Samstag, 31. Juli 2010 |
Die Beschreibung von IEEE 802.11i wird mit der Installation des Pairwise Master Key (PMK) fortgesetzt. Für dessen Verteilung gibt es, wie bereits in About Security #109 erwähnt, zwei Möglichkeiten: Entweder in Form eines vorher verteilten Preshared Keys (PSK) oder temporär im Rahmen eines Zugriffskontrollprotokolls. Die Verwendung eines PSK ist nur ratsam, wenn kein Authentifizierungsserver zu Verfügung steht. Statt eines beliebigen (am besten zufälligen) 256-Bit-Schlüssels werden dabei meist 32-Byte-Worte verwendet. Schlimmstenfalls werden sogar tatsächliche Wörter der Umgangssprache verwendet und damit ein Wörterbuchangriff ermöglicht. IEEE 802.11i beschreibt im Anhang eine Möglichkeit, um mithilfe der Password Based Key Derivation Function 2 – PBKDF2, definiert im Public Key Cryptography Standard #5 (PKCS #5) – aus der als PSK verteilen Passphrase, der SSID und der SSID-Länge einen 256 Bit langen PMK zu berechnen.
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Besser als die Verwendung von PSKs ist die Nutzung eines temporären Schlüssels, auch als serverbasierter Schlüssel bezeichnet, der während der Authentifizierung erzeugt wird. An der Authentifizierung sind im Rahmen von IEEE 802.11i drei Parteien beteiligt: Der Client, der Authentifizierer (der in diesem Fall eher eine Zugangskontrollfunktion besitzt, i.d.R. ein Access Point) und ein Authentifizierungsserver, der die eigentliche Authentifizierung des Clients übernimmt. Der Authentifizierungs-Request des Clients wird vom Authentifizierer an den Authentifizierungsserver weitergereicht. Client und Authentifizierungsserver wickeln dann die eigentliche Authentifizierung untereinander ab. Entsprechend der Antwort des Authentifizierungsservers lässt dann der Authentifizierer den Zugang zu oder verbietet ihn. Auf dem Authentifizierungsserver können verschiedene so genannte Upper-Layer-Authentifizierungsprotokolle eingesetzt werden, von denen einige im Zuge der Authentifizierung über das Extensible Authentication Protocol (EAP, RFC 3748) einen zufälligen PMK erzeugen können. Der dabei erzeugte PMK muss abschließend noch vom Authentifizierungsserver an den Authentifizierer übertragen werden.
| Client | Authentifizierer | Authentifizierungs-
server |
||
|
|
||||
| <-- 802.1x EAP Request -- | ||||
| -- 802.1x EAP Request --> | ||||
| -- Access Request (EAP Request) --> | ||||
| <----- EAP Authentication Protocol Exchange -----> | ||||
| <-- OK / EAP Success / Schlüssel -- | ||||
| <-- 802.1x EAP Success -- | ||||
Nachdem auf beiden Kommunikationsteilnehmern der PMK gespeichert wurde, kann daraus der Pairwise Transient Key (PTK) und können daraus schließlich die temporären Schlüssel für die eigentliche Kommunikation gebildet werden. Der PTK wird in einem 4-Wege-Handshake ausgehandelt. Sowohl Client als auch Authentifizierer (in der Regel ein Access Point) erzeugen zuerst Zufallsdaten (Nonces). Die des Clients wird als SNonce (S für Supplicant), die des Authentifizierers als ANonce bezeichnet.
| Client | Authentifizierer | |
|
|
||
| Kennt PMK Erzeugt SNonce |
Kennt PMK Erzeugt ANonce |
|
| <----------- ANonce ------------ | ||
| Berechnet PTK | ||
| -- SNonce, EAPOL-MIC(SNonce) --> | ||
| Berechnet PTK Stellt GTK bereit Verwendet PTK |
||
| <- EAPOL(GTK, EAPOL-MIC(GTK)) -- | ||
| Verwendet PTK und GTP | ||
| ---- EAPOL(EAPOL-MIC(GTK)) ---->
|
||
| Sichere Kommunikation möglich | ||
Wird kein GTK benötigt, vereinfacht dies Schritt 3 und 4 des Handshakes:
In der nächsten Folge wird die Beschreibung von 802.11i mit der Beschreibung der Gruppenschlüssel fortgesetzt.
Wenn Sie Fragen oder Themenvorschläge haben, können Sie diese gerne an die angegebene E-Mail-Adresse senden oder im Security-Forum einbringen!
About Security – Übersicht zum aktuellen Thema "Mobile Security – WPA, WPA2 und IEEE 802.11i"