Da liegt es nun vor mir, das knapp 700 Seiten umfassende Praxishandbuch XHTML von Daniel Koch. Daniel Koch ist Autor weiterer Bücher zum Thema HTML, XHTML und XML, somit darf man gespannt sein auf das mir vorliegende Werk. Das Buch ist im ADDISON-WESLEY Verlag erschienen und ist aus der net.com Reihe. Die net.com Reihe zeichnet sich als praxisnahe "Erfahrungsberichte" der Autoren aus.
Jedes Kapitel beginnt Daniel Koch mit einem einladenden Zitat und am Ende eines jeden Kapitels ist eine vollständige Referenz in Tabellenform als schnelles Nachschlagewerk abgedruckt. Aus seiner Erfahrung heraus gibt er zahlreiche Hinweise und Tipps, wie man die wohlbekannten browserspezifischen Probleme im Umgang mit den Webbrowsern umgehen kann. Daniel Koch geht sehr detailliert auf die mangelnde Einhaltung von W3C-Richtlinien der Webbrowser ein. Auch die spezifischen Tags der zwei verbreitetsten Webbrowser "Netscape Navigator" und "Internet Explorer" werden detailliert behandelt. Mit Illustrationen zu den vorgestellten Beispielen wird allerdings sehr sparsam umgegangen, somit wird der Leser dazu animiert, tatkräftig mitzuarbeiten.
Der Titel des Buches beschreibt den größten Teil des Buchinhaltes treffend. Über die Hälfte des Buches geht Daniel Koch auf die Webseitenauszeichnungssprache HTML ein. In der Einführung zum Buch begründet Daniel Koch "die Gewichtung auf diese Kapitel, mit einem größeren praktischen Nutzen für den derzeitigen Einsatz" . Daniel Koch beschreibt in diesem Kapitel sowohl die allgemeinen Syntaxregeln, wie Farben, Schriftarten, Textformatierungen und Listen, als auch weiterführende Sprachelemente wie Tabellen, Formularelemente, Frames, Verweise, Meta-Angaben und die Einbettung von Objekten.
Die zweite Stütze des Buches, mit nahezu einem viertel, bildet die frei definierbare Sprache für Formatvorlagen -- Cascading Style Sheet (CSS). Auch hier findet der Leser wertvolle Tipps zur korrekten und browserunabhänigen Gestaltung von Webseiten. Am Ende des Kapitels befindet sich eine vollständige CSS-Referenz, mit einer umfangreichen CSS-Interpretationsübersicht der verschiedenen Browsertypen und Versionen.
Das dritte und kleinste Kapitel bildet die etwas ins Stocken geratene Sprache zur Erstellung von Informationsseiten auf Handys und PDA's mit Hilfe der Wireless Markup Language (WML).
Auch hier geht Daniel Koch ausführlich auf die direkten Probleme im Zusammenhang mit WML ein. Wahrscheinlich wird aus diesem Grunde nicht gezielt auf vorhandene WML-Browser eingegangen, sondern die Sprache WML nur ganz allgemein betrachtet.
Im letzten Kapitel widmet sich Daniel Koch dem Zukunftsthema Synchronized Multimedia Integration Language (SMIL), eine Erweiterung, der im Kapitel eins vorgestellten Sprache HTML, um Multimedia Dateien in einem Webbrowser unkomplizierter einzubinden, anzuordnen und darzustellen.
Der umfangreiche Anhang enthält in Tabellenform, neben den ISO-Sonderzeichen, der HTML-Farbreferenz, den MIME-Typen, den ISO-Ländercodes auch die Document Type Definition's (DTD's) von HTML, XHTML, WML und SMIL.
Fazit:
Der Schwerpunkt des Buches liegt eindeutig auf dem Thema (X)HTML und CSS. Der kundige Leser erhält in den ersten beiden Kapitel ein fundiertes Wissen zur Kombination der beiden Sprachen zur Gestaltung von anspruchsvollen Internetseiten. Als ein umfangreiches Nachschlagewerk sollte es einen Platz bei jedem ambitioniertem Webentwickler erhalten. Einziger Wermutstropfen ist meiner Meinung nach das Fehlen von ausführlicheren Beispielen, die ich bei dem Preis des Buches auf einer mitgelieferten CD erwartet hätte.




