Mittwoch, 8. Februar 2012 |
Bei der Realisierung eines Virtuellen Privaten Netzes sind im Wesentlichen zwei Aufgaben zu lösen: Die sichere Authentifizierung der sich mit dem lokalen Netz verbindenden Systeme bzw. Netze sowie der Schutz von Vertraulichkeit und Integrität der übertragenen Daten. Von den verschiedenen dafür zur Verfügung stehenden Protokollen sollen im Folgenden drei näher betrachtet werden:
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Die IPsec-Protokolle entstanden im Rahmen der Entwicklung des zukünftigen Internetprotokolls IPv6, dessen Bestandteil sie sind. Um die entsprechenden Funktionen auch im aktuellen Internetprotokoll IPv4 nutzen zu können, wurden sie darauf portiert. IPsec erweitert IPv4 um das in RFC 4302 spezifizierte IP-Authentication-Header-(AH-) Protokoll und das in RFC 4303 spezifizierte IP-Encapsulating-Security-Payload-(ESP-)Protokoll. Der notwendige Schlüsselaustausch erfolgt über das in RFC 4306 spezifizierte Internet Key Exchange Protocol (IKEv2).
Zur Sicherstellung der Integrität der übertragenen Daten und zur Authentifizierung des Senders werden Message Authentication Codes eingesetzt, für deren Berechnung verschiedene Hash-Algorithmen zur Wahl stehen.
Die Vertraulichkeit wird durch eine symmetrische Verschlüsselung im Cipher-Block-Chaining-Modus (siehe About Security #72) sichergestellt. Als Algorithmen stehen z.B. das veraltete DES (About Security #71), 3DES (About Security #72) oder AES (About Security #74/ #75) zur Verfügung.
Zur Verhinderung von Replay-Angriffen kann jedes Paket mit einer monoton steigenden Sequenznummer versehen werden. Nur Pakete, die eine Sequenznummer im aktuell gültigen Empfangsfenster enthalten, werden akzeptiert. Pakete mit einer zu alten oder bereits empfangenen Sequenznummer werden sofort verworfen. Pakete mit einer größeren als der höchsten Sequenznummer im Empfangsfenster werden nach erfolgreicher Authentifizierung akzeptiert und das Empfangsfenster so weit verschoben, dass die Sequenznummer sich im Empfangsfenster befindet.
IPsec kann im Transport- oder im Tunnelmodus betrieben werden. Im Transportmodus wird lediglich das Protokoll der nächsthöheren Schicht, z.B. TCP oder UDP, durch IPsec geschützt. Der IP-Header des normalen IP-Pakets wird weiterverwendet und der IPsec-Header zwischen diesen und den Header des höheren Protokolls eingefügt. Die Verschlüsselung der Pakete muss in diesem Fall durch die beteiligten Systeme erfolgen.
Im Tunnelmodus, der meist für die Verbindung zweier VPN-Gateways z.B. im Rahmen eines Site-to-Site-VPN verwendet wird, wird das gesamte IP-Paket geschützt. Dazu wird das IP-Paket in den Datenteil des IPsec-Pakets übernommen.
| IP-Header | IPsec-Header | TCP-Header | Daten | IPsec-Paket im Transportmodus | ||
| IP-Header | TCP-Header | Daten | IP-Paket | |||
| IP-Header (neu) | IPsec-Header | IP-Header (alt) | TCP-Header | Daten | IPsec-Paket im Tunnelmodus |
Das IP-Authentication-Header-(AH-)Protokoll stellt die Integrität der übertragenen Daten sicher und authentifiziert den Sender. Eine Verschlüsselung, d.h. die Sicherstellung der Vertraulichkeit, erfolgt nicht.
Header des IP-Authentication-Header-Protokolls
| Next
Header (8 Bit) |
Payload-Length (8 Bit) |
Reserviert
(16 Bit) |
|
|
Security Parameter Index (SPI) (32 Bit) |
|||
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Sequenznummer (32 Bit) |
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Integrity Check Value (ICV) |
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Das IP-Encapsulating-Security-Payload-(ESP-)Protokoll wird in der nächsten Folge behandelt.
Wenn Sie Fragen oder Themenvorschläge haben, können Sie diese gerne an die angegebene E-Mail-Adresse senden oder im Security-Forum einbringen!
About Security – Übersicht zum aktuellen Thema "VPN – Virtuelle Private Netze"