Donnerstag, 24. Mai 2012


Buch-Tipp

JavaServer Faces

(Link zum Artikel: http://www.entwickler.de/jaxenter//000624)
  • Autor/in: Sven Haiges, Marcel May
  • Verlag: entwickler.press
  • Seiten: 235
  • erschienen: 2006
  • Preis: € 29,90
  • ISBN: 3-939084-05-0

Nachdem sich Java Server Faces (JSF) zum neuen Standard-Framework für Webanwendungen gemausert hat, müssen viele Struts- oder Spring-MVC-Entwickler erst einmal umlernen, wozu es geeigneter Literatur bedarf. Diese Nachfrage will das Buch "Java Server Faces" befriedigen, das anhand von Beispielen in die Arbeit mit JSF einführen soll. Wie bei vielen Büchern üblich beginnen die Autoren mit einer Abhandlung über die Historie von JSF und geben dann einen Überblick über das Framework. Dieser geht jedoch sehr schnell ins Detail: Konfiguration der faces-config.xml-Datei, Implementierung einer kleinen JSF-Seite mit Managed Bean.

Anschließend kommt der Leser aber zu seinem Überblick, in dem die Autoren die zur Entwicklung einer JSF-Anwendung notwendigen Schritte vorstellen und danach den Lebenszyklus einer Anfrage erläutern. Es folgt ein umfangreiches und sehr trockenes Kapitel, in dem die verschiedenen JSF-Komponenten mit ihren HTML-Tags vorgestellt werden. Im Anschluss stellen die Autoren Model-Objekte, Validierung, Konvertierung, Event-Handling, Navigation und Lokalisierung vor. Hierbei präsentieren sie stets kleine "Code-Schnipsel" aus einer großen Beispielanwendung, die allerdings etwas aus dem Zusammenhang gerissen sind. Kleine, alleinstehende Beispiele hätten hier vielleicht besser gepasst.

Nach einem kurzen Exkurs in die Integration des Spring-Frameworks und Hibernate geht es in die Tiefen der Custom User Interface Components, wobei die Autoren die Implementierung eigener JSF-Komponenten am Beispiel einer Kalender-Komponente vorstellen. Allgemein verfügbare JSF-Komponenten-Bibliotheken werden leider nur spärlich erwähnt, sodass der Leser hier auf eigene Nachforschungen angewiesen ist. Im letzten Kapitel stellen die Autoren – diesmal sogar mit einem übersichtlichen Beispiel – die Alternative JSF mit Facelets vor.

Zusammenfassend hinterlässt das Buch einen durchwachsenen Eindruck. Sprachlich ist es oft etwas ungeschickt formuliert und kompakte, in sich abgeschlossene Beispiele fehlen häufig. Und leider werden einige interessante Themenbereiche nicht abgedeckt: JSF-Unterstützung in integrierten Entwicklungsumgebungen (z.B. Sun Java Studio), Build-Management, Security, automatisiertes Testen, Komponentenbibliotheken und das Erweitern um AJAX-Funktionalitäten.

von Frank Mathy

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