Sonntag, 12. Februar 2012


Interview

Donnerstag, 3. August 2006 | Interview

Subversion On Demand: „Software as a Service“ - Ein Interview mit Rainer Heinold und Dominique Wurzler

(Link zum Artikel: http://www.entwickler.de/php/kolumnen/032589)
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Rainer Heinold und Dominique Wurzler

CollabNet, Hauptsponsor des Open-Source-Versionsverwaltungssystems Subversion bietet für Nutzer von Subversion als „stand-alone“-Version jetzt Services, Training und Support für den unternehmensweiten Einsatz. Mit CollabNet Subversion On Demand steht das Versionskontrollsystem als kostengünstige Variante mit zusätzlichen Funktionalitäten zur Verfügung. Wir sprachen mit Dominique Wurzler, VP und General Manager of European Operations, und Rainer Heinold, Manager Technical Services Europe.

Können Sie die erweiterten „Subversion On Demand“-Funktionalitäten kurz erläutern?
Collabnet: Zu den erweiterten Subversion-Funktionalitäten gehört ein webbasiertes User-Modul für die Administration, die damit nicht mehr auf Ebene der Kommandozeile stattfinden muss. Darüber hinaus stehen spezielle Werkzeuge für Kommunikation und Collaboration im Team zur Verfügung. Änderungen werden über projektgebundene Mailinglisten innerhalb der Plattform kommuniziert. Entwickler und andere Projektbeteiligte können durch die damit entstehende Transparenz ihre Arbeit leichter koordinieren oder schneller für das Projekt produktiv werden. Für jedes Projekt stehen fünf Mailinglisten zur Verfügung: Zwei für Commits und Issues, die anderen drei für Informationen über Meilensteine, für technische oder allgemeine Diskussionen. Die notwendige Sicherheit bietet die Plattform über eine Rollen- und Rechtesystem, das feingranulare Einstellungen bis auf die Datenebene ermöglicht.

Was bietet die On-Demand-Version im Vergleich zum „stand alone“ Subversion?
Collabnet: CollabNet Subversion On Demand ist ein Produkt/Service-Angebot für den Einsatz im Unternehmen, das als so genannter „Managed Service“ zur Verfügung gestellt wird. Im Unterschied zur „stand-alone“-Variante muss sich der Anwender nicht um Download, Installation, Verteilung/Konfiguration, Updates oder die laufende Wartung der Infrastruktur kümmern und die Verfügbarkeit wird garantiert (>99 Prozent). Lediglich ein Internetzugang ist notwendig, um das Versionskontrollsystem zu nutzen oder zu skalieren, etwa für ein schnelles Deployment auf breiter Ebene bei sich ändernden Projektbedingungen. Die SaaS-(Software as a Service)Nutzung der Lösung verringert das Sicherheitsrisiko eines unkontrollierten Einsatzes von Subversion und senkt die Kosten für das Management einer breiten Nutzung. Dafür stehen speziell angebotene Unternehmensservices in den Bereichen Sicherheit, Wartung und Betrieb zur Verfügung.

Wie unterscheidet sich Subversion von seinem Vorgänger CVS?
Collabnet: Im Gegensatz zur allgemeinen Annahme handelt es sich bei Subversion in der Tat nicht um den Nachfolger, sondern um ein eigenständiges Projekt, das viele neue Features beinhaltet, aber auch fast alle Funktionen von CVS unterstützt. Beim Blick auf die Historie der beiden Systeme ist festzustellen, dass CVS rund 20 Jahre alt ist und damit aus der Taufe gehoben wurde, als die Tage des Internet noch nicht begonnen hatten. CVS wurde erst später auf das Web portiert. Subversion hingegen wurde von Open-Source-Entwicklern für Open-Source-Entwickler gemacht und trug wichtigen Themen der Web-Community, wie etwa Sicherheitsfragen oder verteilter Nutzung und vernetztes Arbeiten, von Anfang an Rechnung. Die grundlegende Client/Server-Ausrichtung von Subversion erleichtert die Wartung des Systems, wohingegen mit CVS gerade bei unabsehbar steigenden User-Zahlen Engpässe entstehen können.

Einige der Hauptunterschiede zu CVS in der Nutzung sind zum Beispiel die Versionierung von Verzeichnissen und Metainformation. Das Fehlen dieser Funktionalität ist eines der am häufigsten genannten Mankos von CVS.
Das Zurückstellen von Änderungen ist bei Subversion als Transaktion realisiert, ein so genannter Atomic Commit. Jeder Commit führt dabei auch zum Entstehen einer sog. Revision, also einer Momentaufnahme des gesamten Repository.
Darüber hinaus wurde Subversion für den verteilten Betrieb konzipiert. Sämtliche Interaktionen zwischen dem Server und dem Client sind auf den Ressourcenbedarf hin optimiert. Dieses gilt im Gegensatz zu CVS in beide Richtungen. Abschließend sorgt ein intelligentes Workspacemanagement dafür, dass einige Aktionen ohne direkten Durchgriff auf den Server durchgeführt werden können. Eine Erweiterung zu CVS ist auch die Option, neben dem herkömmlichen Copy-Edit-Merge Ansatz ebenso ein Lock-Edit-Unlock-Modell betreiben zu können.

An welchen Open-Source-Projekten beteiligt sich CollabNet noch?
Collabnet: Im deutschen Sprachraum dürfte das OpenOffice.org-Projekt am bekanntesten sein. Im Jahr 2000 hat Sun Microsystems diese Initiative gestartet, um die Open-Source-Gemeinde für die Weiterentwicklung des hauseigenen Produktes, einer Open-Source-Version von Suns StarOffice, zusammenzubringen.
OpenOffice.org stellt die notwendigen Ressourcen zur Verfügung, um diese Open-Source-Technologie der weltweiten Benutzergemeinde zugängig zu machen und zum freien Download anzubieten. CollabNet ist seit der Geburtsstunde Betreiber der Plattform, die mittlerweile zu den erfolgreichsten Open-Source-Projekten überhaupt – mit über 7,5 Mio. Zeilen Sourcecode beim ersten Release und heute über 10 Mio. Zeilen sowie über 49 Mio. Downloads der Applikation – zählt.
Die OpenOffice.org-Community hat hunderte Mailinglisten mit insgesamt 34.000 Abonnenten zur vereinfachten Kommunikation sowie über 100 Projekte mit noch mehr Subprojekten in Verwendung. CollabNet unterstützt dieses Projekt seit Anbeginn mit strategischer Beratung und Training und in ähnlicher Form auch die Plattformen java.net und netbeans.org. Darüber hinaus sponsort CollabNet mit der Plattform tigris.org eine Open-Source-Community mit vielen hundert Projekten rund um das Thema Softwareengineering.

Vielen Dank für das Gespräch!

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