Samstag, 31. Juli 2010 |
Ab dieser Folge wird eine weitere Kategorie von Schutzsystemen vorgestellt: Intrusion-Detection- und Prevention-Systeme. Den Anfang machen Intrusion-Detection-Systeme (IDS). Dabei handelt es sich um Systeme zur automatischen Erkennung von Angriffen auf Netzwerke oder einzelne Rechner. Vereinfacht kann man sie als Systeme beschreiben, die die Logfiles der verschiedenen Netzwerkgeräte wie zum Beispiel Server, Firewalls und Router analysieren und die dabei gewonnenen Erkenntnisse mit bekannten Angriffsmustern vergleichen oder statistisch auswerten.
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Man unterscheidet sie nach dem Funktionsprinzip zwischen hostbasierten und netzwerkbasierten Systemen. Die Kombination beider Prinzipien führt zu hybriden bzw. verteilten (Distributed) Intrusion-Detection-Systemen.
Ein hostbasiertes IDS schützt immer genau einen Rechner (Host), indem es dessen Netzwerkverkehr, Betriebs- und Dateisystem überwacht. Es wird auf dem zu schützenden System installiert und kann dadurch sehr gut an dessen jeweilige Bedürfnisse angepasst werden. Eine Untergruppe der hostbasierten IDS sind die so genannten System Integrity Verifiers. Diese prüfen Dateien und Verzeichnisse mithilfe von Hash-Werten auf ihre Echtheit und erkennen dadurch Manipulationen durch Schadprogramme wie Trojaner, Viren und Root-Kits.
Vorteile hostbasierter IDS
Nachteile
hostbasierter
IDS
Ein netzwerkbasiertes IDS überwacht ein komplettes Netzwerk (bzw. ein Netzwerksegment), indem es alle darin übertragenen Pakete analysiert und auf verdächtige Muster untersucht. Aufgrund der anfallenden Datenmengen sind den Überwachungsmöglichkeiten eines einzelnen netzwerkbasierten IDS Grenzen gesetzt. Beim Erreichen dieser Grenze müssen mehrere Systeme kombiniert werden oder ein Teil des Netzwerkverkehrs kann nicht überwacht werden.
Vorteile
netzwerkbasierter
IDS
Nachteile
netzwerkbasierter
IDS
Diese verbinden host- und netzwerkbasierte IDS, indem sie die gewonnenen Daten mehrerer host- und netzwerkbasierter IDS in einem zentralen Managementsystem zusammenfassen. Die einzelnen IDS sind dann Sensoren des Managementsystems.
Zur Erkennung eines Einbruchs gibt es zwei Verfahren: Den Vergleich des aufgezeichneten und aktuellen Verhaltens mit bekannten Angriffssignaturen (Signaturerkennung, Signature Detection) und die statistische Analyse (Anomalieerkennung, Anomaly Detection). Beide Verfahren mit ihren Vor- und Nachteilen wurden bereits bei der Analyse der Firewall-Logfiles in About Security #38 vorgestellt.
In der nächsten Folge wird das Thema Intrusion-Detection-Systeme vertieft. Dann geht es unter anderem um die Positionierung des IDS im Netzwerk.
Wenn Sie Fragen oder Themenvorschläge haben, können Sie diese gerne an die angegebene E-Mail-Adresse senden oder im Security-Forum einbringen!
About Security – Übersicht zum aktuellen Thema "Intrusion Detection und Prevention Systeme"