Sonntag, 12. Februar 2012 |
Am Dienstag war der letzte Microsoft-Patchday für dieses Jahr, und Microsoft hat noch mal gründlich aufgeräumt: Mit 7 Security-Bulletins wurden 11 Schwachstellen geschlossen, darunter 8 kritische. Lediglich eine Bulletin betraf eine bereits seit längerem bekannte Schwachstelle, alle anderen schlossen zuvor nicht bekannte Lücken. Das hat sich noch einmal gelohnt.
Als kritisch stuft Microsoft die folgenden drei Security Bulletins ein, die alle bisher nicht öffentlich bekannte Schwachstellen betreffen:
Damit wird das Filme ansehen und Webseiten besuchen ja deutlich sicherer. Übrigens hat auch Apple letzte Woche mehrere Schwachstellen in QuickTime behoben: Eine schon länger bekannte Schwachstelle beim Verarbeiten von RTSP-Responses und mehrere bisher unbekannte Schwachstellen beim Verarbeiten von QTL-Dateien sowie im Flash Media Handler erlaubten die Ausführung beliebigen Codes. Die RTSP-Schwachstelle wurde bereits für Angriffe ausgenutzt.
Als wichtig stuft Microsoft folgende vier Security Bulletins ein:
Das Internet Storm Center hat wieder eine eigene Übersicht über die veröffentlichten Patches erstellt. Auffallend: Das laut Microsoft 'wichtige' Bulletin MS07-067, das die schon länger bekannte Schwachstelle im Macromedia Security Driver betrifft, wird vom ISC als 'kritisch' für Clients eingestuft. Vermutlich, weil die Schwachstelle seit längerem ausgenutzt wird. Und MS07-069, das Bulletin für den Internet Explorer, wird noch gefährlicher als 'kritisch' eingestuft, es wurde mit 'PATCH NOW' markiert. Dem ist wohl nichts hinzuzufügen.
Der Security-Gateway-Hersteller Finjan hat seinen 'Web Security Trends Report (Q4 2007)' veröffentlicht.
Darin werden u.a. 'Trojaner 2.0' beschrieben: Trojaner, die die Möglichkeiten des Web 2.0 für ihre Zwecke nutzen. Z.B werden für die Fernsteuerung von Botnets normale Webseiten verwendet, über die die Steuerbefehle dann z.B. über RSS-Feed verteilt werden. Die Rückmeldungen der Bots erfolgen dann über einen anderen Server, sodass kein Zusammenhang erkennbar ist. Damit werden die üblichen Erkennungsroutinen von Schutzprogrammen unterlaufen, die in den ausgetauschten Daten legitimen Web-Traffic sehen. Wie so oft bei Web-2.0-Sachen fragt man sich da, wieso da früher keiner drauf gekommen ist. Eigentlich ist dieser Ansatz doch naheliegend.
Eine weitere, oft unterschätzte Bedrohung sind laut Finjan fehlerhafte oder bösartige Widgets und Gadgets, durch die Benutzer Angriffen über eigentlich vertrauenswürdige Webserver ausgesetzt sind. Der Einsatz dieser kleinen Helferlein wird zurzeit von den meisten Security Policies nicht berücksichtigt, sodass weder eine Kontrolle ihres Einsatzes noch Maßnahmen gegen schädliche Funktionen stattfinden, schreibt Finjan. Stimmt eigentlich, so explizit "Diese Widgets sind erlaubt, jene verboten" oder Ähnliches steht da wohl nirgends. Aber eigentlich könnte man die ja als spezielle Form von Browser-Plug-ins betrachten, und dafür gibt es dann ja (hoffentlich) Regelungen.
Nächsten Montag ist Heiligabend, daher fällt der "Standpunkt Sicherheit" in der kommenden Woche aus. "About Security" erscheint wie auch in den Vorjahren als Weihnachtsspecial, diesmal mit einer Übersicht über nützliche Live-CDs.
Ich wünsche allen Lesern ein frohes Weihnachtsfest!
Carsten Eilers