Donnerstag, 24. Mai 2012


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Dezember 2009 | Artikel

Wer die Wahl hat, hat die Qual Fortsetzung, Teil 2

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Die Satisficing-Regel: Die Entscheidung fällt bereits, wenn eine Alternative gut genug ist

Bei unseren Entscheidungsprozessen werden wir häufig mit dem Problem konfrontiert, dass die Alternativen nacheinander auftauchen und wir eine präsente Option wählen oder ablehnen müssen, bevor sich weitere ergeben. Haben wir uns eine gegen Option entschieden, können wir oft später jedoch nicht mehr auf diese zurückgreifen. Haben wir also einen neuen Job abgesagt und stellen später fest, dass es im Moment keine bessere Alternative gibt, wurde die Stelle womöglich mit einem anderen Bewerber besetzt. Oft gibt es also kein Zurück und es gilt die Devise: Take it or leave it. In solchen Situationen entscheiden wir dann oft, sobald die Option auftritt und für gut genug befunden wird. Es herrscht zudem Unsicherheit, ob sich eine weitere, bessere Option in Kürze ergeben wird. Je nachdem wie anspruchsvoll der Entscheider ist, wird er diese bequeme Art der Entscheidungsfindung wählen. Manche haben auch im Hinterkopf, lieber erst einmal eine Entscheidung zu treffen und sich später für eine neue Alternative zu entscheiden, die einem dann als die Überzeugendere erscheint. In Karrierefragen ist ein solches Vorgehen nicht immer zu empfehlen, da man auf diese Weise schnell zum „Jobhopper“ wird.

Die Kosten-Nutzen-Regel: Die Entscheidung fällt, wenn jede weitere Überlegung mehr Aufwand als Nutzen bringt

Manche Umstände, z. B. in der Unternehmensführung, sind so komplex und umfangreich, dass man außerordentlich viele Kriterien in die Überlegungen mit einbeziehen muss, bevor man eine Entscheidung treffen kann. Auch wenn man die Kosten der einzelnen Entscheidungsschritte nicht exakt beziffern kann, so muss man doch abwägen, ob sich der Aufwand lohnt, eine Entscheidung unendlich hinauszuzögern, um so viele Aspekte wie möglich einzubeziehen. Letztlich geht es bei dieser Regel also darum, sich nicht mit möglichen Prognosen zu Kosten und Nutzen aufzuhalten, sondern sich der Entscheidung Schritt für Schritt zu nähern, bis wir feststellen, dass sich der letzte Verarbeitungsschritt nicht mehr lohnt. Vielleicht fehlt uns für den nächsten Schritt auch die Zeit oder das Wissen, bestimmte Nachforschungen anzustellen und alle notwendigen Zusammenhänge bis zur Vollständigkeit zusammenzutragen. Solange uns jedoch die Ungewissheit zur weiteren Recherche drängt, werden wir guten Gewissens keine Entscheidung treffen wollen. Erst wenn die für unsere Entscheidung wichtigen Aspekte deutlich werden und die Risiken absehbar sind, legen wir uns fest und haben dabei ein gutes Gefühl. Daraus ergibt sich sodann die letzte Entscheidungsregel.

Die Sicherheitsregel: Die Entscheidung fällt, wenn man sich sicher fühlt

Wenn unser persönliches Sicherheitsgefühl befriedigt ist, sind wir bereit, ein Urteil zu fällen. Das Sicherheitsniveau bzw. die Risikobereitschaft sind dabei bei jedem Entscheider und oft sogar in unterschiedlichen Entscheidungssituationen verschieden. Manchmal reicht es bei weniger wichtigen Entscheidungen bereits aus, sich auf wesentliche Aspekte zu beschränken, während z. B. bei essenziellen Entscheidungen das Bedürfnis nach Sicherheit deutlich steigt. Gerade bei unternehmerischen Herausforderungen können wiederum nicht alle Aspekte gemäß der Kosten-Nutzen-Regel geprüft werden, sodass man sich veranlasst sieht, eine Entscheidung zu treffen, sobald die Ungewissheit in den wesentlichen Aspekten durch klare Argumente und Recherchen reduziert wird.

Und was heißt das nun für wichtige berufliche Entscheidungen und die persönliche Karriere? Oftmals sind auch Entscheidungen, die aus dem Bauch heraus getroffen werden, die richtigen. Vor allem dann, wenn man über ein realistisches Selbstbild verfügt. Bei essenziellen Entscheidungen sollten die Risiken jedoch richtig abgewägt werden und man sollte sich die Zeit nehmen, alle relevanten Aspekte in die Entscheidungsfindung mit einzubeziehen, indem man sich einem oder gar mehrerer der zuvor genannten Methoden bedient. Dabei sollte man sich die Argumente und Kriterien für die eine oder andere Alternative nebeneinander in eine Entscheidungsmatrix notieren, um einen besseren Überblick zu bekommen und letztlich eine Entscheidung zu treffen, die man auch tragen kann.

Aber Achtung: Wer eine Entscheidung zu lange hinauszögert, verpasst schnell eine Chance, die eventuell nicht wiederkommt. Außerdem fühlen wir uns erst wieder richtig wohl in unserer Haut, wenn eine wichtige Entscheidung endlich getroffen wurde und man sie nicht mehr mit sich herumtragen muss. Eine gewisse Risikobereitschaft, auch mal eine falsche Entscheidung zu treffen, gehört dazu. Denn voran kommt nur derjenige, der auch bereit ist, kalkulierbare Risiken einzugehen. Darauf basiert nicht nur eine erfolgreiche Karrierestrategie, sondern auch zukunftsorientiertes unternehmerisches Handeln.

Yasmine Limberger ist Dipl.-Betriebswirtin und arbeitet seit mehr als 10 Jahren in der IT-Beratung. Verantwortlich u. a. für die Bereiche Recruiting und Personalmarketing, hat sie langjährige Erfahrungen in der Auswahl von IT-Fach- und Führungskräften. Ihre Spezialgebiete sind neben Persönlichkeitswahrnehmung, Training und Coaching auch Marketing und Alliance Management. Yasmine Limberger ist erreichbar unter: yasmine.limberger@gmx.de

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Kommentare

Gravatar Letizia 09.12.2011
um 00:00 Uhr
Ihr Artikel ist zwar bereits aus 2009, hat aber nichts an Aktualität verloren. Passend zum Thema eine deutsch-österreichische Co-Produktion, der Wahlsong "Wer die Wahl hat". Er ist auf Musicload, Amazon, Saturn usw. als Hörprobe eingestellt. Der Wahlsong richtet sich an alle "Wahlmuffel" und Desillusionierten. Bitte nicht als Werbung verstehen! Dafür ist das Thema zu wichtig. #zitieren