Donnerstag, 24. Mai 2012


Buch-Tipp

Practical RDF

(Link zum Artikel: http://www.entwickler.de/jaxenter//000359)
  • Autor/in: Shelley Powers
  • Verlag: O’Reilly
  • Seiten: 331
  • erschienen: 2003
  • Preis: USD 39,95
  • ISBN: 0-596-00263-7

Im Dezember 2003 hat das W3C gleich sechs Dokumente mit dem Status von vorläufigen Empfehlungen zu einem verbindlichen Rahmen für die Beschreibung von Informationen im Web herausgebracht. Da dort Informationen als Ressourcen betrachtet werden, ist also die Rede vom Resource Description Framework, kurz RDF. Das Thema wurde bereits 1999 aufgeworfen und beschäftigt die Gemüter insbesondere im Zusammenhang mit der Frage, wie das im Web zusammenfließende Wissen vielleicht etwas effektiver ausgewertet werden könnte, als es mit den bisher verwendeten Technologien möglich ist. Die Spannweite der Aktivitäten reicht von theophilosophischen Spekulationen – Tim Bray spöttelte einmal über göttliche Metadaten à la www.GOD.org – bis zu den relativ banalen RSS-Vokabularen, die heute in der Blogger-Szene verbreitet sind. Um die praktische Relevanz dieses in der XML-Familie immer noch umstrittenen Ansatzes zu untermauern, hat Shelley Powers ihr Buch zum Thema demonstrativ als "Practical RDF" betitelt. Im ersten Teil gibt sie eine Zusammenfassung der theoretischen Konzepte, auf denen RDF basiert. Der Versuch, über der Metasprache XML noch eine weitere Meta-Ebene zu etablieren, geht von zwei Grundideen aus. Einmal wird versucht, im Web vorhandene Dinge beliebiger Art so zu beschreiben, wie es auch die natürlichen Sprachen tun. Die Satzstruktur Subjekt-Prädikat-Objekt wird als Grundmuster verwendet, wobei das Prädikat als Eigenschaft und das Objekt als der zugehörige Wert verstanden wird, wie in "Die Webseite x "(Subjekt) "benutzt die Sprache" (Eigenschaft) "Deutsch" (Wert). Die zweite Idee ist, dass nicht nur, was nahe liegt, das Subjekt über einen URI eindeutig identifiziert werden kann, sondern auch auf die Eigenschaften und ihre jeweiligen Werte über URIs verwiesen wird. Die weiteren Teile des Buches beschreiben eine Reihe von Werkzeugen, die es ermöglichen sollen, RDF und insbesondere die Serialisierung von RDF-Strukturen in Form von XML-Dokumenten programmatisch zu handhaben. Als relevante Anwendungsbereiche werden die Versuche hervorgehoben, für bestimmte Gegenstandsbereiche anerkannte Ontologien zu formulieren, die es erlauben, Inhalte maschinell zu verarbeiten.

von Helmut Vonhoegen

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