Einsteigern in eine Programmiersprache wird es heute oft nicht leicht gemacht. Während früher ein Texteditor, ein Compiler und ein paar Zeilen Programmcode ausreichten, um ein C- oder ein Pascal-Programm zu entwickeln, ist es heute doch wesentlich schwieriger geworden. Aus Sicht des Anfängers sind komplexe Installationen durchzuführen und der Programmcode ist häufig von einer genauen Namensgebung irgendwelcher Bezeichner abhängig. In diesem Sinne ist es erfreulich, wenn sich ein Autor nicht der vollen Bandbreite der Entwicklungsmöglichkeiten einer Programmiersprache widmet, sondern über einen ausgewählten Teil den Einstieg in die Sprache vorbereitet. Das vorliegende Buch basiert auf einem Vorlesungsskript zur Einführung in die Programmierung mit Java.
Der Inhalt gliedert sich in zwölf Kapitel. Das Buch beginnt mit einer Einführung in Java, der Vorstellung von Operatoren, Variablen und Kontrollstrukturen. Danach wird mit Klassen der Einstieg in die objektorientierte Programmierung begonnen. Wie alle Autoren eines Grundlagenwerks versucht auch Schiedermeier, seine individuelle Lernstrategie zu entwickeln und lässt mit String-Verarbeitung und Packages und der Dokumentationserstellung über Javadoc den Klassen wieder etwas Hintergrundwissen und Abrundendes folgen. Danach geht es mit Vererbung weiter. Dieses Kapitel beginnt interessanterweise mit Interfaces, die bekanntlich nicht vererbt, sondern implementiert werden. Über Assertions und Exceptions wird der Ausnahmebehandlung bzw. dem Test von Anwendungen ein Kapitel gewidmet. Zur Datenverwaltung folgen zum Abschluss Informationen zu Arrays, Collections und Generics.
Für knapp 40 Euro erhalten Sie eine relativ teure Einführung in Java, die auch nicht durch den farblich aufwendigeren Druck kompensiert wird. Andere Publikationen geben für rund zehn Euro einen deutlich umfangreicheren Einstieg. Erklärungen sind oft ungenau und werden erst später präzisiert. Der Beispielcode ist häufig unvollständig und dadurch schwer verständlich. Unvorteilhafte Definitionen wie Polymorphismus in Zusammenhang mit Operatoren oder unveränderliche Klassen in Zusammenhang mit Konstanten sind nur einige der Schwachstellen, die beim Leser zu falschen Schlüssen führen (wie auch die falsche Annahme, dass eine Division mit 0.0 bei Gleitkommazahlen eine Exception auslöst). Bei vielen Sprachkonstrukten fehlt die Angabe der Motivation, welche die Entwickler der Sprache Java damit verbunden haben. Fazit: Andere haben dies schon preiswerter und besser gemacht.








