Samstag, 31. Juli 2010 |
Entschlsselung, Sicherheit und Anwendung des in About Security #74 vorgestellten Advanced Encryption Standard AES werden in dieser Folge beschrieben.
Die Entschlsselung eines mit AES verschlsselten Texts erfolgt durch Anwendung der inversen Transformationen in umgekehrter Reihenfolge. Die dafr bentigte inverse S-Box wird aus der vorhandenen S-Box berechnet. Die Rundenschlssel werden wie bei der Verschlsselung berechnet, aber in der umgekehrten Reihenfolge angewendet.
Die inversen Transformationen:
Die linearen Transformationen MixColumn und ShiftRow sorgen fr eine optimale Vermischung der Bits innerhalb jedes Blocks. Die nichtlineare Substitution durch die S-Box in SubBytes schtzt vor differentieller und linearer Kryptanalyse. Die XOR-Verknpfung mit den Rundenschlsseln vor der ersten und nach jeder weiteren Runde fhrt dazu, dass jedes Bit vom Schlssel abhngig ist.
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Da AES auf mathematischen Funktionen basiert, ist es inzwischen
gelungen,
den allgemeinen Algorithmus als Formel
mit
Termen zu schreiben. 128-Bit-AES kann als System von ca. 8.000
Gleichungen
mit 1.600 Variablen
dargestellt
werden.
Solche Systeme knnen theoretisch gelst werden, praktisch
scheitert ein Angriff darber (noch) an der Komplexitt der
Aufgabe und damit an der bentigten Rechenzeit. Trotzdem knnte
sich die algebraische Einfachheit in der Zukunft als entscheidende
Schwachstelle von AES erweisen.
Zurzeit erfolgversprechender sind die so genannten 'side chanel attacks', bei denen nicht der Algorithmus, sondern seine Implementierung das Ziel des Angriffs ist. So kann z.B. der Inhalt eines Prozessor-Caches Informationen ber eine zuvor durchgefhrte AES-Berechnung an einen anderen Prozess 'verraten' (Cache Timing Attacks, PDF). Dazu muss der Angreifer aber sein eigenes Programm auf dem gleichen Rechner laufen lassen, auf dem die AES-Ver- oder Entschlsselung durchgefhrt wird. Und dies gleichzeitig zur Nutzung von AES. Ob sich diese Methoden in praktisch durchfhrbare Angriffe umsetzen lassen, ist noch nicht endgltig entschieden.
Bisher kann AES auf jedem Fall als sicherer Algorithmus angesehen werden.
AES im WLAN
Der Wi-Fi Protected Access 2 Standard (WPA2, IEEE 802.11i (PDF),
siehe auch About Security
#109 ff.)
nutzt AES zur Verschlsselung von ber WLAN bertragenen
Daten. Alle bisher bekannten Angriffe auf WPA2 basieren auf dem
Aussphen oder der Brute-Force-Berechnung verwendeter schwacher
Schlssel, was ein gutes Beispiel dafr ist, dass ein sicherer
Algorithmus allein noch nicht zu einem sicheren System fhrt.
AES in GnuPG
AES ist einer der in GnuPG
zur Verschlsselung zur Verfgung stehenden Algorithmen. Dabei
verwendet GnuPG ein so genanntes hybrides Verschlsselungsverfahren:
Die
Nachricht wird mit einem zufllig erzeugten Sitzungsschlssel mit
einem symmetrischen Verfahren, z.B. AES, verschlsselt. Der
Sitzungsschlssel wird danach mit dem ffentlichen Schlssel
eines asymmetrischen Verfahrens (auch Public-Key-Verfahren genannt)
verschlsselt und zur verschlsselten Nachricht hinzugefgt.
Der Empfnger verwendet seinen geheimen Schlssel des
asymmetrischen Verfahrens, um den Sitzungsschlssel zu
entschlsseln. Danach kann er damit die eigentliche Nachricht
entschlsseln.
Alle bisher vorgestellten Verfahren waren symmetrische Verfahren: Fr Ver- und Entschlsselung wird der gleiche Schlssel verwendet.
Ihr groer Nachteil ist der Schlsselaustausch, der sicher erfolgen muss. Das ist kein Problem, wenn sich die Kommunikationspartner persnlich treffen und dabei den Schlssel austauschen knnen. Ohne direkte Begegnung ist ein sicherer Austausch jedoch schwierig. Dazu kommt die groe Anzahl auszutauschender Schlssel: Damit n Parteien miteinander kommunizieren knnen, mssen n(n-1)/2 Schlssel ausgetauscht werden, bei zehn Parteien also bereits 45.
Asymmetrische Verfahren wurden entwickelt, um die Schlsselverteilung zu vereinfachen. Zum Ver- und Entschlsseln werden verschiedene Schlssel c und d verwendet, von denen nur der Dechiffrierschlssel d geheim gehalten werden muss.
Damit c nicht geheim gehalten werden muss, darf d nicht bzw. nicht mit akzeptablem Aufwand aus c zu bestimmen sein. Ein solches asymmetrisches Verfahren ist das RSA-Verfahren, das in der nchsten Folge vorgestellt wird.
Wenn Sie Fragen oder Themenvorschlge haben, knnen Sie diese gerne an die angegebene E-Mail-Adresse senden oder im Security-Forum einbringen!
About Security bersicht zum aktuellen Thema "Kryptographie AES"