In einigen Kreisen würde man den Autor als "Vier von Vier" bezeichnen, denn er ist einer der Mitautoren des bekannten "GoF"-Buches. Der Stil dieses Buches ist wesentlich, sagen wir, relaxter als der des Originals. Man sieht dem Autor an, daß er sehr viel Freude beim Schreiben des Buches gehabt hat. Diese gute Laune steckt auch den Leser an und geht auch durch die sehr gute deutsche Übersetzung nicht merklich kaputt (z.B. "Ein Singleton umbringen").
Der Inhalt des in der Originalausgabe 1998 erschienen Buches sind die Erfahrungen, welche John in der Anwendung der Muster gemacht hat. Dabei sind nicht allein die Erfahrungen zu nennen, welche während der Nutzung auftreten, sondern auch die, wie Menschen auf diese Muster reagieren. So versucht John, mit einigen Vorurteilen aufzuräumen ("Die Mustergemeinde ist selbstsüchtig, ja verschwörerisch"). Anschließend geht es an die originalen Muster, welche noch einmal aus anderen Blickwinkeln, mit Ihren Variationen und natürlich auch Fallen betrachtet werden. Diese Tips sind sehr hilfreich, um die ganze Materie des Originals noch einmal in Ruhe zu verdauen. Gleichzeitig sollte das Buch mit etwas Abstand zum Original gelesen werden, welchen man möglicherweise dazu nutzt, mit den GoF-Patterns selbst zu experimentieren oder sich die Umsetzung der Muster in diversen Programmiersprachen zu Gemüte zu führen. Konkret werden unter anderem die Muster "Singleton", "Observer", "Visitor" und "Memento" verbessert, "Multicast" ausführlich diskutiert und ein neues Muster vorgestellt.
Auf jeden Fall ist das Studium des GoF-Klassikers ein Muß für das Verständnis des Buches. Mit ca. 170 Seiten fällt der Umfang von "Entwurfsmuster anwenden" auch etwas moderater aus, als von einigen Schwergewichten der Informatik gewöhnt. Dies kommt durch die ständige Referenz auf das Originalwerk. Aber: wer bewertet Bücher denn schon nach Ihrem Gewicht? Den Abschluss des Werkes bilden die "sieben goldenen Regeln für Muster-Entwickler". Hier fordert der Autor selbst noch einmal eindringlich dazu auf, Muster zu entwickeln und der Öffentlichkeit zu präsentieren. Schließlich können auch von Ihren Erfahrungen andere profitieren.




