Samstag, 11. Februar 2012


Buch-Tipp

Ajax Usability

(Link zum Artikel: http://www.entwickler.de/jaxenter//000700)

Tech Feed

  • Autor/in: Scott Raymond
  • Verlag: O’Reilly
  • Seiten: 23
  • erschienen: 2007
  • Preis: 7,90 €
  • ISBN: 978-3-89721-633-4
7/10 Punkte

Bei diesem 23-seitigen TecFeed mit dem Namen "Ajax Usability" handelt es sich um die Auskopplung des sechsten Kapitels aus dem Buch "Ajax und Rails". Die Aussagen und Ideen, die vermittelt werden, sind dabei aber weitgehend allgemeingültig gehalten. Lediglich die wenigen Codebeispiele verraten den engeren Bezug zu Rails.

Im ersten Kapitel mit dem Titel "Prinzipien der Usability" versteht es Scott Raymond ausgezeichnet, auf wenigen Seiten die allgemeingültigen Prinzipien zu vermitteln, die es beim Thema "Usability von Webanwendungen" zu beachten gilt. Eine benutzerfreundliche (Web-)Anwendung sollte dem Anwender nicht im Wege stehen, sondern ihm helfen, seine Arbeit so effektiv wie möglich zu erledigen. Sehr anschaulich und verständlich wird die Aufgabe einer Anwendung mit verschiedenen Rollen aus dem Geschäftsalltag verglichen. So soll die Anwendung für den Benutzer die Rolle eines persönlichen Assistenten, eines Reiseleiters, eines Mentors und eines Trainers übernehmen. Ebenfalls wird der Unterschied des Benutzermodells gegenüber dem Programmmodell erläutert und anhand eines Beispiels verdeutlicht.

Nach der interessanten Einführung in die Thematik wird im folgenden Kapitel auf die Eigenheiten von Webanwendungen eingegangen. Um das Verständnis für die Natur einer Webanwendung zu erhöhen, wird etwas detaillierter die Natur des Webkontexts bzw. des zugrunde liegenden HTTP-Protokolls erklärt. Insbesondere wird die Bedeutung der Seite als fundamentales Konzept im Web hervorgehoben und darauf hingewiesen, dass die Ajax-Technologie daran ist, dieses Konzept der Seite auf den Kopf zu stellen. Gemäß Raymond bringt Ajax zwar etwas Entspannung in die unterschiedlichen Naturen von Web- und Desktopanwendung, doch sollte man nicht allzu leichtfertig das Konzept der Seite über Bord werfen. Wahrscheinlich ist der durchschlagenden Erfolg des Web zu einem großen Teil auf die Umsetzung dieses einfachen Konzepts zurückzuführen. Die bisher gewonnenen Erkenntnisse werden im Kapitel über die "Usability im Web" dazu verwendet, um verschiedene Regeln für die Entwicklung von Ajax-fähigen Webanwendungen abzuleiten. Es wird auch die Frage diskutiert, wann Ajax verwendet werden soll und wann nicht. Auf den letzten sechs Seiten wird näher auf die Problematik der plattformübergreifenden Entwicklung eingegangen. Nach der spannenden Lektüre über "Usability" verliert sich dieses letzte Kapitel leider in etwas langatmigen Detailfragen und technischen Ausführung zu den verschiedenen Browserversion die es mit Ajax zu unterstützen gilt.

Neben all den aufregenden Technologien und Möglichkeiten in der heutigen Anwendungsentwicklung, sollte man die eigentlichen Benutzer nicht aus den Augen verlieren. Gelingt es einer Anwendung nicht, dem Anwender zu helfen, so effektiv wie möglich zu arbeiten, so verfehlt sie ihr Ziel. Mit Ausnahme des letzten Kapitels vermittelt dieses TecFeed einige einfache, nicht-technische Prinzipien, welche sich jeder Entwickler oder Verantwortliche von (Web-)Anwendungen zu Herzen nehmen sollte.

von Daniel Seiler

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