonend und erzielt – gerade bei Verarbeitung großer Datenmengen beispielsweise in Batch Loads – hervorragende Ausführungszeiten.

Auch dem Thema parallele Verarbeitung wird ein Abschnitt gewidmet. Diese wird in Oracle mittels paralleler Slave-Prozesse implementiert und eignet sich hervorragend, um auf Mehrprozessormaschinen oder im Datenbank-Grid die Verarbeitungsgeschwindigkeit bei Zugriffen auf große Datenmengen zu minimieren. Die Diensteverwaltung des Oracle 10g Real Application Cluster (RAC) wurde vor dem Hintergrund des neuen Hypes „Grid Computing“ mit dem neuesten Release aus Redwood Shores zudem weiter flexibilisiert. Gerade in Kombination mit Partitionierung von Tabellen können hier Performance-Gewinne im zweistelligen Prozentbereich erzielt werden.

Grundlagen der Datenbankadministration, wie die logische und physische Speicherarchitektur einer Oracle-Datenbank, Startup und Shutdown, das Oracle Berechtigungskonzept, Backup und Recovery sowie Networking mit Oracle Net werden angerissen. Allerdings ist an dieser Stelle für den gewogenen Leser vertiefende Literatur wie „Oracle 10g für den DBA“ von Ahrends, Lenz, Unbescheid und Schwanke oder das „Oracle DBA Handbuch“ von Kevin Loney erforderlich.

So sind dem Thema Recovery nur fünf Seiten gewidmet, die Nutzung des Oracle Recovery Manager wird ebenfalls sehr knapp behandelt. Starke Beachtung findet stattdessen die – inzwischen etwas veraltete Methode – manueller Backups. Die in Oracle 10g eingeführten Automated Disk Based Backups dagegen werden mit keiner Silbe erwähnt. Ähnlich verhält es sich in den Abschnitten zum Oracle Enterprise Manager, einem der wichtigsten Verwaltungstools für Oracle-Datenbanken. Es beschreibt den veralteten Oracle-Enterprise-Manager der Version 9i. Die stark überarbeitete Architektur des webbasierten Enterprise Manager DBControl 10g wird leider nicht einmal am Rande erläutert.

Gerade im Bereich der Administration kann man sich des Eindrucks kaum erwehren, dass das Skript des Buches zur Vorgängerversion Oracle 9i nur unzulänglich aktualisiert wurde. Trotz dieser Schwächen ist der bei McGraw-Hill/Osborne erschienene „Oracle 10g Beginner’s Guide“ ein für den Neuling gut geeignetes Buch, das einen schnellen Einstieg in das Thema „Oracle-Datenbanken“ sowohl für Entwickler als auch für Administratoren und Architekten erleichtert. Die deutsche Ausgabe ist im Hanser-Verlag erschienen und krankt gelegentlich ein wenig an der Übersetzung. Wer über gute Englisch-Kenntnisse verfügt, ist daher sicherlich mit dem englischsprachigen Original besser bedient.

von Andrea Held

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