Samstag, 11. Februar 2012


Buch-Tipp

Webentwicklung mit Eclipse

(Link zum Artikel: http://www.entwickler.de/jaxenter//000380)

J2EE, Web Services, Rich und Thin Clients

  • Autor/in: Berthold Daum, Stefan Franke, Marcel Tilly
  • Verlag: dpunkt.verlag
  • Seiten: 345
  • erschienen: 2004
  • Preis: EUR 39
  • ISBN: 3-89864-282-8

Eclipse ist bekanntlich sowohl eine der populärsten und mächtigsten Entwicklungsplattformen für Java als auch eine interessante Basis für die Entwicklung von Webapplikationen. Aber Letzteres nur, sofern ein Webentwickler diverse Plug-ins installiert, die in der Regel von Fremdherstellern bereitgestellt werden und diverse Besonderheiten enthalten. Für den Fall sind viele Eclipse-Anwender dann sicher für die Unterstützung in Form von Begleitliteratur dankbar. Das Buch „Webentwicklung mit Eclipse“ verspricht eine solche Unterstützung in Form einer Einführung in die Webentwicklung, wobei durch die drei Autoren eine Fokussierung auf vorhandene Features von Eclipse 2 und 3 sowie auf die Plug-ins der Eclipse-Community erfolgt. Das Buch soll dabei eine recht große Bandbreite der Webentwicklung abdecken. Das beginnt mit dem Einsatz von Eclipse in Verbindung mit HTML, CSS und JavaScript zur Erstellung einfacher statischer bzw. Client-aktiver Webseiten. Weiter folgen die Behandlung von weiteren clientbasierten Techniken wie XML etc. (XML, XSLT) sowie Java-Applets, XML-Programmierschnittstellen (DOM, SAX, JAXP), Transformationen mit XSLT und DocBook, die Dynamisierung von Webseiten auf dem Server mit PHP, Perl, Python und Servlets sowie die Bereitstellung von Webinhalten mit Eclipse über FTP, WebDAV und dem Eclipse-Infocenter. Allerdings liegt der Schwerpunkt des Buchs deutlich bei Webentwicklung mit Java, was weder durch den Titel noch die umfangreiche Auflistung anderer Themen direkt deutlich wird. Die bis hierhin aufgelisteten Themen werden allesamt zum Teil 1 zusammengefasst und sind nach 70 Seiten beendet. Dabei erwartet den Leser im Wesentlichen eine kurze Einführung in die jeweilige Thematik sowie eine Auflistung interessanter Plug-ins samt deren Installation und einen Kurzeinblick in den Umgang. Ab Teil 2 beginnen mit J2EE und JSP sowie Web Services mit Java (SOAP, WSDL, UDDI) die tiefer gehenden Ausführungen, welche das Gros der Seiten im Buch stellen. Dabei erklärt das Buch in dem knapp 100 Seiten starken zweiten Teil zuerst die J2EE-Architektur, um dann eine Einführung in JSP 1.2 und dann JSP 2.0 sowie Tag-Bibliotheken (inklusive SQL- und XML-Tags) folgen zu lassen. Der zentrale Part von Teil 2 handelt von der J2EE-Webentwicklung mit Eclipse samt interessanter Plug-ins wie MyEclipse, EclipseJ2EE, SolarEclipse, Lomboz sowie Server-Plug-ins (JBoss, JOnAS etc.). Aber auch Designer-Plug-ins für den Umgang mit UML und Datenmodellierung, Frameworks zur J2EE-Webentwicklung (Struts, JSF, WebWork), Datenbankzugriff aus J2EE-Webanwendungen (JDBC, JDO, Hibernate) sowie das Testen und die Fehlersuche in J2EE-Webanwendungen kommen zur Sprache. Teil 3 dreht sich um Web Services mit Eclipse, wobei sowohl die Verwendung (WSDL, SOAP) als auch die Erstellung (WSCalendar) behandelt werden. Im abschließenden Teil 4 kommen Web Clients mit Eclipse (das Browser-Widget, Google-Anfragen als Eclipse-Kontextfunktion, Webzugang über Proxys etc.) zur Sprache. Insgesamt kommen sehr viele Fragen der Webseitenentwicklung zur Sprachen, aber der Umfang der behandelten Themen macht den Eindruck, die Autoren wollen alles und jeden zufrieden stellen. Eine Fokussierung auf weniger Themen wäre möglicherweise sinnvoller gewesen. Das Niveau des Buchs ist gehoben und – von einigen kleineren Ungenauigkeiten im ersten Teil wie ein paar falsche Angaben von Eclipse-Menüstrukturen abgesehen – von hoher Qualität. Die vom Verlag als Voraussetzungen empfohlenen praktischen Kenntnisse in Java und grundlegenden Kenntnisse in Standard-Webentwicklungstechniken wie HTML oder JSP sollte ein potenzieller Interessent jedoch ernst nehmen. Das Buch ist definitiv kein Einsteigerbuch, das die behandelten Techniken von Grund auf erklärt. Typische Webseitenersteller mit auf HTML oder PHP beschränkten Kenntnissen werden keine echte Freude haben. Aber das ist sicher kein Negativpunkt, denn ein erfahrener Leser wird von Anfängerthemen gelangweilt und freut sich, wenn es intensiv zur Sache geht. Am besten werden Leser bedient sein, die die jeweils behandelten Techniken bereits sehr gut beherrschen und lernen wollen, wie man diese mit Eclipse respektive verschiedenen Plug-ins umsetzt.

von Ralph Steyer

Kommentare

Gravatar Webentwickler 03.02.2011
um 21:56 Uhr
Eines der besten Bücher was eclipse angeht. Hat mir echt geholfen, anfangs wurde ich von der eclipse Vielfalt total erschlagen! #zitieren