Die Erwartungshaltung, die "magische Orange" (das IT-Budget) Jahr für Jahr möglichst ohne Leistungseinbußen auszupressen, ist eine Erscheinung, der IT-Verantwortliche wohl in vielen Unternehmen durch die Geschäftsführung ausgesetzt sind. Aus dieser "druckreichen" Situation heraus führt der Autor den Leser an die Ansatzpunkte, mit denen IT-Leiter und -Manager Strategien zur IT-Produktivitätssteigerung, zur Zielerfüllung bei gleichzeitiger angemessener Einsparung entwickeln können sollen. Zentraler Punkt ist dabei die Wandlung des sich um die Systemarchitektur kümmernden IT-Leiters (neben ihm gehören IT-Vorstände und Softwarearchitekten zur ausgewiesenen Zielgruppe dieses Buches) zu einem IT-Unternehmensarchitekten. Mit pragmatischem Ansatz führt der Autor den Leser an das Thema heran: Nach einer Einführung wird die Begriffswelt zu zentralen IT-Unternehmensarchitektur-Bausteinen – Anwendungs-/Projektportfolio, IT-Governance, Bezug zu Geschäftsmodellen etc. – mit praxisbezogener Sprache erläutert. Anschließend macht sich der Autor an die Beschreibung der "Agenda" des IT-Vorstands und die Ableitung von Handlungspfad und Qualifikation, die auf die Aktivitäten des IT-Unternehmensarchitekten Auswirkungen haben. Es werden im Überblick Instrumente zur standardisierten Prozessmodellierung wie der IT Infrastructure Library und dem aus dem Audit-Bereich stammenden COBIT, Standard-Rahmenwerke für das IT-Management sowie Werkzeuge zur IT-Planungsunterstützung beschrieben und deren Chancen und Grenzen beim Einsatz in der Architekturentwicklung angeführt. Interessant sind die Ausführungen zum Applikationsportfolio-Management, in denen die klassische Portfolioanalyse um die Dimension der IT-Anwendungen erweitert wird. Die Auseinandersetzung mit der Managementrolle des IT-Unternehmensarchitekten und die Beschreibung von Gefahren im IT-Management bei fehlender strategischer Ausrichtung ist gelungen. In Aufbau und Sprache nicht rein wissenschaftlich orientiert, ermöglicht dieses Buch neben einem praxisbezogenen Überblick bei Bedarf auch einen Überblick über wissenschaftliche Strömungen zum Thema dank der umfangreichen Quellenangaben. Etliche Checklisten und vier im Anhang aufgeführte, knappe Fallstudien zur Einführungspraxis in unterschiedlichen Branchen runden den positiven Gesamteindruck ab.








