Samstag, 31. Juli 2010 |
Wie angekündigt gibt es diese Woche einen Bericht über Neuigkeiten von der CeBIT. Sensationell Neues wurde dieses Jahr (zumindest im Bereich Sicherheit) nicht vorgestellt. Einige Produkte bzw. Themengebiete sind mir jedoch aufgefallen.
Hardware
Barracuda Networks hat die Barracuda IM Firewall vorgestellt. Unternehmen, die
Instant Messaging einsetzen und dadurch nicht generell verbieten können, haben
damit die Möglichkeit, die IM-Kommunikation zu kontrollieren, zu protokollieren und
abzusichern. Das System umfasst einen IM-Client und -Server mit Management- und
Sicherheitsfunktionen. Die Firewall ermöglicht die Ausfilterung unerwünschter
Daten wie z.B. Viren oder bestimmter Dateitypen. Für das Instant Messaging
können die herkömmlichen IM-Dienste wie z.B. AOL, Yahoo oder ICQ verwendet
werden. Außerdem können direkt über die IM Firewall auch verschlüsselte
Verbindungen hergestellt werden. Vom gleichen Hersteller gibt es auch eine
Spyware- (zum Schutz vor Spyware und Viren) und Spam-Firewall (zum Schutz vor
Spam und Viren), wobei der Begriff "Firewall" etwas irreführend ist.
Die tuxGate secure Appliances von tuxGate enthalten Funktionen wie eine
Firewall, Virtuelle Private Netze (VPN) auf Basis von IPSec, Viren- und
Spamschutz sowie einen Contentfilter. Außerdem gibt es separate Appliances als
Proxy- (tuxGate Proxy), E-Mail- (tuxGate Mail) und VPN-Server (tuxGate VPN). Der
Mail-Server erlaubt außer der Kontrolle der ein- und ausgehenden E-Mails auch
die automatische Ent- und Verschlüsselung aller E-Mails mit OpenPGP. Der
VPN-Server enthält einen eigenen DynDNS-Dienst für den dynamischen Tunnelaufbau.
Interessant ist bei allen Systemen auch die einfache Administration über eine
grafische Oberfläche.
Von COMCO wurde der IntraPROTECTOR gezeigt, ein System zur Abwehr interner Angriffe. Das System überwacht das lokale Netzwerk auf Anomalien und erkennt so z.B. Angriffe auf Router, Switches oder Endgeräte.
Software
Dass mitgebrachte Datenträger wie z.B. USB-Sticks oder Firewire-Festplatten eine
nicht zu unterschätzende Gefahr darstellen, wurde bereits in About Security #4
beschrieben. Einige Hersteller haben sich dieses Problems angenommen.
Zum Abschluss noch etwas aus der Forschung: Wer Probleme hat, sich sein Passwort zu merken, wird sich über Psylock (Psychometric Locking) freuen. Dabei handelt es sich um ein biometrisches Authentifizierungsverfahren, das Benutzer anhand ihres Tippverhaltens erkennt. Das Verfahren wurde von der ibi research GmbH, einem Ableger des Lehrstuhls für Wirtschaftsinformatik II der Universität Regensburg, entwickelt. Es wird an einen neuen Benutzer angepasst, indem dieser einen vorgegebenen Satz mehrmals eintippt. Dabei werden verschiedene Parameter wie Schreibgeschwindigkeit und Rhythmus sowie Merkmale wie Links- oder Rechtshändigkeit erfasst, die dann mit statistischen Methoden ausgewertet und mit einem neuronalen Netz klassifiziert werden. Die Sicherheit des Systems steigt beim späteren Einsatz zur Authentifizierung mit der Länge der Tippvorlage. Das System ist für Windows verfügbar.
In der nächsten Woche wird die Umsetzung der Beispiele aus About Security #47 mit dem Open-Source-IDS Snort beschrieben.
Wenn Sie Fragen oder Themenvorschläge haben, können Sie diese gerne an die angegebene E-Mail-Adresse senden oder im Security-Forum einbringen!