Seit 2005 gibt es die Illusive-Reihe im Gestalten Verlag. Drei Bücher randvoll mit Illustrationen. Denn längt ist aus den bunten Aufmacherbildchen in politisch-philosophisch geprägten Hochglanzmagazinen eine „expressive und poetische Gestaltungsdisziplin“ geworden, so Claudia Mareis und Reinhard Wendler im Vorwort der dritten Ausgabe, „die aus unserer heutigen, visuellen Kultur nicht mehr wegzudenken ist.“ Gut so.
Ausgewählt sind die Arbeiten nach künstlerischen Kriterien. Einen Anspruch auf Vollständigkeit gibt es nicht. Zu groß, zu dervisiziert ist die Szene inzwischen. Klanten und Hellige bündeln die Arbeiten dennoch in sechs Chapter: Basic & Naive, Tactile Illustration, Fashion, Ink & Pencil, Deconstruktion & Collage sowie Towards Painting.
Jedes Kapitel wird mittels eines kurzen beschreibenden Textes eingeleitet. Die Einordnung und Entwicklung fällt somit leichter. Die einzelnen Kapitel sind zudem gespickt mit (leider überschaubaren) Interviews. Auch wenn hier zweifelsfrei die Illustrationen im Mittelpunkt stehen, ein wenig mehr an Fragen und Antworten, ein wenig mehr Interviews wäre schön gewesen. Gewähren die Gespräche doch nicht nur interessante, sondern teilweise auch überraschende Einblicke.
Nichts desto trotz, die Bilder sind beeindruckend. Die Auswahl ist enorm. Wer sich einen Überblick über zeitgenössische Illustration verschaffen möchte, der liegt mit Illusive genau richtig. Wer sich inspirieren lassen möchte, wer auf der Suche nach neuen Ideen ist, der sollte zu Illusive greifen. Und wer in dem Sammelband mehr sieht als „nur“ einen aktuellen Abriss der Zeichenkunst und sich auf die Kontextsuche der Illustrationen macht, der entdeckt selten banales, oftmals emotional geladene Situationen. Der stößt auf aktuelle Gesellschaftsfragen, soziale, politische, religiöse. Und mitunter auch kurioses, beispielsweise bei der Recherche rund um Francesco D’Isa:




