Twitter, Facebook, LinkedIn, Xing, StudiVZ, Gowalla, Foursquare, Digg, Delicious, YouTube, Vimeo, MyVideo, Google Buzz, Flickr, TwitPic, Mister Wong, Wordpress, Blogger, Tumblr, Posterous, Disqus und LastFM sind die Social Media Services, die mir gerade eben aus dem Stehgreif eingefallen sind. Ein kurzer Blick in das Handbuch Social Media – Wie Sie mit Twitter, Facebook und Co. Ihren Kunden näher kommen von Thomas Pfeiffer und Bastian Koch zeigt mir, ich hätte wenigstens noch auf Wikipedia, FriendFeed, Slideshare, Skype und vielleicht MySpace kommen können. Was soll diese Auflistung? Einsteigern mag es bei der Hülle und Fülle verfügbarer Dienste schwerfallen, den richtigen Einstieg in das Thema "Social Media" zu finden.
Doch werfen wir, bevor wir uns dem eigentlichen Thema zuwenden, einen Blick auf die Umschlaggestaltung. Interessierten, die nach einem gelungenen Ratgeber zu Social Media suchen, dürfte das Buch wenigstens in der Buchhandlung kaum auffallen: Das Cover-Design erinnert eher an ein Kindermalbuch, als an ein kompetentes Nachschlagewerk. Doch wie heißt es noch so schön: Man soll ein Buch nicht nach seinem Deckel beurteilen. Hinter diesem – zugegebenermaßen – schlichtem Cover verbergen sich die geballten Erkenntnisse des Twittwoch e.V., für den unter anderem die beiden Autoren Pate stehen – Webevangelist Pfeiffer als Mitglied des Vereinsvorstands und Koch von der Marketing-Agentur keksbox als erfahrener Twittwoch-Referent. Wenn sich jemand den Fragen eines Social Media-Interessierten stellen kann, wer dann?
Und beim Stichwort "Fragen" sind wir auch direkt beim Inhalt, denn – man bedenke die übertrieben lange Auflistung aus dem ersten Absatz – wenigstens 131 dieser Fülle will Social Media beantworten. Jedes Kapitel widmet sich einem bestimmten Problem, das speziell Business-Anwender beschäftigen dürfte. Mit welchem Tool kann ich im Team twittern? Hafte ich für strafbare Kommentare in meinen Social-Media-Kanälen? Wie kann ich YouTube für mein Unternehmen nutzen? Wie setze ich Twitter-Listen sinnvoll ein oder welchen Client soll ich verwenden? Kurze und präzise Antworten mit weiterführenden Links, Details, wo sie errforderlich sind sowie jeder Menge Anregung, Inspiration, Tipps und Tricks erwecken dabei den Eindruck althergebrachter FAQs.
Selbstverständlich reiht man nicht einfach eine Frage an die nächste, sondern geht mit System vor. Ausgehend vom Allgemeinen, dem Thema "Social Media", geht man zum Speziellen vor, wie den einzelnen Diensten, ihren Anwendungsmöglichkeiten und -bereichen. Was von unerfahrenen Lesern, die sich einen Überblick verschaffen wollen, in hohem Maße als Stärke wahrgenommen werden kann, entpuppt sich erfahreneren Lesern jedoch als deutliche Schwäche: Wer sich mit dem Thema "Social Media" eingängig befasst, dem erscheint die klare Gliederung zu weitläufig und die knappen Kapitel zu oberflächlich. Zwar geht man an vielen Stellen ins Detail, die Fragen von Profis bleiben dagegen unbeantwortet.
Bei all der vielen Fragerei bleibt abschließend somit eine offen, die das Buch nicht beantwortet: Wer soll Social Media kaufen? Hier springen wir gerne in die Bresche. Social Media empfiehlt sich jedem, der darüber nachdenkt, Social Media in seinem Unternehmen einzusetzen, dem aber noch der nötige Überblick fehlt. Derjenige wird nicht nur Antworten finden, sondern auch Spaß an dem Thema und Lust auf mehr. Und ganz nebenbei: Falls doch mal eine Frage offen bleiben sollte, kann man diese noch bis zum 30. März nachträglich über den eigens dafür eingerichteten Formspring-Account AWSocialMedia stellen.




