Montag, 6. September 2010 |
Ab dieser Folge geht es im Bereich "Mobile Security" um die Sicherheit von Bluetooth. Bluetooth ist ein ursprünglich von Ericsson entwickelter Industriestandard für die drahtlose Vernetzung der verschiedensten Geräte über kurze Distanzen. Inzwischen wird Bluetooth von der Bluetooth Special Interest Group (SIG) weiterentwickelt.
Im Folgenden geht es im Wesentlichen nur um die Sicherheit von Bluetooth, die Funktionsweise wird nur insofern beschrieben, wie es notwendig ist. Eine Beschreibung der allgemeinen Funktionsweise gibt es z.B. hier von der Bluetooth SIG.
Bluetooth unterscheidet zwischen Master und Slave. Dabei wird das Gerät als Master bezeichnet, das eine Verbindung aufbaut. Der Master bestimmt die physikalischen Parameter der Verbindung und ist für die Synchronisation der Slaves zuständig.
Es können sowohl Punkt-zu-Punkt- als auch Punkt-zu-Multipunkt-Verbindungen aufgebaut werden. Ein Netz aus einem Master und bis zu 7 Slaves wird als Piconet bezeichnet. Dabei erfolgt die Kommunikation ausschließlich über den Master. Die Slaves untereinander können nicht direkt miteinander kommunizieren.
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Wird ein neuer Slave in ein Piconet aufgenommen, wird ihm vom Master eine eindeutige, 3 Bit lange Active Member Address (AMA) zugewiesen. Die AMA bestimmt auch die Maximalzahl von acht aktiven Geräten in einem Piconet. Außerdem können bis zu 252 weitere Geräte im Standby-Modus dem Piconet angehören. Sie werden über die 8 Bit lange Passive Member Address (PMA) adressiert und können bei Bedarf aktiviert werden.
Um mit mehr als sieben Slaves kommunizieren zu können, können maximal 10 Piconets zu einem Scatternet verbunden werden. Dabei ist ein Gerät in einem Piconet der Master und in einem anderen der Slave.
Die Bluetooth SIG hat für verschiedene Einsatzmodelle entsprechende Profile erstellt, die die vom jeweiligen Einsatzmodell unterstützten Protokolle und Eigenschaften definieren. Wenn ein Gerät eine bestimmte Eigenschaft unterstützt, muss sie gemäß der Definition im entsprechenden Profil implementiert werden. Dadurch wird sichergestellt, dass sich alle Geräte unabhängig vom Hersteller gleich verhalten und miteinander kommunizieren können.
Es wurden vier allgemeine Profile definiert:
Das Generic Access Profile (GAP) definiert die
allgemeinen
Funktionen zur Erkennung von Bluetooth-Geräten, deren Namen und
grundlegenden Eigenschaften. Außerdem werden Funktionen für das
Verbindungsmanagement (Link Management) und das Verhalten von Geräten
im Standby- und Connecting-Status definiert. Jedes Bluetooth-Gerät
muss mindestens dem GAP entsprechen, wodurch die grundlegende
Zusammenarbeit aller Bluetooth-Geräte garantiert wird.
Das Serial Port Profile (SPP) baut auf dem GAP
auf und wird beim
Einsatz der Bluetooth-Verbindung als Kabelersatz für den Aufbau des
verbindungsorientierten Kanals verwendet.
Das Service Discovery Application Profile (SDAP)
ist
unabhängig vom GAP und für das Auffinden von
Bluetooth-Geräten zuständig. Das SDAP enthält außerdem
das Programm 'Service Discovery User Application' (SDUA) für die
Lokalisierung von Diensten.
Das Generic Object Exchange Profile (GOEP) baut
auf dem SPP auf
und dient dem Austausch von Objekten zwischen Bluetooth-Geräten.
Einige weitere Profile sind z.B. das Basic Printing Profile (PBP) für Druckanwendungen für z.B. PDAs und Mobiltelefone, das Headset Profile (HSP) für die Sprachkommunikation über Headsets und das Human Interface Device Profile (HIDP) für schnurlose Eingabegeräte.
Die Sicherheitsarchitektur von Bluetooth definiert drei Sicherheitsmodi:
Die Sicherheitsmodi werden vom jeweiligen Gerätehersteller vorgegeben.
Außer den verschiedenen Sicherheitsmodi gibt es für Geräte und Dienste unterschiedliche Sicherheitsstufen:
In der nächsten Folge wird die Beschreibung der Bluetooth-Sicherheit mit der Beschreibung der Sicherheitsparameter fortgesetzt.
Wenn Sie Fragen oder Themenvorschläge haben, können Sie diese gerne an die angegebene E-Mail-Adresse senden oder im Security-Forum einbringen!
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