Donnerstag, 24. Mai 2012


Buch-Tipp

Ich hasse Teams

(Link zum Artikel: http://www.entwickler.de/cod//000844)

Wie Sie die Woche mit Kollegen überleben

  • Autor/in: Svenja Hofert, Thorsten Visbal
  • Verlag: Eichborn Verlag
  • Seiten: 155
  • erschienen: August 2010
  • Preis: 12,95 Euro
  • ISBN: 978-3821857213
8/10 Punkte

Aller Wahrscheinlichkeit nach sitzen Sie, während Sie diese Zeilen lesen, in einem Großraumbüro. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass Sie nicht zu den 33 Prozent der Erwerbstätigen gehören, die in einem Einzelbüro hocken. Und seien wir ehrlich, gelesen werden Seiten wie CREATE OR DIE, in der Reichweitenstärke direkt hinter Spiegel Online, doch ohnehin nur während der Arbeitszeit. Freizeit, was war das noch mal? Schauen Sie sich also Ihren Kollegen gegenüber an, er hasst Sie. Zumindest die Zusammenarbeit im Team mit Ihnen. Jeder hasst Teams, seien Sie ehrlich. Eigentlich erstaunlich, wird die Teamarbeit hierzulande doch geradezu glorifiziert. Keine Stellenanzeige heute kommt mehr ohne ein groß geschriebenes TEAMFÄHIGKEIT aus.

Die Autoren Hofert und Visbal können das zwar nicht ändern, Sie wollen Ihnen mit "Ich hasse Teams" zumindest aber einen Leitfaden an die Hand geben, der Sie heil durch die Arbeitswoche mit ihren verhassten Kollegen bringt. Grundlage dieses Leitfadens ist das Ergebnis einer von beiden Autoren durchgeführten "Teamhasser-Studie".

Anhand exemplarischer "Kollegen" macht der Leser Bekanntschaft mit 9 von 13 ausgemachten Teamplayer-Typen. Die hatten ihr Schicksal bereits erkannt, stürzten sich wagemutig in die therapeutischen Hände der Autoren, um fortan ein besseres Teammitglied zu werden. Angeblich soll die im Buch anonymisierte Gruppe nach erfolgter "Heilung" sogar die Idee für ein Startup entwickelt haben. Der Leser kann beobachten, wird von den Problemen der Anderen unterrichtet und kann an den Lösungsvorschlägen partizipieren.

Das klappt erstaunlich gut, auch wenn einem die Ratschläge der Autoren manchmal etwas platt erscheinen. Aber die einfachste Lösung ist eben manchmal die Beste. Und die Gruppe der im Buch näher beschriebenen Teamhasser ist derart breit gestreut, dass sich die meisten in einem Protagonisten wiederfinden werden. Pardon, Sie natürlich nicht. Ihr Kollege gegenüber. Sie haben ja Teamplayer-Social-Skills bis zum Abwinken, was auch immer das bedeuten mag.

Wenn es mit dem Team also mal wieder nicht so klappt wie Sie sich das vorstellen, dann sollten Sie vielleicht einen Blick in dieses Buch werfen. Oder Sie kaufen das Buch und legen es ihrem Chef auf den Schreibtisch. Aufgrund mangelnder Strukturen, diffuser Briefings und Aufgabenbeschreibungen, ungenügendem Durchsetzungsvermögen und fehlenden Visionen aus den oberen Etagen leisten Teams vielerorts nicht das, was sie leisten könnten. Der Fisch stinkt bekanntlich am Kopf zuerst.

von Felix Schrader

Kommentare

Gravatar eMazing 08.11.2010
um 09:40 Uhr
Ja ich hasse teams, ja ich hasse sie, ja ich werde lesen^^ #zitieren