Freitag, 3. September 2010 |
Eine 0-Day-Schwachstelle im Internet Explorer erlaubt die Ausführung beliebigen Codes. Es gibt einen weiteren iPhone-Wurm und neue bösartige Mail-Anhänge, die Konfiguration von Fedora 12 wurde geändert, und eine Studie befasst sich mit den Risiken des Cloud Computing. In Microsofts Security Research & Defense Blog wird die Aktivierung der Structured Exception Handler Overwrite Protection (SEHOP) für einzelne oder alle Anwendungen beschrieben, und Michael Alfred Schmidt beschreibt Gegenmaßnahmen gegen die sog. "Evil Maid"-Angriffe (siehe Security-Hinweise vom 19. und 26. Oktober).
Auf der Mailingliste Bugtraq wurde ein
Exploit
für eine
0-Day-Schwachstelle
im Internet Explorer 6 und 7 veröffentlicht. Die Schwachstelle befindet
sich in der Methode getElementsByTagName(), sie erlaubt die
Ausführung beliebigen Codes, wenn eine entsprechend präparierte
Website geöffnet wird. Der veröffentlichte Exploit ist nicht besonders
zuverlässig. mit besseren Exploits ist wie üblich aber sehr bald
zu rechnen. Bestätigungen der Schwachstelle gibt es von
Symantec
(wo u.a. geraten wird, IE-Nutzer sollten "only visit Web sites they
trust" - da scheint jemand nicht auf dem laufenden zu sein, wie
heutzutage Drive-by-Infektionen verbreitet werden) und
VUPEN Security,
außer
berichtet
Marcus Sachs im Handler's Diary des ISC über die Schwachstelle. Als
einziger Workaround kann Active Scripting deaktiviert werden, dadurch
dürfte das Web, insbesondere in Zeiten des Web 2.0, aber ziemlich
unbenutzbar werden.
Ein weiterer Wurm verbreitet sich über die SSH-Zugänge mit Default-Passwort gejailbreakter iPhones. Chester Wisniewski von Sophos berichtet mit Verweis auf xs4all sowie die niederländische Sicherheits-Website security.nl (als englische oder deutsche Google-Translate-Übersetzung), dass der Wurm anscheinend versucht, ein Botnet aufzubauen und vertrauliche Daten, u.a. mTANs, zu sammeln. Mehrere Netzbereiche werden vom Wurm nach neuen Opfern durchsucht, darunter auch die von T-Mobile. Darum der dringende Rat: Nach dem Jailbreak und jedem Firmwareupgrade müssen nicht erwünschte Dienste deaktiviert und/oder die Default-Passwörter geändert werden!
Zur Zeit gibt es mal wieder neue Mailwellen mit bösartigen Anhängen: Die McAfee Labs haben bösartige PDF-Dateien gesichtet, die angeblich nur Informationen über einen Piratenangriff auf ein US-Schiff liefern sollen, tatsächlich aber außerdem versuchen, verschiedene Schwachstellen im Adobe Reader zur Installation eines Schädlings auszunutzen. Und Symantec hat ein angebliches Utility entdeckt, das die Mailbox reparieren soll, tatsächlich aber ein Trojaner aus der Zeus/Zbot-Familie ist.
Die am Freitag gemeldete unsichere Konfiguration in Fedora 12, durch die normalen Benutzern die Installation signierter Pakete aus ebenfalls signierten Repositories ohne Eingabe das root-Passworts möglich ist, wurde zurückgenommen. Ein Update für PackageKit soll das vorherige Verhalten wieder herstellen, außerdem soll dokumentiert werden, wie bestimmten Benutzer die Installation ohne Eingabe des root-Passworts erlaubt werden kann.
Eine Studie der European Network and Information Security Agency (ENISA) hat sich mit den Risiken des Cloud Computing befasst: "Cloud Computing: Benefits, risks and recommendations for information security" (PDF).
Carsten Eilers