Sonntag, 12. Februar 2012 |
Die Unsicherheit des WEP-Algorithmus hat mehrere Ursachen. Wie in About Security #105 erwähnt, kann ein Angreifer, der genug passende Pakete gesammelt hat, den WEP-Key berechnen. 2001 wurde im Paper 'Weaknesses in the Key Scheduling Algorithm of RC4' (PS) von Scott Fluhrer, Itsik Mantin und Adi Shamir gezeigt, dass sich bestimmte Initialisierungsvektoren charakteristisch auf die ersten Bytes des Schlüsselstroms auswirken. Davon ausgehend können nach und nach alle Bytes des WEP-Key ermittelt werden. Die entsprechenden Angriffe werden nach den Autoren des Papers FMS-Angriffe genannt. Inzwischen wurden diese Angriffe verfeinert und immer weiter verbessert, zuletzt Anfang April 2007 durch das Paper 'Breaking 104 bit WEP in less than 60 seconds' (Paper, Homepage) von Erik Tews, Andrei Pychkine und Ralf-Philipp Weinmann.
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Einen anderen Weg gehen die so genannten KoreK-Angriffe, die auf einen Forenbeitrag von 'KoreK' im NetStumbler-Forum zurückgehen: Das letzte Byte eines Datenpakets wird abgeschnitten. Dann wird angenommen, dass dessen Wert 0 war, und entsprechend durch eine XOR-Verknüpfung der letzten 4 Bytes mit einem bestimmten Wert versucht, einen gültigen ICV zu rekonstruieren. Akzeptiert ein Access Point das geänderte Paket, stimmt die Annahme. Wenn nicht, geht man davon aus, das abgeschnittene Byte war 1, usw., bis der richtige Wert gefunden wurde. Dazu sind maximal 256 Versuche nötig. So wird nach und nach das gesamte Paket entschlüsselt. Ist der Klartext des Pakets bekannt, lässt sich der verwendete Schlüsselstrom-Ausschnitt durch XOR-Verknüpfung von Klar- und Schlüsseltext ermitteln und es kann ein eigenes Paket eingeschleust werden.
Eine der Ursachen der folgenden Angriffsmöglichkeiten ist die Länge des Initialisierungsvektors von nur 24 Bit, die dazu führt, dass die IV häufig wieder verwendet werden.
Schlüsseltext1 und Schlüsseltext2
sind die Schlüsseltexte der Klartexte Klartext1
und Klartext2, Key
der Schlüsselstrom. Dann gilt
Schlüsseltext1 = Klartext1 XOR Key
Schlüsseltext2 = Klartext2 XOR Key
Schlüsseltext1 XOR Schlüsseltext2 = (Klartext1 XOR Key) XOR (Klartext2 XOR Key)
= (Klartext1 XOR Klartext2) XOR (Key XOR Key)
= Klartext1 XOR Klartext2
Da IP-Pakete vorhersagbare Felder und Redundanz enthalten, kann der
Angreifer die möglichen Klartexte eingrenzen und danach über
statistische Angriffe deren Inhalt ermitteln. Je mehr Pakete mit
identischem IV er auffängt, desto schneller gelingt es ihm, für eines
davon den Klartext zu ermitteln. Danach kann er durch einfache
XOR-Verknüpfung des bekannten Klartexts mit jedem der anderen Pakete
dessen Klartext ermitteln. (Text1 XOR Key) XOR Text1 XOR Text2 = (Text2 XOR Key)
mögliche Schlüssel. Gelingt dem Angreifer
der Aufbau einer Tabelle für alle IV-Werte, kann er den gesamten
WLAN-Verkehr entschlüsseln, ohne den WEP-Key kennen zu müssen.In der nächsten Folge geht es weiter um die Sicherheit von WEP sowie seinen Ersatz WPA.
Wenn Sie Fragen oder Themenvorschläge haben, können Sie diese gerne an die angegebene E-Mail-Adresse senden oder im Security-Forum einbringen!
About Security – Übersicht zum aktuellen Thema "Mobile Security – WEP"