Sonntag, 12. Februar 2012 |
Am Dienstag hat Microsoft wie angekündigt die nach dem Streichen in der letzten Woche übrig gebliebenen vier Security-Bulletins veröffentlicht (Übersicht auf deutsch und englisch). Alle Security Bulletins beheben Schwachstellen, die aus der Ferne die Ausführung beliebigen Codes mit den Rechten des jeweils betroffenen Benutzers und teilweise Denial-of-Service-Angriffe erlauben.
War diese Sicherheitsanfälligkeit zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Security Bulletins bereits öffentlich bekannt? Nein. Microsoft erhielt Informationen über diese Sicherheitsanfälligkeit durch einen privaten Bericht.
Lagen Microsoft zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Security Bulletins Informationen vor, dass diese Sicherheitsanfälligkeit bereits ausgenutzt wurde? Ja. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Security Bulletins hatte Microsoft Informationen erhalten, dass diese Sicherheitsanfälligkeit ausgenutzt wurde.Das ist doch ein Widerspruch: Entweder die Schachstelle war nicht bekannt, dann kann sie auch nicht ausgenutzt worden sein. Oder sie wurde ausgenutzt, dann war sie aber auch zumindest denen, die sie ausnutzen, bekannt. Und ich verstehe 'öffentlich bekannt' als Gegenteil von 'nur dem Entdecker und Microsoft bekannt'. Über die Größe der Öffentlichkeit kann man natürlich streiten. Aber wenn Dritte von der Schwachstelle wissen (und um sie auszunutzen, müssen sie das ja), würde ich schon von einer bekannten Schwachstelle sprechen.
Nach dem Patchday ist vor dem Patchday
Wie üblich bleiben nach einem Patchday immer ein paar noch nicht
gestopfte Lücken übrig bzw. es kommen gleich wieder neue hinzu.
Diesmal sind z.B. die im Dezember entdeckten kritischen Lücken in Word
weiter offen. Ebenso ein paar andere in verschiedenen Programmen bzw.
in Windows selbst. Beim Internet Storm Center gibt es eine schöne
Übersicht: The
missing Microsoft patches. Noch schöner wäre die allerdings
mit weniger Farben oder wenigstens weniger rot und orange. :-)
Und die Übersicht ist bei weitem nicht vollständig. Nicht enthalten ist z.B. die bereits im August 2006 veröffentlichte Denial-of-Service-Schwachstelle im Windows Explorer, die durch WMF-Dateien ausgenutzt werden kann. Die wurde letzte Woche 'wiederentdeckt', jedenfalls wurde ein entsprechender Exploit veröffentlicht.
Microsoft, Vista und die NSA
Große Überschrift, nichts dahinter. Da der Text schon lang genug
geworden ist, werde ich dazu nächste Woche etwas schreiben.
Vorerst nur soviel: Nichts Genaues weiß man nicht. Schon aus Prinzip
gefällt es mir nicht, wenn ein Geheimdienst seine Finger in Programmen
hat, mit denen dann vertrauliche Daten verarbeitet werden. Andererseits:
Was dem Bundesinnenminister recht ist, sollte einem Geheimdienst aus dem
Land des Herstellers doch wohl auch zugestanden werden, oder? Mehr
vielleicht in der nächsten Woche. Dann gibt es hoffentlich auch mehr
Informationen. Oder eine größere Beule im Teppich, unter den das
Ganze gekehrt wurde.