Wieder einmal haben sich eine Vielzahl von Autoren zusammengesetzt um ein Themengebiet komplett zu durchleuchten. "Opfer" von Richard Anderson, Mark Birbeck, Michael Kay, Steven Livingstone, Brian Loesgen, Didier Martin, Stephan Mohr, Nikola Ozu, Bruce Peat, Jonathan Pinnock, Peter Stark und Kevin Williams ist das Thema XML. In dem knapp 1200 Seiten umfassenden englischsprachige Werk des wrox-Verlages wird praktisch jeder Aspekt, angefangen von XML, über DTD, DOM, XSL usw. behandelt. Aufgrund des Umfanges ist es nicht weiter verwunderlich, dass jedes Thema gründliche Berücksichtigung findet: Die ersten dreißig Seiten beleuchten sämtliche Facetten von XML, danach wird die komplette Syntax von XML und DTD vorgestellt.
Nächster Themenkomplex sind die Möglichkeiten, XML-Dokumente per Document Object Model (DOM) bzw. Simple API for XML (SAX) zu verarbeiten. Dabei konzentriert sich das Buch nicht auf eine einzelne Programmiersprache, allerdings liegt der Fokus deutlich bei Java. Neben der Erklärung der API werden auch Design Patterns dargestellt. Obgleich eigentlich nur die 1.0 Versionen von DOM und SAX beschrieben werden, wird am Ende über die (wahrscheinlichen) Neuerungen der zukünftigen 2.0 Versionen berichtet.
Trotz der Etablierung von XML bleiben bisher doch noch einige Wünsche offen. So sind insbesondere die DTD schwierig zu handhaben und in ihrer Aussagekraft beschränkt. Wünschenswerter ist die Beschreibung mit Hilfe von in XML geschriebenen Metadaten. In einem fünfzig Seiten langen Kapitel Namespaces und Schemas, wird diese Problematik und die Lösungsansätze behandelt. Obwohl XML Daten und ihre Semantik beschreibt, fehlt es doch an den Datenbank-typischen Möglichkeiten, Beziehungen zwischen Daten zu erzeugen und Anfragen zu stellen. Mittels der in Kapitel 8 beschriebenen Technologien XML Information Set, XLink, XPath, XPointer, XML Fragment Interchange und Querying XML documents soll eine solche Möglichkeit geschaffen werden. Neben den Technologien an sich findet im Kapitel 10 ein Vergleich mit der Mächtigkeit von SQL statt und es werden Möglichkeiten gezeigt, XML auf Datenbanklevel zu erweitern.
Häufig benötigen unterschiedliche Systeme verschiedenste Darstellungen der Daten, sodass XML-Dokumente transformiert werden müssen. Kapitel 9 zeigt, wie eine solche Transformation über XSL erfolgen kann.
Nachdem im ersten Teil des Buches zahlreiche lokale Verarbeitungsmöglichkeiten von XML-Dokumenten dargestellt wurden, befasst sich der zweite Teil mit der Verwendung von XML zum weltweiten Datenaustausch. Kapitel 11 macht mit der Server-zu-Server Kommunikation über XML-RPC, SOAP und WEBDAV den Anfang, bevor im folgenden Kapitel der Nutzen für das eBusiness, welches bisher vorrangig über das komplizierte EDI-Format Daten austauscht.
Weiterhin sollen XML-Daten häufig auf Webseiten übertragen werden. Kapitel 13 beschreibt die verschiedene Wege, wie XML z. B. direkt mit Hilfe von CSS oder mittels vorheriger Transformation über XSLT in den Browser oder auf das WAP-Handy gelangen kann. Aufgrund der besonderen Herausforderungen, welche die kleinen Anzeigen und die langsame Übertragung von Handys an das Protokoll stellen, wird ihm ein eigenes umfangreiches Kapitel gewidmet.
Als dritter Teil des Buches werden auf 150 Seiten vier Fallstudien vorgestellt, die eine Vielzahl der vorgestellten Techniken einsetzen. Schließlich stehen 8 Anhänge als mächtiges Nachschlagewerk zur Verfügung.
Zielgruppe
Für den Einsteiger in objektorientierte Konzepte ist das Buch kaum geeignet, weil diese häufig verwendet und als bekannt angenommen werden. Der fortgeschrittene Programmierer sollte jedoch keine größeren Verständnisschwierigkeiten haben. Neben der Möglichkeit, das gesamte Buch durchzuarbeiten, können auch einzelne Kapitel herausgepickt werden, da diese weitestgehend unabhängig voneinander sind. Jedes Kapitel beginnt mit einer Erläuterung der Problemstellung und schließt mit einer Zusammenfassung. Dank der hervorragenden Gliederung kann es auch problemlos als Nachschlagewerk benutzt werden. Code-Beispiele sind grau hinterlegt und damit leicht zu finden. Auch mit Diagrammen und Screenshots wird nicht gegeizt. Zwar ist in dem Buch keine CD enthalten, alle (umfangreicheren) Beispiele können jedoch aus dem Internet geladen werden. Darüber hinaus werden an diversen Stellen Links für genauere Informationen angegeben.




