Nur wenige Entwickler wissen, dass Mozilla auch als allgemeine Entwicklungsplattform eingesetzt werden kann. Dieses Buch bietet einen Überblick und eine Einführung, wie man mit Mozilla Anwendungen erstellen kann. Mittels XUL (XML User Interface Language) kann man plattformübergreifende Anwendungen schreiben, die im Vergleich zu traditionellem HTML reichere Widgets verwenden. Das sechs Jahre alte Mozilla-Projekt ist komplex. McFarlane erklärt Overlays, Templates, XBL sowie den Zusammenhang mit XUL. Man sollte sich die Gecko-Demos (www.mozilla.org/newlayout/demo/) sowie das GUI des Amazon-Browsers anschauen (www.infodraft.com/~faser/mab/), um einen Eindruck von der Fähigkeit von XUL zu bekommen. Langfristig plant Oracle via XUL Mozilla als Client zu unterstützen. Ebenso basiert ActiveState’s Komodo IDE auf XUL, Mozilla, xpcom und Python. Dieses Buch hat es auch auf Slashdot geschafft und überwiegend gute Kritik bekommen. Es ist ein gutes Tutorial, aber trotz seines gewaltigen Umfanges (750 Seiten) keine brauchbare Referenz, da der Index viel zu kurz geraten ist. Glücklicherweise kann man sich eine Referenz (www.mozilla.org/xpfe/xulref/) herunterladen. XUL ist kein API wie QT oder GTK. Es ist ein Standard, um UI in XML zu beschreiben. Auch ohne einen Mozilla-Browser kann man XUL-basierte Standalone-Programme entwickeln. Dazu benötigt man nur eine Gecko-Engine (www.mozilla.org/newlayout/). Der beliebte Firefox-Browser hat eindrucksvoll bewiesen, dass eine XUL-basierte Lösung nicht eine lahme Ente sein muss, wie "böse Leute" Mozilla gelegentlich vorwerfen. Neben der gelungenen RDF-Einführung für Metadata hat mir auch gefallen, wie offen der Autor Schwächen von Mozilla kritisiert. Wer hat nicht schon erstaunliche Erfahrungen mit dem Mozilla-Debugger gemacht? Obwohl das Buch ausdrücklich nicht für Firefox geschrieben ist, scheinen die Beispiele auch in Firefox zu funktionieren. Firefox verwendet ein neueres XUL-Toolkit als Seamonkey (Codename des aktuellen Mozilla-Browsers) und beinhaltet die NGLayout/Gecko-Engine, die auf der XPCOM-Komponentenarchitektur basiert. XUL ist unter Entwicklern nicht sehr bekannt. Dieses Buch füllt eine Lücke und regt hoffentlich interessante Projekte an. XUL kann durch eine Model-View-Controller-Architektur von fast jeder Sprache aus genutzt werden. Fazit: Das Buch bietet einen guten Überblick sowie ein Tutorial zur Erstellung von Anwendungen, die auf Mozilla aufbauen. XUL ist eine interessante Alternative für komplexe Cross-Plattform-GUI-Lösungen. Das Buch selbst ist unter einer Open-Source-Lizenz (open publication license (www.opencontent.org/openpub/) und als PDF online unter (www.informit.com/content/downloads/perens/0131423436_pdf.zip) erhältlich.








