"Was ist die Intention, ein gutes Buch über Web Services, weit ab von den schon am Markt verfügbaren Büchern, zu schreiben?" Mit diesem Satz beginnt das Vorwort zu diesem Buch und es lassen sich einige Ansprüche der Autoren an ihr eigenes Buch erkennen: Gut und anders.
Nachdem die serviceorientierte Architektur (SOA) erst als Allheilmittel beschrieen wurde und sich dann der Hype wieder legte, hat SOA in bestimmten Bereichen ihre Praxistauglichkeit bewiesen. Sie ist nicht überall sinnvoll einsetzbar, in bestimmten Bereichen jedoch das Mittel der Wahl. Und Web Services sind wichtige Bausteine bei deren Realisierung.
Das vorliegende Buch geht kurz auf Historie und Hintergründe einer SOA sowie die im Buch genutzten Java APIs und Werkzeuge ein, um sich dann auf die Web Services zu konzentrieren. Schritt für Schritt wird der Aufbau der Protokolle und der Web Service Description Language (WSDL) gezeigt, ausgehend vom einfachen Java SE hin zum Application Server mit ESB. Es wird gezeigt, wie Nachrichten oft rein deklarativ beeinflusst, optimiert und gesichert werden können. Dabei nutzen die Autoren ein Fallbeispiel aus dem Bereich Banking mit Zusatzservices wie Theaterkartenbestellung. Im Laufe des Buchs werden die einzelnen Use Cases umgesetzt und andeutungsweise ausgebaut. Als Buch für Praktiker enthält es viele Listings, entsprechend der Natur der Sache deutlich mehr XML-Deklarationen als Java. Auch wenn ein Entwickler in der Praxis die Deklarationen nicht in dieser Ausführlichkeit selbst erstellt, sondern sich generieren lässt, so lernt man mit diesem Buch, was sich dahinter verbirgt, und wie dies gezielt angereichert oder verändert werden kann. Obwohl die Deklarationen teilweise bereits verkürzt dargestellt sind, sind sie teilweise mehr als seitenfüllend. Hier wäre eine Hervorhebung der wichtigen bzw. geänderten Zeilen hilfreich.
Web Services machen dann Sinn, wenn sie in einem Prozess zusammenarbeiten. Auch diesem Thema widmen die Autoren ein Kapitel, ebenso wie dem alternativen bzw. ergänzenden REST-Ansatz. Schließlich gibt es noch ein paar übergreifende Gedanken und Empfehlungen zum Thema.
Die einzelnen Kapitel führen in das jeweilige Thema ein. Je nach Thema folgt dann ein längerer praktischer Teil. Abgeschlossen wird dies jeweils durch eine Zusammenfassung sowie Kontrollfragen, zu denen das Buch im Anhang die Lösungen bietet.
Als Zielgruppe nennt das Buch Softwarearchitekten, Projektleiter und IT-Manager. Aufgrund des hohen praktischen Anteils ist es daneben sicherlich auch für Entwickler höchst interessant. Für Projektleiter und IT-Manager dagegen sind die langen Listings eher störend. Für diese Zielgruppen, insbesondere letztere, reichen jeweils Einführung und Zusammenfassung den nötigen Überblick zum Thema zu erhalten.




