Echtzeitsysteme sind Geräte oder Anlagen, für deren korrekte Funktionalität Zeitbedingungen eingehalten werden müssen. Man produziert Massengüter mit ihnen, nutzt sie in der Medizin oder trägt sie in Form von Mobiltelefonen im Alltag mit sich herum. Man kann also erahnen, welche komplexen Abläufe bei der Entwicklung beachtet werden müssen. Prof. Dr. Eberhard Kienzle und Prof. Dr. Jörg Friedrich wollen mit dem Buch „Programmieren von Echtzeitsystemen“ mithilfe einer Reihe von Programmbeispielen dabei helfen, effiziente Echtzeit-Software zu entwerfen und zu implementieren. Dabei versteht es sich beinahe von selbst, dass sich das Buch vornehmlich an Studierende und „Praktiker“ richtet; Grundkenntnisse in Elektronik, Digital- und Rechnertechnik sind ebenso unabdingbar wie Kenntnisse in der Programmierung von Mikrorechnern in C. Um die Theorie in die Praxis umsetzen zu können, erhalten Leser eine Demoversion des Echtzeit-Betriebssystem-Simulators RMOS3 von Siemens. Für den notwendigen Lernerfolg ist also gesorgt.
Sieben Kapitel umfasst das Buch. Neben der obligatorischen Einführung, in der alle wichtigen Grundbegriffe erklärt werden, bietet das zweite Kapitel eine Art Tutorial, in dem sich die Autoren der Entwicklung und Inbetriebnahme von Echtzeit-Software widmen. Kompilieren, Locaten, Test – kein Punkt wird ausgelassen. Danach folgen Kapitel zu Tasks und nebenläufigen Prozessen; man erfährt, wie wichtig zeitgerechtes Scheduling bei der Entwicklung von Echtzeitsystemen ist. Die Themen Multitasking, Speicherverwaltung und die so genannten Alarme, die eine wesentliche Voraussetzung zur Einhaltung von Zeitbedingungen darstellen, runden das Gesamtbild des Buches ab. Dabei unterstützen zahlreiche Aktivitätsdiagramme, technische Zeichnungen und sonstige Abbildungen den Leser bei der Lektüre; Übungsaufgaben sorgen dafür, das Gelesene in die Praxis umzusetzen.
Kienzle und Friedrich schaffen es, ein komplexes Thema so in schriftliche Form zu packen, dass man ihnen folgen und am Ende das Gelernte auch anwenden kann. Für alle Nichtinformatiker oder Nichtingenieure ist es zwar harter Tobak, durch den man aber interessante Einblicke in eine völlig eigene Welt erhält.




